29. Mai 2020 Richtung Tessin

29. Mai
So jetzt geht’s wieder los mit Hiken.
Judihuj, nach kleiner Sanierung an Körper und Geist. Der Plan war um 4 Uhr aufstehen und halb fünf los Richtung Tessin. Eigentlich wollten wir schon am 28. Mai in den Abend laufen, aber wie es so ist, kommt dies und jenes dazwischen. So beendeten wir um zehn die Arbeiten und Vorbereitung und gingen zuhause ins Bett. Aufgestanden sind wir dann um halb sechs, einen Kaffee und raus aus dem Haus Richtung Hütten. Unser Essen eingekauft für die nächsten Tage.

Weiter auf den Rossberg gewandert.
Gefrühstückt haben wir auf der Terrasse vom Restaurant Rossberg.
Andy hat seinen 53. Geburtstag, also gönnt er sich was Gutes.

Unsere Tochter kommt auch noch, um Andy zu gratulieren, so bleiben wir etwas länger sitzen. Das mit dem Tessin wird wohl nix. Wir schauen einfach wie weit es geht. Jetzt einfach Richtung Einsiedeln über Dreiländeregg danach Schnabelsberg, durch Einsiedeln weiter über den Hummel Richtung Studen. So mehr oder weniger nach Bauchgefühl die Wege wählen, total unkompliziert.

Es gibt wunderschöne blühende Wiesen zu bestaunen. Die Bauern sind fleissig am Mähen und viele Kühe auf den Weiden, richtig cool. Ist schon schön in der Schweiz, alles wird gepflegt und ist sehr sauber. Die Bauern unterwegs wie Bienen am Arbeiten. Das wird mir auch zum Verhängnis, ich schaue, wie ein Bauer mit einer Top-Maschine im Hang mäht und natürlich haut es mich hin und ich schlage mir das Knie auf. Einen von uns haut es einfach hin pro Wanderung. Ist nicht weiter schlimm. Andy natürlich: Was machst du? – Hinfallen, siehst du ja.

Mittagspause machen wir bei der Ortschaft Bennau bei einem öffentlichen Gebäude auf einer Bank, schön gemütlich hier. Darüber staunen wir immer wieder, wie gepflegt alles ist. Die öffentlichen WCs sind wie Badezimmer, auf einem Standard unglaublich, wenn ich da an Amerika denke… schon super hier in der Schweiz.

Am Golfplatz von der Studen vorbei gewandert, jetzt müssen wir einen Zeltplatz finden zum Übernachten. Andy holt schnell Wasser aus einem Bach. Ein Bauer kommt mit dem Auto aus dem Wald gefahren, scheint sein Land und Wald zu sein. Sehr lustiges Kerlchen, er amüsiert sich über den bärtigen alten Mann im Wasser. Ich betreibe ein wenig Smalltalk, frage ihn, ob es ihm was ausmachen würde, wenn wir hinten im Wald übernachten würden. Er lässt uns bei seiner Transportbahn mit Grillstelle übernachten, sehr nett von ihm.

Heute sind wir etwa 40 km gelaufen auch etwas an Höhenmeter, so fühlen sich unsere Beine etwas müde an. Zelt stellen, etwas warmes Essen und ab ins Zelt.
Anmerkung Andy: Wenn Rosa nicht eine Blase hätte wie eine Eierschale wäre die Nacht auch erholsamer.

30. Mai
Nach einer nicht so erholsamen Nacht steigen wir um halb sechs aus dem Zelt. Gestern waren wir so motiviert unterwegs gewesen, dass uns die Muskulatur in den Beinen schmerzt. Und jetzt der Aufstieg zum Saaspass, 1895 m.ü.M., etwa 930 m hinauf, das wird ein Spass! Zuerst mal alles in die Rucksäcke und los. Eigentlich müssten wir zurück laufen um wieder auf den Wanderweg zu kommen. Das machen wir nicht, sondern steigen quer durch den Wald rauf über Stein und morsches Holz zum Weg hoch. Super Idee nach zehn Minuten hatten wir unsere Betriebstemperatur erreicht. Unglaublich, im Vergleich zu Amerika ist diese Wanderung so anstrengend. Nicht lange Schlaufen und langsam an Höhe gewinnen sondern einfach mehr oder weniger gerade den Berg hoch.

Sihlseeli unterhalb vom Saaspass

Am Sihlsseeli vorbei auf den Pass, nach drei Stunden sind wir oben fix und fertig. Erst mal ausgiebig frühstücken, das Wetter ist nicht grad berauschend, ziemlich kalt und bewölkt. Wir gehen auf der anderen Seite gerade runter, unsere Knie sind am reklamieren, in einem Kilometer schnell mal 400 m an Höhe verloren. Andy jammert er habe Knieschlottern. Ich sage: Das ist nicht so sanft wie auf dem PCT, schon eher aggressives Wandern.

Wir beschliessen zum Pragelpass rauf zu laufen und dort im Restaurant etwas zu essen. Andy macht noch Bilder, die Hänge blühen voll in allen Farben, super schön. Um eins im Restaurant bestellen wir uns Schüblig mit Kartoffelsalat plus Meringue mit Schlagrahm, nicht schlecht. Das Wetter ist uns zu kalt, um in der Höhe zu übernachten, dafür haben wir zuwenig warme Klamotten dabei.

Also geht’s runter zum Klöntalersee, etwa nach einer Stunde sind wir bei einer Postauto-Haltestelle, in 20 Minuten fährt eins. Wir sitzen und warten, nur mit dem Postauto wird’s nichts. Das fährt nicht, erfahren wir von einem Anwohner, wegen Covid-19. So dann halt zu Fuss bis nach Glarus runter. Doch genial!, im selben Moment fragt uns ein Paar, Tom und Angi, ob wir mit ihnen runterfahren wollen. Sie fahren uns zum Bahnhof in Glarus. Manchmal wird mir unser Glück fast unheimlich. In diesem Gewimmel von Leuten drei Stunden zu wandern wäre wirklich nicht unser Ding gewesen. Total überfüllt, beim Klöntalersee hat es mehr Leute als an der Wädenswiler Chilbi.  Ich sag: Das ist Trailmagic in der Schweiz. Noch schnell ein Bild und Tschüss bis irgendwann vielleicht. Mit dem Zug zurück nach Wädenswil und unsere Tour war beendet. Zugfahrten in der Schweiz sind genial, super pünktlich, die Wagons in einem traumhaften Zustand – entspannter reisen geht fast nicht.

6 Kommentare zu „29. Mai 2020 Richtung Tessin

    1. Hallo Sayitagain
      Super dich gibt’s auch noch 🤓 wie hast du denn Rest vom PCT erlebt.
      Haben uns manchmal gefragt wo du so unterwegs wärst auf dem PCT und hoffe du hattest eine super Zeit in denn USA
      Liebe Grüsse Mountain Lion

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      1. 1.bis Walker Pass
        2. ne gute Woche Pause in Costa Rica am Strand
        3. ab Old Station nobo bis Timberline Lodge
        4. zurück nach Old Station und im Spätsommer sobo bis Walker Pass
        Dann heim, und Dezember und Anfang Januar in Patagonien wandern

        Fazit: Washington fehlt noch… mach ich noch… ganz bestimmt!

        Liebe Grüße Sayitagain

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      2. Hallo Wauw du warst aber gehörig unterwegs. Timberline Logen etwas vom Besten auf dem PCT hat uns genial gefallen. Padagonien ein noch unerfüllter Traum von uns, sind sehr glücklich zu hören das du so tolle Sachen erlebt hast. Liebe Grüsse Andy und Rosa Ps wenn du mal in der Schweiz bist komm bei uns doch mal auf einen Kaffee vorbei würden uns freuen.

        Von meinem iPhone gesendet

        >

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  1. Danke, mach ich glatt, wenn ich mal in die Schweiz komme. Übrigens gerade festgestellt, dass ich von uns dreien die älteste bin…

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