CDT 2025 28.April – 2.Mai Lordsburg bis Silver City

253 km oder 157 Meilen – Hitze und Wasser

Am Montag müssen wir das Zimmer erst um zwölf Uhr räumen, so haben wir genügend Zeit alles zu erledigen.
Andy geht einkaufen und ich bleibe mit Leeroy im Zimmer, so kann oder sollte er sich erholen.


Ich repariere die Schuhe von Leeroy mit einem Klebeband und wickle gleich noch davon um den Stock (als Ersatz). Das wird er sicherlich noch brauchen.
Dann leime ich die Sohlen meiner Schuhe wieder mit Sekundenkleber fest. Die Zeit vergeht so schnell mit allem neu ordnen und einräumen. Leeroy meint das ist sein Zimmer und so verteidigt er es erfolgreich gegen die Reinigungsfrau. Er macht schon Eindruck, also kommt sie später wieder. Den Nachmittag verbringen wir in der Lobby und reden mit den anderen Hikern.

Um vier gehen wir los. Zuerst ca. 5 km dem Duncan Hwy 70 entlang und danach über riesengrosse Flächen Weideland. Uns ist es ein Rätsel wie hier die Tiere etwas zu fressen finden.

Es ist hart zu sehen: Kühe verenden hier und der Kadaver bleibt liegen. Überall zeugen Knochen von dem Leid.

Wir wollen hier nicht zelten, also laufen wir in die Nacht hinein bis ausserhalb der Weide.

100 Meilen sind geschafft


Am Dienstag geht es über hügeliges Farmland, auch hier hat es überall Kühe mit Kälbern. Wasser nehmen wir aus der Kuhtränke. Andy steigt auf den Tank hoch für nichts, denn unten hat es einen Schwimmer den man runterdrückt und es fliesst gutes Wasser nach.

Wir füllen alle Flaschen auf (5 Liter). Das nächste Wasser ist ein Wasserdepot von Trailangel (Leute die uns Hikern auf dem Trail helfen).

Wir wandern bis um Elf, dann legen wir uns unter einen Baum und warten bis die Hitze nachlässt. Danach wandern wir weiter über Hügel bis zum Wasser.
Alles wieder auffüllen, inklusive einem Bier oder zwei.

Am Joint könnte man auch noch ziehen, das lehnen wir aber dankend ab. Das ist hier ganz normal. Wenn du auf andere Hiker triffst ist meistens auch dieser süssliche Duft in der Luft. Jeder so wie er mag. Wir haben noch etwas Strecke zu machen, mit nur faulenzen und reden geht es nicht.

Am Mittwoch gehen wir pünktlich um Sechs los. Es folgt ein Aufstieg von 500 Höhenmetern auf den Bouro Mountain (2450 müM). Am Morgen ist es sehr frisch, aber sobald die Sonne da ist wird es heiss, also beeilen wir uns.
Oben machen wir Frühstück und hängen noch etwas rum. Leeroy schläft immer etwas in den Pausen.
Wenn er müde ist läuft er einfach zum nächsten Schatten und da nützt es nichts mit ihm zu diskutieren, er würde sich nicht mehr bewegen.
Das gleiche ist mit den Schuhen. Wenn er sie braucht legt er sich hin und wir ziehen ihm die Schuhe an. Er ist sehr selbstbewusst unser Hiker Dog.

Vom Berg geht’s im Wald nach unten. Wir wandern den ganzen Tag mit kleineren Pausen und sehen insgesamt zwei Leute, mehr nicht. Wieder müssen wir ein Wasserdepot erreichen, das Einzige für die nächsten 24 km. Wir sind um halb acht dort. Zum Glück hat es noch genügend, denn wenn es keines mehr gehabt hätte, wäre es schwierig geworden. Es ist unglaublich trocken. Im 2022 war es auch trocken, aber diesmal ist es noch extremer, Büsche und Bäume sind braun, da hat es kein Leben mehr drin.

Donnerstags bleiben wir etwas länger liegen, weil es Kojoten im Wald hat die uns doch etwas zu nahe sind. Die verschwinden sobald es hell wird.
Auch heute geht es über hügelige Landschaften mit Wald, wo es immer wieder die Möglichkeit hat eine Pause einzulegen.

Wir müssen noch 29 km laufen bis zum Hwy 180, aber das macht keinen Sinn.

So wären wir am Abend in der Stadt nur um zu schlafen, das können wir auch auf dem Trail. Schlussendlich sind wir 28 km gelaufen, weil in der normalerweise sehr schönen Schlucht, viele Kühe sind, alles zusammengetrampelt ist und überall Hinterlassenschaften liegen.

Es wäre auch gefährlich geworden, denn die Mutterkühe und vor allem der Bulle fanden unseren Hund nicht lässig. Die reagieren immer sehr ängstlich oder angriffig. Die scheinen keine gute Erfahrung gemacht zu haben mit Hunden.

Am Abend können wir das Zelt 1 km vor der Strasse stellen. Ich habe mir leider eine riesige Blase geholt bei dieser Aktion.

Am Freitag schlafen wir bis Sieben, auch hier hat es Kojoten. Den restlichen Weg zum Hwy 180 wollen uns Farmer mitnehmen, aber diesen km schaffen wir jetzt auch noch. Das sind meistens so gute Leute. Wenn du mal auf der Ladefläche bist fahren sie dich überall hin, aber wir haben ja Zeit und sie müssen nicht in die Stadt. Beim Hwy angekommen stellen wir alles hin und machen Autostop. Ich denke mir mit dem Hund wird es dauern, aber bereits das dritte Auto stoppt.
Sie findet Leeroy so toll, das sie uns ins Zentrum von Silver City hinein fährt, obwohl sie in Eile ist. Also Leeroy ist fast schon sowas wie ein Joker sehr, freundlich zu fremden Menschen. Er schleimt sich in jedes Herz und wir werden meistens gar nicht mehr beachtet.

Café in Silver City

Wir gehen in ein Kaffe trinken, essen Frühstück und es hat am Freitagmorgen einfach Leute hier, die Musik machen. Gitarre und Trommel, einfach genial. Wir reden mit den Leuten als ob wir sie schon lange kennen würden. Leeroy wird behandelt als wäre er eine Attraktion. Er würde denn ganzen Tag hier bleiben, aber wir müssen dann mal unser Hotelzimmer beziehen, meine Blase versorgen und essen gehen.
Ich wasche alles und Andy badet Leeroy. Das gehört zu den freien Wandertagen dazu, ansonst hängen wir im Bett und entspannen.
Wir haben beide unglaublich verspannte Waden, es ist sogar schon schmerzhaft ins Badezimmer zu gehen. 🥵

Silver City am Morgen

Hinterlasse einen Kommentar