Trailmagic bis zum Abwinken.

Gratnts bis Cuba wäre eigentlich ein sehr anspruchsvoller Abschnitt, aber nicht für uns. Am ersten Tag fahren wir per Autostop bis zum Trail, das Laufen auf dem Aspahlt etwa 6 Meilen lang lassen wir aus. Ein Mexikaner lässt uns hinten auf seinem Pickup mitfahren. Direkt neben uns stand ein sehr lustiges Strassenschild: „Bitte keine Autostoper mitnehmen in dieser Gegend“ (wegen dem Gefängnis an dem die Strasse vorbeigeht.)
Wir gehen alles bergauf Richtung Mount Taylor. Auf der ersten Ebene treffen wir ein sympathisches Pärchen, wir reden und machen eine Pause.

Leeroy ist sehr motiviert beim Laufen und es ist von der Temperatur her auch gut möglich über den Tag zu laufen. Wir müssen nur regelmässig den Boden kontrollieren, denn der heizt sich schon ordentlich auf. Am Mittag ziehen wir ihm Kindersocken an und so läuft er gut.
Wir gehen bis zu einer Quelle und dort kochen wir uns etwas, eigentlich ist es immer dasselbe was wir auf dem Weg Essen: Reis mit Kartoffelstock und Chinanudeln oder Kartoffelstock mit Reis und Chinanudeln und dazu manchmal noch Käse, was den Namen „Käse“ nicht verdient hat, denn er ist schrecklich. Wir laufen noch bis halb acht und stellen das Zelt mitten in den Wald.
Am 17. Mai laufen wir um fünf Uhr los. Den Aufstieg zum Mount Taylor (3449 MüM) schaffen wir in zwei Stunden, frieren aber ziemlich dabei, denn es ist extrem windig und saukalt.

Oben hat man eine spektakuläre Sicht.Genial, es hat sich gelohnt.


Eigentlich geht der CDT Trail unten durch, aber wir mussten einfach nochmals auf diesen Berg und Leeroy sieht den ersten Schnee auf dem Trail. Er ist hinten am Rucksack mit einer Leine festgemacht. Andy verliert manchmal seine Nerven. Wenn Leeroy vollgas gibt sieht es lustig aus, ist aber schwierig für Andy das Gleichgewicht zu behalten. Leeroy springt seitwärts, vorwärts, in die Beine von Andy. Er hat seine Freude, ich auch, Andy weniger.

Wir gehen den ganzen Tag auf irgendwelchen Schotterpisten den Berg runter bis zum nächsten Wasser. Es scheint etwas grüner zu werden, richtig schön und das Wetter ist so toll frisch, sodass wir ohne zu schwitzen durch New Mexiko laufen. Beim Wasser essen wir Frühstück es ist zwar schon eins, aber Wasser ist halt schon immer Thema.
Du willst nicht mehr tragen als nötig, also essen wir beim Wasser und nehmen nur zu trinken mit. Wir haben unterschätzt was ein Hund trinkt, wenn es warm ist. Leeroy trinkt etwa einen Liter pro 10 Kilometer, das ist schon eine Menge an Gewicht.

Wir wandern Richtung Empedrado Wildernes. Der Weg ist sehr ring: alles geradeaus, zum Teil durch Wald, zum Teil über Weideland ohne Kühe, bis um sieben am Abend.
Am 18. Mai gehen wir wieder sehr früh los. Es ist kalt und wir kommen schon um elf Uhr beim nächsten Wasser an.

Der Weg ist das selbe wie gestern, wir fliegen fast schon und sind super glücklich das wir so einfach durch diese Flächen kommen. Irgendwann kommen zwei Leute die am Weg arbeiten, stellen den Rucksack ab und geben uns alles Mögliche zu essen.

Wir freuen uns wie kleine Kinder, diese Nettigkeit von den Leuten hier ist unglaublich. Eigentlich haben wir gedacht, dass wir das alles Nachts gehen wegen der Hitze, aber es ist etwa zehn Grad kälter als üblich. Wir kommen an der Kante an und schauen runter auf die Fläche, die wir heute und morgen überqueren: Elperados Wildernes.



Der Abstieg ist etwas rutschig und steil, es zieht sich ordentlich. Unten geht es wieder über Schotterpisten bis zu einer Quelle. Wir kommen etwa um fünf Uhr dort an. Trail Magic: Soda, Chips, Sardinen in Tomatensauce usw. der Tag ist sowas von gut gelaufen. Hier reden wir noch mit einem Hiker der gleich hier übernachtet, wir gehen wieder los.

Um sechs Uhr ist Schluss mit laufen, Leeroy scheint genug zu haben, wir stellen das Zelt. Also eines ist sicher: Leeroy hat uns ziemlich im Griff, er ist der Boss.
Wir dürfen auch nicht streiten miteinander und wenn doch, dann nur im netten Ton. Er ist sehr auf Harmonie bedacht. Eine neue Erfahrung für uns, denn normalerweise lassen wir schon mal den Frust raus. 🤪
Am 19. Mai laufen wir etwa 16 km durch eine coole Western Kulisse, darauf freuen wir uns. Andy möchte immer wieder ein Bild machen… also ich mache Bilder von ihm mit Leeroy. Er am Stein, er auf der Kante, usw. Wie er das geniessen kann: die Natur und Leeroy.

Mir gefällt es, dies erleben zu dürfen. Es ist nicht der Weg, sondern die Erlebnisse und die Begebungen, die den CDT für mich ausmachen.
Auch heute gibt es wieder Trailmagic: ein Ehepaar bekocht uns CDT-Wanderer am Torreon Roud.

Wir bleiben bis um zwei Uhr dort. Es tobt ein Unwetter mit Wind, Regen und Kälte. Das ist hier sehr untypisch für diese Jahreszeit. Als es etwas nachlässt geht es weiter für uns, zum Abschied macht sie uns zwei Sandwiches für den Abend. Leeroy scheint jetzt doch etwas müde zu sein von den letzten beiden Tagen das wir um sechs das Zelt stellen. Er schläft sofort ein.

Am 20. Mai stehen wir etwas nach sechs Uhr auf. Es sind nur 16 Kilometer bis zur nächsten Quelle und die Temperaturen werden auch heute nicht über 25 Grad gehen, also easy. Bis zum Hwy 197 sind es 32 Kilometer. Wir geniessen diese sechzehn Kilometer mit unglaublichen Ausblicken links und rechts. In der steinigen Landschaft geht es immer wieder hoch und runter und immer wieder siehst du diese Weiten.

Um zwölf sind wir bei der Quelle. Wir reden mit dem einzigen Hiker der hier ist. Im Jahr 2022 sassen wir etwa zu zwölft hier, aus allen Nationen hatten wir Leute getroffen. Es ist schon etwas anderes diese Jahr.

Wir beschliessen heute schon bis Cuba zu wandern, noch einmal 16 Kilometer, das geht und wenn nicht, stellen wir das Zelt.
Wir machen immer wieder einmal eine viertel Stunde Pause, so sind wir schnell unterwegs. Beim anstrengenden Aufstieg auf die Mesa bekomme ich fast keine Luft mehr.

Leeroy meistert dies ohne Probleme. Zwischen riesigen Felsen geht es steil bergauf, da hoffst du einfach, dass nichts rutscht. Oben müssen wir etwa 5 km nach vorne laufen bevor es wieder nach unten geht. Danach wieder über eine Schotterpiste bis zum Hwy 197. Dort kommen wir etwa um halb fünf Uhr an. Wir sind nun doch etwas erschöpft und auch genervt. Du merkst einfach diese vergangenen Tage, in denen wir 136 Kilometer gelaufen sind. Es dauert nicht lange und ein älterer Herr wendet extra, um uns diese 6,5 Kilometer nach Cuba zu fahren.

Wir steigen anfangs Dorf aus und geben dem Mann 20 Dollar. Er freut sich darüber und wir sind froh hier zu sein. Beim Motel, welches wir eigentlich im Sinn hatten, ist niemand anwesend. Das zweite Hotel, etwa in der Mitte von Cuba, ist uns zu teuer und beim dritte Motel am anderen Ende des Dorfes bekommt die Dame am Empfang zuerst fast einen hysterischen Anfall wegen dem Hund. Nachdem sie sich beruhigt hat und gesehen hat wie brav Leeroy ist und das wir CDT Hiker sind, telefoniert sie mit dem Boss und wir bekommen zwei Nächte.

Die Kreditkarte wollte sie aber vorsichtshalber doch noch, für den Fall das Leeroy das Zimmer zerlegt. 🤪
Es können auch Komentare abgegeben werden. Natürlich nur positive 😇
hallo ihr Zwei, oder besser gesagt ihr drei!
ich verfolge euren Block immer mal wieder und ich muss sagen Hut ab vor dieser Leistung! Auch das euer Hund so gut mitläuft, ist ja super! Wie lange seit Ihr noch unterwegs? Jetzt sind es ja etwas mehr als 600 Meilen, oder? Ich wünsche Euch noch viel Spass und das Ihr irgendwann gesund zurückkommt! Liebi Grüess Gabi Leuthold🦋
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Hoi
Danke dir ja wir sind selber etwas erstaunt wie gut Leeroy mitmacht oder eher uns motiviert 🤪
Wenn alles so läuft oder weiterläuft werden wir ungefähr noch 4 Monate am Wandern sein. Leeroy bekommt nächstens einen Trailname unglaublich die meisten Hiker kennen in wir sind nur Beilag 🤣
Wünschen dir auch alles Gute 👋
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