Heute gehen wir vor Sonnenaufgang los gleich eine sehr beeindruckende Querung unter dem Trogkofel 2279 müM. Hier könnte man noch oben hinüber klettern.

Wir überlegen schnell, ob wir hinauf steigen sollen, aber die Vernunft gewinnt und wir wandern weiter. Wir sind doch etwas älter und schlauer geworden, wäre wahrscheinlich noch etwas Anspruchsvoll gewesen.

Danach kommt schon die erste Hütte. Wir gehen aber nicht runter sondern laufen gleich weiter. Andy will vorwärts kommen, immer dieser Ehrgeiz. Mich nervt es ein wenig und ich sag ihm, dass wir jetzt vielleicht für längere Zeit keine Möglichkeit haben um Wasser zu finden. Ich las dies in der Wegbeschreibung vom Via Alpina nach.
Nach dieser führt der Weg oben rüber, also schlechte Aussichten für Wasser. Es stellt sich dann nicht zum ersten Mal raus, dass es nicht immer stimmt, was die offizielle Seite vom Via Alpina schreibt.
Auf einem Umweg gelangt man zur Kleinkordinalm. Dort füllen wir das Wasser auf und essen Frühstück.

Wie immer haben wir unsere kleinen Streit vergessen, ich lag falsch und Andy geniesst das Frühstück. Danach geht es weiter über einen Aufstieg durch mooriges Gebiet der von alten Schützengräben durchzogen ist.
Wir laufen meistens der Staatsgrenze nach. Mal in Österreich und dann wieder in Italien. Was hier im ersten Weltkrieg geschah will und kann ich mir nicht vorstellen.

Dieses Gebietes wird als der Weg des „Friedens also Friedensweg“ bezeichnet. Nach einer Wanderung über schöne ebene Wiesenböden kommen wir gegen vier am Nachmittag bei der Berghaus Zollnersee Hütte an.

Der Weg geht ziemlich schnell in tiefere Lagen.

Hier ist die Friedenskirche mit dem Leitsatz niemals mehr Feinde immer mehr Freunde. Was für ein Ironie wir haben Krieg in Europa. Wieder müssen Menschen in den Krieg ziehen, weil die diplomatische Politik versagt hat.

Das stimmt uns sehr nachdenklich, es macht einfach traurig das sowas sich immer wieder wiederholt.
So laufen wir weiter und steigen auf den Berg Köderkopf 2150 müM hinauf.

Dort oben möchte ich am liebsten eine Geiss melken für Milch in den Kaffee aber als dann alle auf einmal kommen bekomm ich Angst .
Das Zelt stellten wir beim Abstieg gleich neben dem Weg auf. In der Nacht gab’s noch ein kleines Gewitter.