CDT 2025 5.-8. Juni

5. Juni: Pagosa Springs – Creede; South Fork
Am Donnerstag verabschieden wir uns um neun Uhr nach dem Frühstück von unserer Cabin. Wir laufen nochmals durch Pagosa Springs um an der Strasse, welche auf den Wolf Creek Pass hoch geht, Autostop zu machen. Wir stehen etwa eine viertel Stunde und bekommen eine Fahrt hoch zum Pass.


Um 11 Uhr sind wir am Wolf Creek Pass. Die Fahrt hoch wird uns noch lange in Erinnerungen bleiben. Die Geschichte dahinter ist, dass hier die Leute irgendwie bestimmen wollen, wie andere zu leben haben, sie bestimmen über andere aus irgendwelchen Überzeugungen heraus. Sowas von krank. Jeder sollte so leben dürfen wie er möchte. Das ist der Grund, warum wir mit verlogener Religion nichts anfangen können. Andy und ich lieben einfach alle guten Menschen, egal woher sie kommen oder was sie sind, hauptsache sie lassen andere ihr Leben so leben wie sie es wollen.


Wir verabschieden uns und gehen wieder zurück auf den Weg, einfach zurück in die Natur. Wir treffen heute ein Paar aus Finnland, mal überholen wir sie und bei der nächsten Gelegenheit sie uns. Wir sitzen unter einer Tanne wieder das Gewitter aus. In Colorado gibt es jeden Tag ein kleines Gewitter. Sie kämpfen sich bester Laune durch weichen Neuschnee und rufen „happy postholling“ 🤔 wir antworten mit „happy hike“.


Der Weg ist bis zum Abend immer wieder Schneebedeckt, wir laufen mal auf und mal neben dem Weg, so wie es möglich ist. Das Zelt können wir am Abend auf einem grossen, flachen und trockenen Stein stellen. Wir sind etwas geschafft vom Tag, Leeroy überhaupt nicht im gefällt Wasser Schnee, Regen oder schlammiger Weg. Der verrückte Hund.

6. Juni: Am Freitag geht’s möglichst früh raus, um zu laufen in der Hoffnung, dass der Schnee uns trägt.

Total um sonst. Wir sinken bei den ersten Schritten ein, aber es wird im Verlauf des Morgens schneefrei. Wir steigen auf die braune Route ab in ein Tal Richtung Creede. Durch Waldbrand- und Tornadogebiet, vom 10. Oktober 1997 ist noch alles zerstört. Das Tal selbst ist schön grün mit einem Fluss, welchen wir über einen umgefallenen Baum queren können.
Den Nachmittag geniessen wir: super weicher Waldboden, der Weg ist immer vorhanden, kein Schnee. Wir machen Strecke, besser geht nicht.


Ein sehr schönes Tal. Von 12 bis 19 Uhr laufen wir von hinten bis zum Ende des Tales. Wenn wir wieder hinaussteigen aus dem Tal ist es extrem beeindruckend. Diese Länge und einfach nichts und niemand hier.
Wir stellen das Zelt bei der Schotterpiste. Hier hat es noch ein Trailregister, sechs Wanderer haben sich eingetragen, nicht grad viele.

7. Juni: Am Samstag sind wir um sechs startklar. Heute noch etwa 7 Meilen bis Creede, wir möchten so um die Mittagszeit dort sein.


Zuerst müssen wir auf der Schotterpiste hoch laufen, um danach natürlich wieder runter zu gehen.
Als wir von der Schotterpiste abzweigen auf den Wanderweg sehen wir ein Zelt. Normalerweise freuen wir uns, aber dieser Hiker ist ein sehr spezieller, komischer und unfreundlicher Typ. Wir haben schon von einem Hiker gehört, der aktuell unterwegs ist und gefährlich oder sehr launisch ist. Mit Leeroy ist aber auch nicht zu spassen, wenn er merkt dass etwas nicht stimmt.


Der Kerl stellt eine Frage nach der anderen und wir beantworten sie, scheinbar aber nicht zu seiner Zufriedenheit. Er schaut immer wieder auf den Hund. Wir beenden die Situation und gehen weiter. So ein komischer Typ, gibt’s halt auch auf dem Trail.
Auch heute ist das Wandern wieder schön. Bei sonnigem Wetter geht es auf einem Waldweg dem Bach nach auf 3000 müM. Gestern waren wir noch im Schnee auf 3800 müM.


Es geht noch etwas weiter auf Schotterstrasse, die dann auf eine asphaltierte Strasse wechselt.
Wir staunen. Es hat hat hier ausserhalb der Städte so viel Platz für sehr schöne Häuser mit Umschwung.
Wir werden noch etwa vier Kilometer mitgenommen von einem Handwerker, der extra sein Werkzeug wegräumt, sodass wir nicht auf der Strasse laufen müssen. Er fährt uns und gibt uns gleich alle nützlichen Informationen zu Creede.

Rio Grande bei Creede

Hier ist heute ein Event.
Ein Eselrennen, das Jährliche stattfindet. Früher wurde hier in den Minen mit Eseln gearbeitet . Da es auch noch eine Hochzeit ist, findet man nichts zum Übernachten.
Ich weiss aber aus der CDT-Gruppe, dass man bei einer Kirche übernachten und Duschen kann.


Nach dem Mittagessen gehen wir zu dieser Kirche um zu fragen. Als wir dort sind gehe ich rein. Sie sind gerade im Gemeinschaftsraum beim Essen. Sie organisieren gleich alles und wollen mir alles zeigen. Ich unterbreche sie um zu sagen das noch ein Hund dabei ist. Ein Hund in der Kirche scheint jetzt doch nicht erlaubt zu sein, doch ich erkläre, dass es eigentlich ein CDT-Hiker ist und kein Hund. Alle lachen und wir bekommen den letzten Platz in einer Art Gallery oberhalb des Kirchenraums.
Hier können wir Duschen und das WC benutzen . Die Küche dürfen wir auch benutzen. Es sind noch drei weitere Hiker hier, wir müssen einfach Sonntags um neun Uhr die Kirche verlassen wegen des Gottesdienst.

8. Juni: Wir bleiben hier für einen Tag und geniessen Creede, essen im Restaurant und gehen einkaufen für die nächste Etappe.
Ich werde noch verrückt. Es ist ein tiefes Schneejahr mit Neuschnee, der sehr mühsam ist zum Laufen, weil er weich ist und in der Nacht nicht gefriert. Ich denke für die nächste Strecke von 95 Meilen, werden wir fünf Tage brauchen. Die zwei Pässe kommen ganz am Ende. Davor geht’s etwas tiefer, damit wird bestimmt schneefrei sein.


Die meisten reden von sechs oder sieben Tagen. Das wäre ziemlich viel Essen für uns drei.
Andy kauft für sechs Tage Essen ein. Es beeinflusst einen schon, wenn man überall zuhört oder Kommentare liest.
Für die Nacht auf Montag gehen wir zum Basketballfeld und übernachten dort mit der Erlaubnis des Sheriffs.

Zelt als Betreuer

Wir stellen das Zelt in einen Unterstand für die Spieler, dort werden wir nicht nass, weil um fünf Uhr in der Früh der Sprinkler startet.

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