CDT 2025 2.-6. Juli

Grand Lake- Steamboat Springs
2. Juli: Wir Frühstücken im Zimmer und machen danach alles bereit für die nächste Strecke bis nach Steamboot Springs.

Grand Lake

Wir müssen noch das Päckchen aufgeben bei der Post, was über eine Stunde dauert. Die Frau die uns bedient, hat grosse Probleme mit dem Eingeben der tatsächlichen Waren, die im Paket sind. Wir üben uns in Geduld. Ich bin erstaunt in welch hohem Alter hier manche Menschen immer noch arbeiten, bei uns wäre sowas undenkbar. Danach gehen wir zum Community Center und warten dort auf unsere Mitfahrgelegenheit.

Der Dorf-Chef höchstpersönlich kommt um drei Uhr mit einem riesigen Truck. Leeroy wird hinten in den Kofferraum verstaut, oder besser gesagt versteckt. 🤪
Bei der Fahrt erklärt er uns, was sie alles unternehmen um die Gegend wieder aufzubauen. Die Lösung sei einfach neue Häuser und Infrastruktur aufzubauen. Ein sehr netter Mann, sehr optimistisch was die Zukunft betrifft, er freut sich das er uns helfen kann. Er fährt an das Ranger Häuschen, gibt dem Mann den Passierschein und das war’s, wir fahren rein in den Nationalen Park. Beim Aussteigen sagt er, wir sollen uns beeilen. Hier steht ein Ranger-Fahrzeug, super Timing. Wir laufen sofort los und wer kommt uns nach zweihundert Metern entgegen, … zwei Rangerinnen. Wir rennen fast schon an den zweien vorbei. Sie lachen nur. Anscheinend sind sie zufrieden, dass der Hund an der kurzen Leine ist und das Fahrzeug von unserem Fahrer haben sie auch gesehen. Nachdem wir aus dem Rocky Mountains National Park raus sind, gehen wir doch erleichtert weiter und freuen uns wieder legal unterwegs zu sein auf dem CDT.


Wir kommen noch auf den Bowen Pass 3400 müM hoch und steigen etwas ab, um das Zelt bei strahlendem Sonnenschein aufzubauen. Also wenn wir nicht immer wieder auf so hilfsbereite und nette Leute treffen würden auf dieser Wanderung, hätten wir schon längst aufgegeben. Manchmal denken wir, so viel Glück wie wir haben gibt es gar nicht oder unser Schutzengel macht einen ziemlich guten Job. 👍

Bowenpass

3. Juli: Leeroy ist schon um halb fünf munter und bereit loszulegen, Andy braucht all seine Geduld auf der ersten Strecke. Leeroy schnappt sich immer wieder ein Holzstück und springt in der Leine um Andy herum, aber ablösen geht auch nicht, er muss heute ja noch ein paar Kilometer machen. Der Morgen ist nicht allzu streng, aber auch nicht schön.

Ein Waldbrand-Tal und Borkenkäfer-Tannen soweit man sieht in alle Richtungen. Am Nachmittag besteigen wir den Berg Parkview Mountain 3748 müM, heute insgesamt etwa 1800 Höhenmeter hoch.

Alles geht auf dem Grat entlang hoch und runter, immer mit Gewitterwolken über uns. Entspannt ist anders.
Wir sind heute etwas mehr als 40 Kilometer gewandert ohne nass zu werden. Um sieben können wir noch das Zelt aufbauen und dann geht’s los: Regen, Gewitter, Blitze.
Wir essen im Zelt und Leeroy schläft. Etwas ungemütlich ist es schon hier draussen mitten im Wald.
Es ist die ganze Nacht regnerisch, doch das Gewitter lässt irgendwann nach und wir können gut schlafen diese Nacht.

4. Juli: Wir müssen am Morgen alles Nass verstauen, es regnet immer noch ein wenig. Leeroy ist das egal, er hat gute Laune und wir hoffen auf Sonne im Laufe vom Tag, um alles zu trocknen.


Der Wanderweg ist etwas langweilig, immer in der Höhe den Berghängen nach vorne, nur um dann abzusteigen und danach wieder hochzugehen, dann erneut nach vorne und so weiter…
Alles ohne grosse Sicht. Es ist nebelig, die Sonne zeigt sich nur kurz, was gerade so reicht um das Zelt zu trocknen, das war’s dann auch schon. So machen wir recht Strecke bis zum Nachmittag. Um drei bessert sich das Wetter zum Glück. Wir laufen jetzt auf einer Forstrasse in einem sehr schönen Laubwald.

Hier soll es viele Elche geben, wir sehen allerdings keine. Wir wissen, dass es hier einen Trailangel gibt, der in seinem Wohnwagen im Tal unten den Sommer verbringt, um Hiker seine Hilfe anzubieten.
Wir laufen bis um Sieben alles runter bis zu dem Platz, wo der Wohnwagen 2022 stand. Leider ist er nicht mehr hier. Etwas enttäuscht stellen wir das Zelt und machen uns einen gemütlichen Abend bei sonnigem Wetter.


Wir können jetzt nicht weitergehen, da auf der Strasse in Richtung Hwy 14 alles Farmland ist und auf privatem Land mit Kühen zu zelten ist nicht möglich.

5. Juli: Am Samstag gehen wir vor sechs los, schnell kommen jede Menge Kühe mit Kälbern. Die machen einen Lärm. Alle müssen noch schnell über den Weg auf die andere Seite, egal wie weit sie es haben. Auch als wir uns entfernen, beruhigen sie sich nicht und die nächste Herde macht genau das Gleiche.
Am Ausgang des Farmlandes sehen wir den Campingplatz des Trailangels, der ist dank des Lärms der Kühe auch schon wach. Wir können bei ihm unser Wasser auffüllen und bekommen Cookies. Er hat auch ein Trailregister.

Trailangels

Er sagt, was zur Hölle auch mit uns Hikern los ist. Gestern sei einer um halb zehn vorbei gegangen und heute Morgen wir um diese Uhrzeit. Er fährt jeden Tag die Strecke hoch, um zu schauen ob wir Hiker Hilfe brauchen. Auch gestern Abend hat er unser Zelt gesehen und wusste, dass wir kommen. Er war sehr enttäuscht vom Hiker gestern, der einfach vorbei gelaufen ist, ohne sich ins Register einzuschreiben.
Man sollte sich schon bewusst werden, dass ohne diese Menschen die freiwillige Arbeiten auf sich nehmen, dieser Weg nicht existieren könnte.
Nach einem kurzen Gespräch gehen wir weiter zum Hwy 14.
Dort angekommen entscheiden wir, diese fünfzehn Kilometer auf der Strasse zu laufen.

Die Autos, Lastwagen usw. fahren mit hoher Geschwindigkeit an uns vorbei. Auch hier muss und darf Leeroy nicht einfach machen was er will, für gut drei Stunden gilt links laufen neben Andy am Rand.
Bei der Kreuzung angekommen machen wir Autostop um runter in die Stadt Steamboot Springs zu kommen.

6. Juli: Steamboot Springs
Wir haben ein Hotel inklusive Frühstück etwas ausserhalb der Stadt gebucht, nahe bei den grossen Einkaufszentren. Der Hund wird im Frühstücksraum geduldet. Die Leute essen und der Fernseher läuft. Es ist hier ganz normal in den Restaurants, dass die Leute Fernsehe schauen. Es geht nicht ohne. Wir wissen nicht wann wir zuletzt etwas im Fernsehen geschaut haben. Zuhause schauen wir nie Fern. Hier schaut man sogar manchmal auf dem WC, völlig verblödet. Sorry, aber das verstehe ich nicht.
Ich mache Wäsche auf dem Zimmer und Andy geht schnell einkaufen. So haben wir danach Zeit und können ziemlich lange im Bett hängen.


Unsere Füsse erholen sich für die nächste Strecke und wir essen alles, was Kalorien hat. Leeroy isst über den Tag 500 Gramm Speck und 500 Gramm Hackfleisch mit Bananen, so klappt es gut, dass er nicht zufiel Gewicht verliert. Wir hingegen haben jetzt eine Figur wie mit zwanzig, nur mehr Muskeln 💪. Und das egal wie viel wir auch essen.

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