Swiss Trans Trail Tag 10. 11. August 2022 Giswil- Schangnau

Morgens um fünf Uhr aus dem Bett. Pferde und Hühner bei uns Zuhause versorgt und ab auf das erste Postauto . Mit dem Zug um sechs Uhr mit mehrmaligem umsteigen bis Gisiwil. Um neun Uhr wanderten wir in Giswil los auf dem Schacherseppli – Weg.

Vorbei führte der Weg an einem Bauernhof, der eine ganze Herde Bisons hält und das in der Schweiz und nicht in Amerika.

Aussicht nach 1250m Aufstieg: Brienzer Rothorn,Sarnersee und Giswilerstock

Der Aufstieg zum Übergang nach Sörenberg stieg knackige 1250 Höhenmeter auf 1734 MüM an. Hier war es richtig treppensteigen Halb oben Frühstückten wir auf einer Wiese mit Sicht auf den Sarnersee.

Auf diesem Wege wurde früher das Holz in einer Rutsche den Hang runter befördert. Die Rutsche konnte man teilweise noch erkennen.

Alles was mit Holz oder Bäumen zu tun hat interessiert Andy, dort wird immer verweilt, gelesen wenn es eine Infotafel hat. So dauerte die Wanderung durch den Wald etwas länger, war aber auch ein gesunder Wald mit teilweise sehr alten Bäume.

Der Nachmittag war es ein entspanntes wandern durch Sörenberg mit all den Bauernhäusern. Aber auch hier waren die Wiesen sehr trocken und das Wasser fehlte in den kleinen Bächen. Für das Vieh hatten die Landwirte überall Wasser bereitgestellt. Am Abend suchten wir den Campingplatz. Ein Anwohner fragte uns ob wir uns verlaufen hätten. Wir beide nein sicher nicht und fragten, wie weit es noch wäre bis zum Campingplatz. Er lachte und erklärte uns den Weg. Wir waren vielleicht ein Wenig auf dem falschen Weg unterwegs gewesen. Nach einer Stunde konnten wir das Zelt stellen und duschen.

Der Campingplatzbesitzer war nett für ein Schweizer fast schon gesellig, nein im ernst. Wenn du für eine Weile in Amerika unterwegs warst, fragst du dich in der Schweiz manchmal über die fehlende Gastfreundschaft.

Swiss Trans Trail Tag 9 3. August 2022 Kerns -Giswil

An diesem Morgen wanderten wir im Dunkeln los, nicht dass wir von jemandem entdeckt werden. Weil gefragt hatten wir niemanden gestern, ob es in Ordnung sei mit dem Schlafplatz. Wichtig ist immer das man alles so verlässt, wie man es vorgefunden hat. Noch besser wäre, wenn man jemanden fragen könnte ob es in Ordnung ist.

Wir sahen an diesem Tag den Pilatus, den Sarnersee und das Brienzer Rothorn. Das ist wirklich extrem in der Schweiz es kommt alles so nahe aufeinander wir hatten extrem viel zu diskutieren, ich möchte jede Info Tafel lesen. Andy verzweifelte fast, da er Kilometer machen möchte und ich soviel Info, dass der Tag viel zu kurz war.

Der Weg ging über Feldwege zu einer Kapelle in St. Niklausen hoch. Dort assen wir gemütlich Frühstück. Ein Bauer war in der Kapelle. Er hatte den Boden in der Kapelle repariert. Er gesellte sich zu uns und hatte viel über die Gegend zu erzählen. Er erklärte uns, dass es auch hier schwierig ist für Jungbauern ihre Betriebe zu vergrössern. Das fiel uns auch auf, dass es klein Betriebe sind. Aber Erstaunlich ist, wie gut die Gebäude erhalten sind und wie gepflegte die Weideflächen sind. Die Kühe sehen aus wie frisch aus der Waschtrasse. Es ist schon recht Erstaunlich wie viel Arbeit dass die Bauern hier leisten.

Nach einer längeren Pause wanderten wir weiter auf dem Weg von Bruder Klaus. Der Einsiedler Niklaus von Flüe wurde im Jahr 1417 in einer Bauernfamilie geboren und lebte später als Einsiedler in diesem Tal.

Wir laufen an seiner Kapelle vorbei. Die Ranftschlucht die bis heute ein bekannter Wallfahrtsort ist. Wir stiegen aus dieser schönen Schlucht hoch bis nach Flüeli. Da es so heiss war hatten wie ziemlichen Durst. In diesem kleinen Dorf kauften wir uns zu trinken. Vor dem Laden leeren wir gleich mal eine anderthalb Liter Flasche und eine Tafel Schokolade musste auch noch sein.

Danach folgte wieder mehrheitlich Asphalt laufen bis nach Sachseln am schönen Sarnersee und dort schon wieder eine Pause mit Glace.

Kirche von Sachseln

Es war wunderschönes Wetter und wir genossen noch ein Bad zur Erfrischung. Danach ging alles am Sarnersee entlang. Weil wir (beziehungsweise Rosa) so getrödelt hatten, blieb uns nichts anderes übrig als in Giswil den Heimweg anzutreten.

Wir wollten eigentlich bis Sörenberg laufen bei diesem Abschnitt.Der Aufstieg nach Sörenberg hätte noch gut 5 Stunden gedauert, aber dann hätten wir keine Busverbindung mehr gehabt zurück nach Giswil.

Swiss Trans Trail Tag 8. 2 August 2022

Isleten – Stans Mit dem Zug fuhren wir nach Flüelen an dem Vierwaldstättersee und mit dem Schiff über den See nach Isleten. Hier startet unser nächster Abschnitt vom Trans Swiss Trail bei wunderschönem Sonnenschein.
Der Weg ist einfach wunderschön. Ein Fussgängertunnel mit immer wieder Öffnungen in der Tunnelwand die das Panorama vom See freigaben. Es hatte Tische und Grillstellen wirklich richtig Einladend mit direkter Aussicht auf den See.
Nach Bauen ging’s dann im Wald aufwärts.

Sehr steil aber immer wieder mit der Aussicht auf den Vierwaldstättersee. Auf dieser Anhöhe hat man die Aussicht wie das Bild im Bundeshaus von den Myhten
Anschliessend spazierten wir durch den Ort Seelisberg wo wir uns eine kleine Pause mit Rivella und Guezli gönnten. Danach ging es teilweise der
Strasse nach bis nach Beckenried. Wir
genossen es sehr, immer wieder wechseln die Eindrücke, mal im Wald dann wieder mit Sicht auf den See und Berge. Von Beckenried ging es weiter durch Buochs dort weiter Richtung Oberdorf danach liefen wir durch Stans. Wir liefen in Stans einen falschen Weg zusätzliche Höhenmeter rauf um wieder hinunter zu laufen.
Unglaublich das lernen wir glaube ich nicht mehr, einfach mal schnell überprüfen ob wir auf dem richtig Weg sind. Wir liefen nach einer Pause weiter in den Abend hinein bis es Dunkel wurde ging es durch Wald und Wiesen Richtung St. Nicolausen.
Wir waren so müde das wir nicht einmal das Zelt stellten sondern einfach unter einem Baum schliefen, also Cowboy Camping mit super Aussicht in den Sternenhimmel.

CDT 27 25 Juli 2022

Das Ende unseres CDT 2022 bei km 3030

Jackson Hole Flughafen

Wir hatten in einem Motel die Nacht verbracht. Alles war wie immer ,Wäsche waschen, Essen für die nächsten drei Tage besorgen, dazwischen immer wieder selber essen gehen. Der Yellowstone Nationalpark wäre die nächste Etappe, auch hatten wir mit unserem Hikepartner aus dem Jahr 2019 „Sputnik“ abgemacht. Er war damals mit uns durch die Sierra gewandert auf dem PCT. Er war in Amerika für die Ferien mit seiner Frau unterwegs. Auch bestiegen sie noch den Mounte Wihtney und wir freuten uns für die zwei. Wir waren auf dem Weg ins Restaurant zum Frühstück, als das Telefon klingelte. Unser Sohn hatte eine sehr schlechte Nachricht für uns, meine Mutter ist notfallmässig ins Spital eingeliefert worden. Für uns war klar, dass wir nach Hause gehen. Meine Mutter ist siebenundachtzig Jahre alt und wurde in der Nacht, als wir nach Hause flogen, operiert . Den Weg können wir in einem anderen Jahr immer noch beenden oder ganz wandern. Andy, wie üblich, wollte den restlichen CDT nicht alleine hiken oder mit jemand anderem.

Danke an alle die uns geholfen haben, dass wir schnell zu dem Flughafen gekommen waren. Insbesondere Dir „Logan“ wir freuen uns, wenn wir uns bei Dir persönlich bedanken können in der Schweiz 🇨🇭

So flogen wir am nächsten Morgen um sieben Uhr von Jackson Hole nach San Francisco und von dort direkt nach Zürich in der Schweiz.

An alle Hiker die uns kennen; schickt uns doch ein Foto, wenn ihr die Grenze erreicht habt im Herbst, wir würden uns sehr darüber freuen.

Wir sind jetzt schon eine Woche in der Schweiz, meiner Mutter geht’s nicht wirklich gut. Sie hat sich einerseits gefreut und anderseits war sie traurig, weil wir wegen ihr die Reise abgebrochen haben.

Wir haben wirklich ein wenig Mühe uns wieder in dieses normale Leben zurück zu finden. Wenn wir können unternehmen wir kleinere Wanderungen oder Velotouren. Nicht zu vergleichen mit den Erlebnissen auf dem CDT. In der Schweiz alle paar Kilometer Einkaufsmöglichkeiten oder Restaurants. Wir müssen uns manchmal schon ein wenig fragen, ob das nicht einfach viel zu viel an angeboten sind. Das erste mal in einem Restaurant die Karte durchsehen, wir hatten so eine riesige Auswahl. Wir brauchten ein wenig Zeit zum Entscheiden, wir nehmen meistens den Salat und Dessert zusammen. Nicht weil wir geizig sind, sondern wir essen auf. Essen wegwerfen geht gar nicht mehr für uns. In Amerika gab’s Burger oder Steak, Tortilia und sonstigen Fastfood, riesen Portionen zu eher günstigen Preisen. In der Schweiz genau das Gegenteil.

Grosser Mythen am 1. August

Beim Einkaufen regte sich eine Frau auf, weil es nicht ihre gewohnten Haferflocken im Regal standen. Ich sagte, sie könnte doch diese nehmen, waren ja auch Haferflocken. Sie verneinte, denn die waren 1.60 Franken teurer oder dann schlug ich ihr eine Packung Frühstücksflocken vor. Sie verneinte wieder diese seien noch viel teurer, ich gab auf und nahm die Haferflocken. In der Parkgarage musste ich lachen. Ich sagte: „Siehst du, wenn ich meinen Kleinwagen tanke zahle ich fünfzig Franken und du zahlst sicher gegen hundertachtzig Franken eine Tankfüllung“.Die Frau hatte einen grosses SUV-Auto.Wir lachten beide über diese Sache, ich staunte über die Probleme, die die Leute haben. Wir sind auf dieser Wanderung soviel gelassener geworden und auch dankbarer. Wenn du mal das Gefühl von Durst, Hunger oder Hitze oder Kälte erlebt hast, sind solche Probleme einfach nicht nachvollziehbar. Für uns ist diese Erfahrung prägend, den wir wiesen das Armut und Hunger für viele Menschen Alltag ist leider und das weil andere im Überfluss leben. Wir haben beide über zehn Kilo verloren in diesen dreieinhalb Monaten, gegessen was ging in den wanderfreien Tagen.

In Planung 😎

Wir möchten diesen Weg CDT irgendwann durchlaufen, also wieder von México bis Kanada, einfach weil wir es können. Wir haben einfach einen Knall das steht fest, ist eben einfach in unseren Köpfen dieses von durchwandern.

Einen herzlichen Dank an all die netten Personen denen wir begegnet sind oder die uns in irgend einer Weise unterstützt haben. Wir werden den Trans Swiss Trail in nächster Zukunft erkunden Andy und Annerös

CDT 26 18. – 24. Juli Lander – Dubois

Wir gingen noch frühstücken, denn wir rechnen mit sechs bis sieben Tage wandern bis zum Hwy 287

Gesundes Essen für 7 Tage

Also haben wir für jeden Tag einen Sack Chips dabei und Unmengen von Haferflocken Riegel. Wir werden auf dieser Strecke nicht kochen, so war das Essen relativ leicht für diese Strecke. Am ersten Tag waren wir schon um 10 Uhr auf dem Weg. Den ganz Tag traffen wir mehrere andere Hiker an.

Der Schweizer „Tigerduck“ war auch auf dieser Strecke „Wind River Mountain“ unterwegs. Wir machten um acht Uhr Feierabend mit laufen, da hier Grizzlybärengebiet war. Wir nahmen es sehr genau mit den Grizzlys und wir waren sehr vorsichtig. Alles Essen und Zahnpasta in die Bärensäcke. Am Abend hängten wir die Säcke in einen Baum , der sicher 30 Meter vom Zelt weg war. Gegessen hatten wir immer mindestens 5 Kilometer vor dem Zeltplatz, dass wir auch nicht mehr nach essen rochen. Beide hatten wir einen Bärenspray, den wir immer und überall mitnehmen. Klingt jetzt vielleicht ein wenig übertrieben aber meistens triffst du auf Tiere, wenn du überhaupt nicht damit rechnest.

Der zweite Tag, begangen wir voll motiviert. Zuerst einen 600 Höhemeter Aufstieg. Den hatten wir in Rekordzeit geschafft. Danach folgte ein Abstieg, wir stiegen über die ersten Baumstämme nach unten. Ein Hiker, der uns am Morgen früh überholt hatte rufte uns zu „Willkommen zur Party“. Der ganze Hang war übersäht mit Baumstämme die kreuz und quer lagen. Den Weg sah man gar nicht mehr. Unten angekommen hätte man die alternativ Strecke nehmen können, was wir natürlich nicht machten.

Erste Fehlentscheidung an diesem Tag, aber leider nicht die Letzte. Zuerst war es vier Kilometer gar nicht so schlimm. Danach kletterten wir über unter Baumstämmen durch, legten grad mal 2 Kilometer zurück in zwei Stunden. Dann die zweite Fehlentscheidung, wir beschlossen ins Tal abzusteigen, aber der Wald sah nicht besser aus. Also ging’s wieder rauf (3 Felhenscheidung) und nochmals probiert wir auf dem Weg zu bleiben. Andy fällt zweimal runter von einem Stamm. Beim zweiten mal blieb er sitzen.

Rote Linie CDT blaue Linie Alternative

Ich wartete bis er sich beruhigt hatte, mir reichte es mit diesem Weg. Wir hatten beschlossen jetzt endgültig ins Tal runterzusteigen.

Als wir etwa nach zwei Stunden eine Strasse gefunden hatten, waren wir fast wieder auf der Höhe vom Morgen. Das Tal verlief zurück leider in die falsche Richtung. (Navigiert hatten wir mit dem Notfall Sender). Bei der Loge wären wir eigentlich nach 30 Kilometer CDT Weg so um zwei Uhr sein sollen.

Big Sandy Loge

Das Tal hat uns gleich mal 10 Kilometer zurück gebracht auf der Strecke. Wir liefen bis um sechs Uhr abends auf der Strasse. Dann machte die Strasse einen Bogen Bergaufwärts. Wir waren fix und fertig nochmals Hang rauf. „Nein! Nicht mit uns!“ ( wenn man sich die Zeit genommen hätte, hätte man gesehen, dass der Weg auch wieder einen nächsten Bogen macht richtig Loge) Also entschieden wir wieder in einem Tal runterzusteigen um auf die Strasse zu kommen die direkt zur Loge ging. Das war die vierte und die dümmste Fehlentscheidung dieses Tages. Also auch hier über zwei Stunden durch Gestrüpp, umgefallen Bäume, durch Wasser gekämpft von den Mücken geplagt werden.

Tag 3

Aber retour, das kam nicht in Frage, wir waren richtig verbissen irgendwann musste die Strasse ja kommen. Andy stieg auf einen Baumstamm um das Flüsschen zu queren und ich ging gleich hinterher. Er hatte den Stamm mit seinem Gewicht runtergedrückt so war er stabil bis er auf der anderen Seite absprang und der Stamm ausschwang. Ich nahm dann ein Vollbad im Flüsschen, ich sammelte mein Material zusammen und stieg aus dem Wasser. Wir verloren kein Wort darüber wir machten einfach weiter. Unten angekommen waren wir wieder 8 Kilometer zurück in der Strecke aber sicher nicht auf der Strasse. Jetzt reichte es uns endgültig wir liefen quer über Privat Gelände über Zäune über Tore nur noch Richtung Strasse. Um neun Uhr Abends waren wir 22 Kilometer Entfernung von der Loge auf der Strasse. ( 48 Kilometer Gelaufen und 20 Kilometer CDT Weg gutgemacht) Wenn es an diesem Tag eine Idiotentrophy gegeben hätte wir hätten sie locker gewonnen.

Tag4

Am nächsten Morgen mussten wir noch diese 22 Kilometer bis zur Loge hoch laufen. Ein kleines Stück konnten wir hinten auf einem Pickups mitfahren. Wir gingen gleich rein in die Loge, ich fragte ob wir etwas essen konnten. Er holte gleich zwei Teller wir dürften uns beim Pufe bedienen. Das war einfach super nett, die Feriengäste hatten nicht alles gegessen. Wir assen alles auf feinen Käsekuchen mit Natürjogurt Kaffee, Orangensaft richtig lecker. Wir haben noch mit zwei Frauen geredet, das wir erst gegen 10 losgezogen sind.

Donnerstag und Freitag waren sowas von schön in dieser Wind River Mountain. Der erste Tag unglaubliche 1800 Höhenmeter in 38 Kilometer, ein Höhepunkt folgte dem anderen. Alles blühte und überall Bächlein, Seen und auf den Gipfel noch Schnee.

Indien Paintbrush

Die Zeltplätze waren bombastisch, einmal bei einem See auf dem Sandstrand und das andere mal auf einem Stein. Wir sassen am Abend noch am See und schauten den Fischen zu. Bei Sonnenuntergang sprangen sie noch aus dem Wasser, sowas siehst du nicht überall. In dieser Strecke trafen wir Tigerduck an, er hatte auch die rote Strecke begangen. (mit dem Sturmholz Jahr 2020)

Er hatte sich auf dem Weg oben bis um neun Uhr abends durchgekämpft. Wir gaben im einen Sack Chips da er etwas knapp essen dabei hatte.

Die nächsten zwei Tage war laufen über eingezäuntes Wiesental oder Ebenen. Überall wieder mal Kuhherden und sogar einen Cowboy mit Pferd beim Treiben von Kühen haben wir gesehen. Auf dieser Strecke von sieben Tagen wandern, sind wir richtig gefordert oder fast überfordert worden.

Wechselhaftes Wetter

Wir merkten das wir zuwenig gegessen hatten, Andy hatte teilweise richtig schlechte Laune. Ich redete einfach nicht mehr so eskalierte es nicht, wir müssen ja einfach auskommen miteinander. Ein Zelt ein Wasserfilter und vieles mehr das wir miteinander nutzen so einfach ist das. Als wir am Sonntag den Hwy erreicht hatten war alles wieder heiter Sonnenschein. Wir stellten den Rucksack ab und machten Autostop, keine fünf Minuten und wir sassen hinten auf einem Pickup.

Dubois

Im Dubois sind wir gleich zum Essen gegangen, das war sowas von genial gut. Wir assen viel zuviel aufs mal, aber wir müssen, denn wir verlieren beide zuviel Gewicht in einer Woche. Also assen wir immer möglichst viel, was eher ein Stopfen war als ein Geniessen in den wanderfreien Tagen. Man sagt das ein Durchwanderer bis zu 5000 Kalorien verbraucht an einem Wandertag, ist schon ordentlich viel.

CDT 25, 14. – 17. Juli, Rawlins – Lander

Rawlins verliessen wir morgens um zehn. Zuerst mussten wir wieder Asphalt laufen für etwa 5 Kilometer. Danach verlief der Weg über Farmland, ziemlich flach parallel dem Highway entlang. Die Sonne brannte brutal vom Himmel. Als wir endlich Schatten unter Bäumen fanden, machten wir eine längere Pause. Swiss Monkey kam auch noch dazu und so schwatzen wir recht lange. Der Nachmittag war dann nicht mehr so gemütlich, wir wanderten über eine riesige Fläche und dann legte das übliche Nachmittagsgewitter los.

Das ging die nächsten drei Wandertage so weiter. Diese weiten, öden Flächen und du als Wanderer mitten drin. Da denkst du manchmal, ob bei dir noch alles stimmt. Andy meinte „einen Knall muss man haben für den CDT“. Die Landschaft ist einfach nur baumlose Weite und Leere, wunderschön und wild.

Sehr anders als in der Schweiz. Wir standen immer vor der Sonne auf und hatten bis um ein Uhr dreissig Kilometer zurückgelegt. Nach drei Uhr wurde es ungemütlich auf diesen riesigen Flächen. Zuerst wird’s brutal heiss und dann wird’s nass und windig.

Die Blitze hatten wir zum Glück immer in der Entfernung gesehen. Das Wasser mussten wir auch auf dieser Strecke meistens mit den Kühen teilen.

Puss-in boots

Der Hiker „Puss-in boots“ oder Yoni überholte uns und gab und die Info, dass das einzige Wasserdepot gestern nur noch 15 Liter gehabt hätte. Das war uns Motivation genug und wir gaben Vollgas für die nächsten 20 Kilometer. Andy hatte schon Bauchweh vom Wasser und sauberes Wasser war uns sehr wichtig. Am Wasserdepot angekommen nahm jeder nur einen Liter, es war leider fast leer.

Wassercache von Privaten

So liefen wir weitere 16 Kilometer bis zur nächsten Quelle, die sauberes Wasser hatte. Unglaublich 46 Kilometer für gutes Wasser! Auf diesem Weg wird dir sehr bewusst wie wichtig Wasser ist.

Endlich genügend Wasser nach 48 km

Am Sonntag standen wir schon um vier Uhr in der Früh auf, weil in 31 Kilometer gab’s nicht Wasser sondern Dr. Pepper, sowas ähnliches wie Pepsi (koffeinhaltig, dunkel, süss) nur viel mehr Kalorien, Zuckerschock garantiert.

Wir kamen vor zwölf im kleinen, ehemaligen Bergwerkdorf Atlantic City an und gingen gleich ins Restaurant. Jeder von uns trank fast zwei Liter Dr. Pepper und ass ein riesiges Menu. Danach waren wir wieder voll motiviert.

Nur leider bekamen wir in dieser Ortschaft (weil das Bergwerk geschlossen ist, ist es fast ausgestorben, gilt als Ghost-Town), keinen Bärenspray, der für die Grizzlys nötig wäre. Dafür alles an Waffen, um alles zu erlegen, einfach gegen Geld, in einer Garage mit Munition ohne Ende.

Wir wollten zum Highway laufen. Ein anderer Hiker, der an uns klebte seit Ende Colorado, wollte unbedingt, dass ich im Restaurant nach einer Mitfahrgelegenheit frage.

Atlantic City

Ich gab nach und ging mit ihm ins Restaurant. Doch als ich mit einem Paar etwas Smalltalk machte, ging’s ihm zu langsam. Wir mögen das überhaupt nicht, diese rüde, fordernde Art von ihm. Ich wünschte dem Paar einen schönen Tag und sagte, wir würden uns jetzt auf den Weg machen. Ich ging raus zu Andy und sagte: „Lass uns zum Highway gehen.“ Wir liefen schnell, diesmal nicht für Wasser, sondern um diesen nervigen Hiker los zu werden.

Fahrt nach Lander im Pick-up

Kurz vor dem Highway kam uns das Paar vom Restaurant mit dem Auto entgegen. Sie sind eine Schlaufe gefahren, um uns mitzunehmen. Sie waren auch genervt vom anderen Hiker, sodass sie einfach an ihm vorbeigefahren sind. Wir hatten ihn ja ein ordentliches Stück hinter uns gelassen. Ich sagte zu Andy auf der Fahrt: „Super für uns, vielleicht lässt er uns endlich in Ruhe.“

Wir brauchen wirklich die Zeit für uns, um alles zu erledigen und zu planen. Was wir gar nicht brauchen, ist jemanden, der alles besser weiss. Zu zweit sind wir ein eingespieltes Team und bis jetzt klappt ja alles nicht schlecht.

Wir sind auf dem CDT bei 2770 km von rund 5000 km. Planmässig sollten wir zwischen 12. bis 15. September in Kanada 🇨🇦 ankommen.

CDT 24, 10. – 13. Juli, Riverside -Rawlins

Der Sonntagnachmittag war nochmals anstrengend, erst mal ein Anstieg, danach liefen wir über eine Hochebene auf Forststrassen. Gegen Abend zogen Wolken auf und wir liefen möglichst schnell aus dem Wald, der wieder voll herumliegender geschwächter Bäumen war. Im Wald zu Zelten war unmöglich, da lagen Stämme kreuz und quer und der Wind war uns auch zu heftig.

Wir zelteten dann ausserhalb des Waldes auf einer Wiese, es regnete und stürmte bis in die Nacht.

Die nächsten zwei Tage wanderten wir auf Schotterstrassen und ein kleines Stück entlang dem Hwy 70 auf Asphalt, meistens flach, super für uns.

Diese Gegend nennen die Leute die rote Wüste (Great Divide Basin) und ist sehr trocken. Am zweiten Tag hatten wir an zwei Stellen noch Wasser gefunden, für eine Strecke von 60 km. Die erste Wasserstelle war ein kleines Bächlein gleich neben dem Hwy 70 und die zweite eine Quelle.

Am dritten Tag war’s grässlich: Die erste Wasserstelle war bei einer Brücke, fast stehendes Wasser. Wir kochten das Wasser und filterten es und mit viel Swissmilk ging’s. Flusskrebse hätten wir gleich aus dem Bächlein nehmen können, machten wir aber nicht.

Die Gegend war sehr trocken, heiss und still. Wir sahen einige Antilopen, Deers, Hirsche und am in der Nacht und am frühen Morgen hörten wir Kojoten, ansonsten war es absolute Stille. Im Tal (Red Rim) hatte es auch Kühe, aber nicht so viele. Das nächste Wasser kam dann in 16 km, ein Wasserloch für Kühe.

Wir brauchten doch ziemlich Überwindung, um je einen halben Liter zu trinken. Das war aber nötig, denn wir schwitzen bei diesen Temperaturen doch sehr. Wir hofften dann auf das nächste Wasserloch, dass in neun Kilometer kommen sollte.

Also liefen wir weiter, es wurde immer mehr Wüstenrot fast wie in Australien. Die Piste schlängelte sich in Bögen auf und ab bis zum Horizont, tolle karge Landschaft, sehr beeindruckend. Gegen vier am Nachmittag brauste das zweite Auto an an diesem Tag und ich winkte. Die Lenkerin hielt an und ich fragte sie nach Wasser, doch sie hatte keines dabei. Es war ihr gar nicht recht. Ich sagte: „Macht nichts!“, wir würden beim nächsten Wasserloch nehmen. Sie fuhr davon wie eine Wilde.

Wir wanderten weiter und ich sagte zu Andy: „Jede Wette, sie kommt zurück und bringt uns Wasser“, er lacht nur, doch ich war mir sicher. Als wir bei der Wasserstelle ankamen, reichte uns nur der Gedanke ans Trinken, dass uns übel wurde. Am Horizont sahen wir eine Staubwolke in unsere Richtung kommen. Andy staunte nicht schlecht, wer da angerauscht kam, unser Engel Sue!

Ich lachte nur, war mich ja sicher gewesen, dass sie zurück käme. Sie fragte uns, ob wir bei ihnen in einer Cabin übernachten wollten, sie hätte eine warme Dusche und ein warmes Essen und könnte uns morgen hierher zurückbringen. Oder ob wir einfach Wasser und ein Soda möchten und weitergehen möchten. Ich hätte sie am liebsten gleich in die Arme genommen, dieses Angebot kam genau im richtigen Moment.

Wir verbrachten mit ihr und ihrem Mann einen sehr netten Abend. Einfach sehr toll, solche Begegnungen, die zwei haben ein richtig schönes Plätzchen im Nirgendwo.

Einen typisch amerikanischer Riesen-Camper, zwei Pick-ups, natürlich auch riesig, und sonst noch vieles mit Motoren. Und die Cabins waren sehr toll. Zum Znacht gab es ein leckeres Gulasch mit Wein, vorher noch Apéro mit Käse, Chips, Äpfel und Soda… unglaublich nette liebenswerte Menschen.

Rosa, Sue und Merv

Am nächsten Morgen machten die zwei uns noch Frühstück und fuhren uns danach zurück zum Trail. Zum Abschied eine Umarmung, es schmerzt immer ein wenig solche Abschiede. Aber wer weiss, vielleicht kommen sie mal in die Schweiz. Wir haben ja auch Platz und dann werden wir sie bekochen und fahren. Nur wir haben ein kleines Auto, ein Ford Ka.

Wir zogen los, wollten eigentlich den CDT laufen bis Rawlins, aber der Weg verlor sich im Busch. So ging’s zum Hwy 71 und wir liefen wiedermal Asphalt, was für meinen Fuss nicht gut war. Irgendwann nahm uns eine Frau mit bis in die Stadt und ich war so froh. Der Fuss hatte sich in den letzten Tagen so gut angefühlt. Beim Gehen musste ich keine Schmerzmittel mehr nehmen.

In der Stadt hatten wir schon bald Routine: Essen, Motel suchen, Laundry, Essen besorgen, essen gehen. Macht aber immer noch Spass dieses Hiker-Leben, super Sache!

CDT 23, 7. – 10. Juli, Steamboat Springs – Riverside (Wyoming)

7 Juli:
Früh morgens hatte ich in der Lobby Kaffee geholt, um im Zimmer zu frühstücken. Danach sind wir noch auf die Post gegangen, um die warmen Kleider nach Hause zu schicken. An Kleidern haben wir nur noch 13 Sachen dabei:

Regenjacke, Poncho, Regenhose, Daunenjacke, kurze Hosen, lange Hosen, Hemd, Shirt, 2 Paar Socken, Mütze, Handschuhe, Tächlikappe

Auf die langen Hosen verzichten die meisten Langstreckenwanderer und auch der Poncho ist natürlich Luxus. Aber jeder so, wie es für ihn gut ist. Wenn wir dann in Montana ankommen – hoffentlich – werden wir uns dort wieder Kleider besorgen für die Kälte.

Mit dem Bus waren wir bis zur Endstation gefahren, um von dort mit Autostopp zum Pass zu trampen. Swiss Monkey war mit seiner Zeltbekanntschaft im Auto unterwegs und sah uns am Strassenrand. Wir konnten mit ihnen den Pass hoch fahren. Den ersten Tag wanderten wir zusammen mit Swiss Monkey und stellten unser Zelt an dem Grat.

Andy und ich genossen den wunderbarem Sonnenuntergang im Zelt liegend und ohne Mücken. Swiss Monkeys Zelt stand mit bester Baumsicht. Er hätte einfach sein Zelt drehen und die Abendsonne geniessen können. Wir lachten, er machte das doch nicht grad zum ersten Mal.

8. & 9. Juli:
Die nächsten zwei Tage wanderten wir durch kahle Ex-Wälder, teils Waldbrandgebiet, teils vom Borkenkäfer befallen. Soweit wir sahen nur Tannenstämme, stehende und liegende, bis zur Grenze Colorado-Wyoming. Es war erschreckend dieses Ausmass an kranken Tannen zu sehen. Am Boden war zum Glück alles grün, teilweise Birkenwald.

Wir liefen möglichst durch bis zur Grenze, irgendwann möchtest du einfach mit Wyoming anfangen und etwas Neues erleben. In Wyoming hat’s sehr viele Nationalparks, unter anderem den weltweit ersten Nationalpark (Yellowstone) und den ersten National Forest (Shoshone). 

Die Temperaturen waren jedenfalls schon höher. Tagsüber schwitzten wir ziemlich und nachts war’s angenehm warm. Aber die Mücken waren richtig nervig, überall wo es sumpfig war, hatte es zu viele Mücken.

Super cool fanden wir unser Grenze-Erlebnis im Wald. Dieser CDT verlangte ja von uns bis jetzt einiges ab an Durchhalten, Geduld und vor allem mussten wir lernen, etwas mehr Ernsthaftigkeit in die Sache zu legen.

Grenze Colorado – Wyoming

10. Juli:
Der dritte Tag verlief wieder durch superschönes Waldgebiet mit grossen Wiesen oder Sumpfflächen. Wir standen früh auf und zogen durch bis zum Hwy 70. Dort übten wir uns wieder in Geduld. Sonntagmorgen, 9 Uhr = Null Verkehr, wir warteten zwei Stunden auf eine Mitfahrgelegenheit. Ein Hiker wurde dann von seiner Mutter abgeholt und winkte uns heran.

Wir waren superhappy, endlich in das kleine Dörfchen Riverside zu kommen. Dort wollten wir eigentlich fein und viel essen gehen. Wir gingen also gleich in das einzige Restaurant, das eher eine Bar war, eine richtige Wildwestbar, cool.

Die Besitzer waren voll im Stress, weil eine Biker-Gruppe mit ihren fetten Harleys angekommen war. Die Einheimischen wollten auch bedient werden, und natürlich Hiker und wir zwei. Wir setzen uns an die Bar, warteten und beobachteten. Ein Hiker wollte das Wifi-Passwort und ein Glas Wasser, umsonst natürlich. Für ihn hatte die Besitzerin die passende Antwort. Aus dem Grund warteten wir einfach geduldig bis sie uns bediente. Ein anderer Hiker wollte bestellen, dem wurde dann gesagt, was es noch gibt: Burger mit Chips. Er: „Nicht mit Pommes?“ Sie: „Nein! Pommes hat es keine mehr, mit Chips oder lass es!“

Wir nahmen den Burger mit Pepsi und einen Whisky auf den Abschluss der Colorado-Strecke. Musste sein, in diesem coolen Western-Salon einen Whisky zu trinken. Hier gibt’s ja viel „Refill“, dass sie dir das leere Glas Kaffee oder Pepsi einfach nachfüllen (du bezahlst nur das erste Getränk und die Bedienung füllt immer wieder auf). „Refill?“ fragte ich die Dame und hielt das leere Whisky 🥃 Glas über die Theke. Andy: „Nein Rosa, spinnst du!“, ich lachte und die Dame musste dann auch lachen.

Wir bezahlten und gingen auf der gegenüberliegenden Strassenseite einkaufen für die nächsten vier Tage. Der Laden sah sicher vor 50 Jahren schon gleich aus, die Auswahl an Lebensmittel war begrenzt. Wir nahmen einfach was es gab: Reis, Tortilla, Senf, Käse und alles Mögliche an Schokoriegeln, Chips und vier Bananen.

Vor dem Laden verstauten wir die Lebensmittel im Rucksack, setzen uns auf eine Bank und genossen eine grosse Packung Eiscreme bevor’s mit Autostopp wieder zurück auf den Bottle-Pass ging, um weiterzuwandern.

CDT 22, 3. – 6. Juli, Grand Lake – Steamboat Springs

Grand Lake

3. Juli:
In der Lodge konnten wir umsonst Kaffee nehmen, so viel wir wollten. Hier in Grand Lake war alles sehr teuer, also hatten wir in der Lodge gefrühstückt. Kochen hätte man auch können.

Am Morgen gingen wir erst einkaufen für drei Tage und fürs Frühstück. Danach gingen wir mit „Swiss Monkey“ zurück auf den Weg, weiter durch Waldbrandgebiet bis zum Rocky Mountain Nationalpark-Informationszentrum. Ich ging rein, um zu fragen welche Trails möglich waren zu laufen und welche geschlossen waren. Der Ranger nahm gleich eine Karte für den CDT-Trail zur Hand, man könne in den Nationalpark hinein laufen und auf dem gleichen Weg wieder zurück. Die Alternative war ganz geschlossen, er sagte, wir sollten es gleich bleiben lassen, denn die Rangers würden uns rausbegleiten, wenn sie uns auf dem Weg erwischen. Also mussten wir zum Hwy 34, um fünf Kilometer zu laufen, wo der Trail wieder aus dem Park kam.

Rocky Mountain Nationalpark

Ein kleines Stück nahm uns dann noch eine junge Frau mit. Wir bekamen noch Bier, wieso auch immer Bier, denn Soda wäre besser für uns. Also erst mussten wir das Bier trinken und dann ging’s weiter auf dem CDT-Trail.

Zuerst sahen wir gleich neben dem Trail einen Elch, aber es kam noch besser. Plötzlich stand mitten auf dem Weg vor uns ein mächtiger Elk, er sah uns und ging ganz gemächlich seines Weges. So ein schönes Tier von so nahe zu bestaunen war einfach wunderschön.

Elk aus der Familie Hirsch

Danach wanderten wir weiter über den Bowen-Pass und es zog ein Gewitter auf. Nicht so schlimm fand ich, aber „Swiss Monkey“ hatte weniger Freude. Er hatte ja auch keinen Poncho wie wir, er stellte sich unter einen Baum und wir warteten auch. Irgendwann gaben wir auf und liefen zusammen weiter, der Regen hörte erst auf als wir das Zelt stellten.

4. Juli:
Am nächsten Morgen starteten wir wie immer früh. „Swiss Monkey“ schlief noch, als wir loszogen. Er holte uns locker ein, als wir uns mit dem Frühstück beschäftigten. Er war viel schneller als wir, an diesem Tag war es aber auch streng, viele Höhenmeter.

Auf 3748 Meter Höhe

Auf dem Gipfel (3748 m) war es ungemütlich, die Gewitterwolken im Rücken stressten uns ein wenig. Oben angekommen sind wir darum gleich wieder hinunter gehastet, da wir dachten, es würde richtig heftig werden.

Dieses Coloradowetter ist spektakulär, von Gewitter wieder zu Sonnenschein, super. Wir liefen bis um acht Uhr Abends, leider meistens weiterhin durch verkohltes Waldbrandgebiet.

Dafür war der Zeltplatz sehr schön, zusammen mit anderen Hikern zelteten wir oben auf einer Fläche mit Abendsonne.

Waldbrand vom 2020

5. Juli:
Der nächste Tag war angenehmes Wandern, es wurde immer flacher, meistens sogar leicht abfallend. Die letzten 20 Kilometer waren auf einer Forststrasse entspanntes Wandern, wir kamen gut voran. Als ich aufs WC ging, schnappte sich Andy meinen Rucksack und lief weiter. So ein Spinner, er dachte, er wäre Superman.

Durch einige Rinderfarmen bis zum Hwy 14 gewandert. Das Wetter wurde dann zum Abend hin wieder sehr wild, der Himmel bedrohlich und düster.

Wir konnten das Zelt, hinter einer CDT-Infotafel gleich bei der Strasse, nur zu zweit aufstellen. Es windete so heftig, dass ich das Zelt festhielt bis Andy die Heringe mit Steinen beschwerte. Auf meinem Handy kam eine Wetterwarnung, ein schriller Ton warnt uns, wenn’s wirklich aussergewöhnlich kam. Also das hatten wir auch gemerkt! Wäre schön, wenn die App uns etwas früher informieren würde. Das Wetter beruhigte sich dann so schnell wie es gekommen war.

Am nächsten Morgen

6. Juli:
Mittwochmorgen standen wir erst um sechs auf. Diese Morgenstimmung hier in Colorado sind schon beeindruckend. Eigentlich wollten wir nicht dieser Hwy-Strasse entlang laufen, es waren 15 Kilometer Asphalt bis zur Abzweigung. Aber es hielt kein Auto an, um uns mitzunehmen, also liefen wir.

Kilometerlange Asphalt laufen mit dem Gewicht auf dem Rücken, wenn Trucks vorbeidonnern, grässlich. Und die Füsse schmerzten. Andy hatte richtig schlechte Laune, obwohl die Landschaft ziemlich schön war. Seine Stimmung wurde nicht besser, als wir bei der Abzweigung waren. Zwei junge Hiker standen schon da, um Autostopp zu machen bei der Ausweichstelle.

Wir ärgerten uns, weil so wie sie es machten, würde es ewig dauern. Die junge Frau gab alles, mit dem Po wackeln und Bein zeigen, richtig aufreizend. Daneben der Hiker, der mit einem Banner winkte, vielleicht ein bisschen zu viel des Guten. Normalerweise warten wir bis die, die vor uns am Autostopp machen sind, erfolgreich sind. Zu viert wäre’s schwer, als Paar ist es leichter. Aber hier hatten wir keine Lust zu warten, wir stellten uns an die Kreuzung Richtung Steamboat Springs. Es dauerte nicht lange und eine Frau liess uns einsteigen. Sie sagte, eigentlich nehme sie nie Anhalter mit, aber wir hätten für sie seriös und sicher ausgesehen. Wir mussten ziemlich lachen darüber, wahrscheinlich hatte sie eher Mitleid mit uns beiden alten Hiker.

Im Ort Steamboat Springs gingen wir erst essen und dann in ein schönes Motel. Der Tag war so schnell vorbei. Mit dem Gratisbus gingen wir einkaufen für die nächste Etappe. Ich kaufte noch neue Hosen für mich, da mir die alten Hosen nicht mehr hielten. Ich musste sie immer mit dem Rucksackgurt zuschnüren, weil sie einfach zu gross waren und auch zu warm.

Am Abend traf ich noch ein uns bekannter Hiker. Er hatte im selben Motel gebucht, drum gingen wir zu Andy aufs Zimmer und redeten viel zu lange, es wurde zwölf bis wir dann alles erledigt hatten. Wir werden ihn auf diesem Trail leider nicht mehr sehen, er geht vom Trail.

CDT 21, 30. Juni – 2. Juli, Winter Park – Grand Lake

Wir hatten keinen Stress an diesem Morgen, erst im Hostel einen Kaffee trinken. Der Kaffee ist gratis, plus Riegel einfach zum nehmen, super lieb vom Besitzer. Wir telefonierten noch in die Schweiz, ist auch schön wieder mal Schweizerdeutsch zu plaudern. Danach gingen wir noch Frühstücken. Irgendwie hatten wir keine Eile auf den Weg zu kommen. Wir stellten uns an die Passstrasse und ein sehr nettes älteres Ehepaar fuhr uns hoch.

Sie wünschten uns viel Glück und ‚dass Gott mit uns sei‘. Die Frau lachte und meinte, das bräuchten wir heute. Wie recht sie hatte, schon beim Aufstieg auf den Mount Flora (4001 m) zogen wir unsere Regenhosen und Ponchos an.

Mount Flora 4001 müM

Es war nass, kalt, neblig und heftig windig. So heftig, dass wir nicht wirklich Spass hatten. Das stürmische Wetter dauerte an bis wir vom Gipfel gestiegen waren. Der Trail ging über ein Steinfeld in Schlaufen hinunter zur Baumgrenze. Unten im Wald machten wir uns warme Swiss Milk und es hatte aufgehört zu regnen.

Als wir aufbrachen kam „Swiss Monkey“, ein Schweizer aus Obwalden.

Unsichtbar
Andy und Swiss Monkey

Wir liefen los und natürlich, der Regen fing auch wieder an. Aber am Abend konnten wir bei Sonnenschein essen, was sehr gemütlich war.

Kletteräffchen Swiss Monkey

Swiss Monkey war noch weiter gegangen, wir gingen’s langsamer an. Ich lief mit Schmerzmitteln und der Fuss schmerzte mal unten, mal oben. Wir meinten, so lange es nicht immer dieselbe Stelle ist, geht’s.

31. Juli:
Am nächsten Tag stand der letzte Gipfel über 4000 Meter an. Der Aufstieg war bei Sonnenschein, genial. Andy wartete vor dem letzten Stück Weg zum Gipfel auf mich, sodass wir gemeinsam den Gipfel, James Peak (4056 m) erreichten.

Der letzte 4000er Gipfel

Super dankbar und glücklich waren wir, es geschafft zu haben. Es wird weiterhin Höhenmeter geben, aber nicht mehr in diese Höhegrade von über 4000 m.ü.M.

  1. Juli:
    Am nächsten Tag ging’s weiter zu den drei Seen: Monarch Lake, Lake Granby und Grand Lake. Der Wald um die ganzen Seen war in einem katastrophalen Zustand, über mehrere Hügel hinweg. Waldbrände im 2020 und der Borkenkäfer hatten hier gewütet.

Frühmorgens kamen wir an eine Parkplatz mitten im Wald, da war eine ganze Gruppe Elche: drei Jungtiere und zwei Alte. Wir mussten warten, bis sie den Weg freigaben, natürlich hat Andy wieder gefilmt.

Erst als ein erwachsener Elch um die Abschrankung kam ging Andy auf dieselbe. Ich denke manchmal, ich sollte ihn filmen. Es ist meistens sehr lustig solche Aktionen aus sicherer Distanz zu beobachten. Danach stiegen wir zum ersten See, dem Monarch Lake, ab.

Es hatte extrem viele Leute und ein netter Herr, der hier die Leute begrüsste, um ihnen die nötigen Informationen zu geben, wo welche Wege sind und wie man sich bei Tiersichtung richtig verhält. Dies entsprach nicht ganz dem, wie es Andy machte.

Wir bekamen spontan ein Bier zum Frühstück plus Energieriegel. War eine grauenhafte Kombination, aber uns egal, es waren auch zusätzliche Kalorien.

Morgen um neun auf dem CDT

Der Grand Lake war nicht unser Ding. Oben hatte es Wald in krankem Zustand (Borkenkäfer und/oder Waldbrände), unten der See mit allerlei Spielzeugen wie Boote und Jet-Skis und so weiter! Viel zu viel Lärm, vor allem Musik und Motorenlärm. Sind einfach extrem die Amis, es genügt ihnen nicht mit Vollgas über den See zu brettern, nein, die Musikanlage hatte genau so viel Leistung wie die Bootsmotoren, und das bei einigen Personen.

Die Ortschaft Grand Lake liegt am gleichnamigen See Grand Lake, eine tolle Stadt im Western-Stil. Wir übernachteten in der Shadowcliff Mountain-Lodge, sie liegt über dem Grand Lake am Hang, der Blick auf den See ist sehr schön. Auf die andere Seite (hinten) war vom Waldbrand (im 2020) alles schwarz und verkohlt, nicht schön.

Am Empfang trafen wir nochmals den Schweizer Hiker „Swiss Monkey“. Er wollte eigentlich auf den Weg zurück, da ihm das letzte Zimmer zu teuer war. Wir bezogen es dann zu dritt und gingen dann zum Essen mit ihm.