Pie Town – Grants
Wir machen ein paar Tage Pause. Am Dienstag, den 13. Mai probieren wir mit Autostopp zurück zum Trail zu kommen. Leider ist es schwierig aus Reserve rauszukommen.

Eine Frau fährt Richtung Pie Town, also entscheiden wir uns mit ihr mitzufahren, weil diese Strecke zwischen Reserve und Pie Town ziemlich heikel ist bezüglich Waldbränden und wir nicht sicher sind, ob es mit meinen Füssen überhaupt geht. Das war eine vernünftige Entscheidung, denn es gibt mehrere kleine Brände wie uns unsere Fahrerin erzählt. Ihr Freund ist in den Wäldern unterwegs als Feuerwehrmann. Es sei leider extrem trocken. Das hatten wir im 2022 schon erlebt: Waldbrände oder auch nur der Rauch in der Luft, sind sehr beängstigend, sowas brauchst du nicht. Wir sind schon um 11 Uhr in Pie Town, natürlich will unsere Fahrerin nichts von uns, immerhin war es eine Stunde Fahrzeit.
In Pie Town gehen wir im einzigen kleinen Restaurant oder Bäckerei frühstücken. Es sind sehr herzliche Gastgeber, Leeroy bekommt seine Pancakes mit Butter.



Danach laufen wir zum Toasterhaus, das muss man einfach gesehen haben. Wenn man Lust hat kann man dort sogar übernachten. Wir gehen nur schnell vorbei um es noch einmal gesehen zu haben aber wir wollen heute noch weiter.



Wir laufen den ganzen Nachmittag einfach auf einer Schotterpiste gerade aus, links und rechts sind Farmen aber Kühe sehen wir keine, es ist viel zu trocken.
Diese Strecke ist gut. Wenn es nicht mehr geht mit laufen, dann bekäme man hier eine Mitfahrgelegenheit, denn es sind immer wieder Autos unterwegs. Die Hilfsbereitschaft ist extrem hier in New Mexiko, die Autos halten an und die Leute fragen ob du etwas brauchst, Wasser oder was auch immer.



Wir wandern bis um 7 Uhr am Abend bis zur TLC-Ranche. Dort dürfen wir zelten und es hat Wasser und Früchte. Man gibt etwas Geld in ein Kästchen und gut ist’s. Den ganzen Nachmittag hat es gewindet, man ist nach einem Nachmittag wandern wieder völlig verdreckt vom Staub und Sand. Wir wollen nur noch ins Zelt und schlafen.

Am 14. Mai laufen wir vor Sechs los. Auch heute geht alles gerade aus bis zum Mittag, langweiliges laufen aber streng auf dieser Schotterpiste. Am Ende der Fläche hat es etwas abseits des Weges super gutes Wasser in einem riesen Tank für Kühe. Wir müssen genug mitnehmen, dass es bis zum nächsten Tag reicht, dort sollte es wieder eine Kühtränke haben.

Hier könnte man zum Hwy 117 laufen und dann alles auf diesem bis Grants. 32 Meilen Asphalt, das machen wir nicht. Wir laufen die Alternative und auch hier ist es jetzt nicht wirklich schön. Es ist einfach alles am verdörren, es fehlt überall das Wasser. Wir sehen einen Hiker und sonst niemanden. Die andere Strecke am Hwy entlang wäre kürzer gewesen, aber sicher auch strenger. Wir zelten etwa 8 Kilometer vor dem Hwy. Wir sind sehr entspannt durch den Tag gekommen, so geniessen wir noch etwas die Abendstimmung.

Am 15. Mai ist es gegen den Morgen hin richtig kalt geworden, sogar Leroy möchte noch etwas liegen bleiben, also laufen wir erst gegen Acht los. Beim Hwy angekommen stellen wir alles hin und warten auf eine Mittfahrgelegenheit. Mit Leeroy möchten wir nicht am Hwy entlang laufen, das ist viel zu heiss. Dabei kannst du dir wirklich die Füsse wund laufen, das ist was für die ganz harten.
Als wir uns eigentlich schon damit abgefunden haben das es schwierig wird oder wir vielleicht doch laufen müssen kommt eine Frau von Grants. Sie ist ein Trailangel und fragt ob wir eine Mitfahrgelegenheit brauchen, genial. Leeroy sitzt schnell im Auto, denn er hat auch keine Lust mehr auf Strassen zu laufen.

Das ist so eine nette Frau, sie fährt die Strecke ab um zu schauen ob Hiker Hilfe benötigt. Es ist schon interessant mit ihr zu reden. Das Leben scheint nicht so einfach zu sein, man muss sich immer wieder neu orientieren. Man merkt schon die Auswirkungen von dieser Regierung, manche Rangerstationen sind geschlossen. Hier in Grants hat es gleich drei Gefängnisse, in denen die meisten Bewohner arbeiten.

Wir gehen gleich essen und danach finden wir einen Laden für Hunde, wir hoffen Schuhe für Leeroy zu finden. Die Angestellten geben uns eine Art Verband für die Füsse und Futter, sie wollen aber nicht das wir bezahlen also versuchen wir ein Trinkgeld zu geben.

Wir bekommen wieder ein tolles Zimmer. Dann heisst es duschen, essen und Kleider waschen. Danach gehen wir Pizza essen für 40 Dollar, das beste Essen das wir in den USA bis jetzt hatten. Wir geben gleich mal zehn Dollar Trinkgeld.
Unser Zimmernachbar scheint das ganze Motel zu kennen. Er sitzt vor unserem Fenster und redet den ganzen Abend mit jedem der vorbei läuft. Hier sind die Häuser sehr hellhörig, eigentlich könnten sie auch bei uns im Zimmer sein, das würde keinen grossen Unterschied machen. 🤪