CDT 2025 23.-27. Juni

23. Juni: Frisco – Winterpark
Grays Peak 4352 müM
Pausentag in Frisco
Wir sind soweit zufrieden mit unserem Thru-hike , es klappt alles sehr gut und Leeroy ist für uns fast übermotiviert. Er schläft wenn wir im Hotel sind tief und fest, dafür ist er energiegeladen wenn es zurück auf den Trail geht. Das brauchen wir auch, denn jetzt kommen die hohen Berge in den Rockys 🏔, auf die wir uns als Schweizer freuen.
Wir essen möglichst viel und hängen im Hotel herum. Frisco ist ein typischer Skiort, riesengrosse Hotelanlagen, wir finden das alles andere als schön.

24. Juni: Frisco Breckenridge – Winterpark Berthoud Pass 3450 müM
Erster Gipfel Mount Edwarts 4218 müM, Grays Peak 4352 müM
Das wird unser Highlight werden auf diesem Abschnitt. Heute geht’s mit Uber zurück auf den Trail, Autostop dauert uns zu lange. Wir laufen möglichst viel, das Wetter wird oder sollte zwei Tage gut bleiben.


Der Weg geht durch Wald, teilweise sehr schön und dann wieder diese Skigebiete. Von Weitem siehst du die Pisten wie Adern in den Hängen. Diese Landschaften ist etwas, was uns nicht zusagt, wir lassen es hinter uns.
In diesem Land wird es nicht viel ausmachen, es hat noch soviel Fläche wo einfach nicht’s ist ausser Berge, Täler und Wald. Heute sehen wir viele Mountainbiker, die wie Wilde den Berg hinunter rasen. Du kannst nur den Weg schnellstmöglich freigeben, dafür bedanken sie sich. 🤪

25. Juni: Wir starten wieder um sechs. Das Wetter ist bewölkt, also werden wir möglichst lange in der Höhe wandern. Beim ersten Berg, dem Glacier Peak 3920 müM haben wir noch eine klare Sicht.

Beim zweiten, dem Whale Peak 3979 müM ebenfalls.
Das Wetter wird immer schlechter die Gewitterwolken holen uns langsam ein. Wir sind in einer Höhe zwischen 3500 und 4000 müM, mal drüber mal drunter, das ist nicht ganz ohne. Ich denke es wäre besser hier auf einer Piste hinunter zu gehen, um im Tal Richtung Grays Peak zu laufen. Wir diskutieren und überlegen. In fünf Kilometern kommt die nächste Möglichkeit und wenn es nicht besser wird gehen wir runter.

Dieses Wetter ist nicht leicht einzuschätzen, zum Teil werden wir verhagelt und verregnet und mit dem Wind wird es kalt. Als wir im Tal unten bei sonnigem Wetter essen, bereuen wir es abgestiegen zu sein.

Alte Goldmine

Wir wandern weiter im Tal und am Abend beschliessen wir noch die zwei Kilometer hoch zum Argentine Pass 4025 müM zu wandern, in der Hoffnung das Wetter kläre auf.
Wir steigen über die Baumgrenze, im steilen Hang queren wir auf zwei kleinen Schneefeldern. Natürlich fängt es wieder mit Schneegestöber und Wind an. Wären wir doch besser unten geblieben.


Oben hat es zum Glück eine windgeschützte Stelle um das Zelt zu stellen, wieder einmal mehr Glück als Verstand gehabt.

26. Juni: Am Donnerstag gehen wir vor fünf los. Die Nacht war kalt und wir ziehen alles an, was warm gibt. Es sind noch 4 Kilometer bis zum Gipfel Grays Peak, dem dritthöchsten Berg in den USA.
Mit Leeroy über den Grat vom ersten Gipfel Mount Edwards 4218 müM zu Grays Peak geht gut.

Leeroy weiss einfach wann es besser ist sich zurück zu nehmen. Wir ziehen ihm sein Rucksack an. Der ist super, wir können ihn damit halten, wenn es nötig wird. Er meistert diese Kletterei über und zwischen den felsigen Gelände ohne Mühe, er merkt das Andy kein Überaktivität duldet. Wenn ich von hinten sehe, dass Leeroy die Geduld verliert, sage ich „langsam Leeroy“. Bis jetzt hörte er immer. Auf dem Gipfel angekommen sind wir richtig stolz auf Leeroy und auch auf uns.

Grays Peak


Ich merke mit meinen 57 Jahren genau, wann es anstrengend ist oder wenn es genug war. Andy hingegen würde manchem jüngeren Hiker stehen lassen, zumindest wenn’s in die Höhe geht, unglaublich wie viel Energie er hat.
Der Abstieg geht in Schlaufen einfach runter bis zum Parkplatz. Wir haben gestern dazu gelernt, heute Abend ginge es eigentlich wieder rauf auf etwa 4000 Meter, aber wir stellten das Zelt im Tal zwischen Tannen auf. So werden wir nicht wieder frieren.

27. Juni: Um halb fünf Uhr morgens lässt Andy die Luft raus bei meiner Luftmatratze. Ich denke es stimmt was nicht mit ihm… Leeroy geht frisch und munter aus dem Zelt raus. Ich bin gespannt was jetzt kommt, er sagt nur: „Ich will früh in Winterpark sein.“ Also wandern wir vor Sonnenaufgang los in die Höhe.


Auf der Bergspitze Summit 4020 müM dort haben wir eine super Rundumsicht in die Berge von Colorado, hier will ich frühstücken. Es gibt Swiss Milk mit Protein- pulver und Haferflocken, plus Haferflocken Riegel, lecker ist es nicht, aber Hauptsache genügend Proteine.


Dann geht es weiter in der Höhe. Wir umrunden einen Berg. Dort wird irgendwas abgebaut, es ist laut von den Maschinen unten im Tal bei den Industriegebäuden. Wir steigen auf einer Seite runter, um auf der anderen Seite wieder hoch zu steigen. Das wäre nicht weiter schlimm, aber ein Mann steht neben dem Weg. Er scheint ein Jäger zu sein und beobachtet den Aufstieg von Hikern auf der anderen Seite des Tales mit dem Fernglas. Ich gehe schnell zu Andy, der Kerl hat den Rucksack geöffnet mit allerlei Material drin zum Jagen, am helllichten Tag. Wir sehen ihn von Weitem. Jetzt beobachtet er die andere Seite, also nicht unsere Richtung. Wir gehen schnell hoch. Oben angekommen müssen wir noch bis zum Pass Berthoud 3450 müM gehen, etwa um drei Uhr sind wir dort.

Wir stehen keine fünf Minuten und schon kommt ein Mann, der hier oben war um zu Wandern und fährt uns bis zu unserem Hostel. Er wird den CDT mit dem Velo fahren von Kanada zu mexikanischen Grenze. Vielleicht sehen wir uns noch einmal.

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