CDT 2025 6.-10. Juli

Steamboot Springs-Rabbit Ears Pass 2873 müM – Grenze Colorado / Wyoming – Battle Pass Encampment

6. Juli: Am Nachmittag gehen wir zurück auf den CDT.

Rabbit-Ears-Pass

Es sind viele Tageswanderer unterwegs, doch es werden schnell weniger. Die Meisten laufen nicht längere Strecken, nach fünf Kilometern ist häufig genug. Wir haben wieder ziemlich Strecke gemacht, da es einfaches Laufen ist bis um halb neun am Sonntagabend zu dem Zeltplatz.

Gleicher Zeltplatz wie im 2022


7. Juli:Der Montag ist sehr schön, die Sonne scheint, es ist aber trotzdem angenehm kühl zum Laufen. Wir sehen über den ganzen Tag verteilt zwei Hiker und sonst niemanden. Die Landschaft ist grün und überall hat es immer wieder Wasser, sehr schönes wandern auf flachem Gelände.

Wir machen heute ohne grosse Anstrengung über 40 Kilometer. Wir sind jetzt ziemlich fit und hoffen dass es so weitergeht, auch Leeroy ist völlig entspannt unterwegs.

8. Juli: Am Dienstag stehen wir wieder vor fünf Uhr auf. Wir wollen am Nachmittag zur Grenze Colorado – Wyoming kommen und haben etwa noch 25 Kilometer bis dorthin. Aber der Weg geht auf Offroud-Pisten bergauf und bergab, was extrem mühsam ist, man rutscht schnell aus auf dem losen Gestein. Hier wird Töff und Vierradfahrzeugen durch den Wald gefahren, es scheint den Leuten Spass zu machen. Der Wald ist in einem schlechten Zustand, Sturmholz überall, irgendwann hast du diese Strecken gesehen. Auch Waldbrände gab es hier, was ebenfalls nicht wirklich schön ist.

Wir kommen um zwei Uhr Nachmittags völlig durchgeschwitzt und genervt von diesen ganzen Pisten an der Grenze an.
Es ist sehr heiss geworden und wir feiern unsere Leistung mit Whisky. 🥃 Ein deutscher Hiker kommt auch noch, ich gebe ihm auch vom Whisky, Andy ist nicht begeistert. Er meint, dass der andere Hiker auch nicht teilte, also schnappt sich Andy die Flasche und verstaut sie im Rucksack. Irgendwann geht der andere Hiker und wir oder besser gesagt Andy trinkt den restlichen Whisky aus 🤨 (bei Whisky hört der Spass bei Andy auf).


Danach wandern wir doch noch etwas mehr als 20 Kilometer in Wyoming weiter, der Wald und Weg wurde wieder angenehmer zum Laufen. Wieder etwas geschafft: New Mexiko und Colorado liegen hinter uns. Jetzt haben wir noch Wyoming Idaho und Montana vor uns. Cool, mal sehen ob es diesmal klappt.

9. Juli: Um sechs wachen wir auf, packen alles zusammen und laufen los Richtung Passstrasse Wy Highway 70 am Battle Pass.
Durch Wald runter und über sumpfiges Land. Zwischen den Wäldern mit vielen Mücken laufen wir in einem durch bis zum Ende des Wanderweges.

Trailmagic

Dort ist ein Ehepaar und Andy bietet gleich an von ihnen Fotos zu machen. Er hofft wahrscheinlich auf eine Mitfahrgelegenheit in die Stadt Riverside.
Wir gehen noch etwas mehr als drei Kilometer bis zur Passtrasse.

Von halb acht bis neun Uhr versuchen wir ohne Erfolg Autostop zu machen, aber es hat hier leider fast keinen Verkehr. Das Ehepaar kommt zurück von der Wanderung und wir bekommen unsere Fahrt in die Stadt.


Hier hat es ein kleines Geschäft, in dem wir alles bekommen für die nächste Strecke. Wir gehen über die Strasse in ein Restaurant um zu essen. Mit dem Hund sitzen wir draussen, da Leeroy nicht hinein darf. Ich frage die Bedingung ob ich bestellen kann. Sie meint, bestellen kann ich, aber holen muss ich es dann selbst. Die Köchin bringt uns dann das Essen, die bedienen uns doch noch mehr oder weniger.


Wir gehen danach zu einem Motel und bekommen ein Zimmer. Die Eigentümerin schenkt uns noch zwei Kaffedrinks.
Die Waschküche lässt sie offen, so können wir unsere Wäsche noch am Abend erledigen. Ich frage ob ich abschliessen soll. Sie lacht nur und sagt, dass sei nicht nötig. Wyoming ist der Staat, in dem immer noch sein Eigentum mit Schusswaffen geschützt werden darf, scheint zu funktionieren.

10. Juli: Wir wollen am Donnerstag noch im Restaurant frühstücken, also gehen wir zu Fuss los und lassen die Rucksäcke noch im Zimmer. Hätten im Nachhinein lieber Leeroy im Zimmer gelassen. Die Bedienung erkennt uns als Hiker und sagt Hunde sind nicht erlaubt, aber sie gehe mal fragen. Die Eigentümerin kommt und entschuldigt sich, leider sind Hunde auch im Aussenbereich nicht erlaubt. Sie macht uns zwei leckere Frühstücks-Boxen zum Mitnehmen.

Während dem Warten erzählen uns zwei Gäste, das es zwei Leute im Dorf hat, die jeden Verstosse melden. Auch sie lassen die Hunde zu Hause, was sie extrem schade finden. Auch die Schliessungen werden eingehalten, was sie auch aufregt. Der wilde Westen scheint etwas geordnet oder gezähmt zu sein.

Schade, genau das hat uns gefallen, dieses verrückte Amerika ungezähmt und wild. Nach dem Essen geht es zurück auf den CDT, wir bekommen eine Mittfahrgelegenheit mit einem Truck, der Pferde auf den Pass fährt. Die zwei Frauen räumen den Rücksitz frei. Zwei Hunde bleiben hinten und einer, der wildestee sitzt vorne. Hier ist der Hund etwas anderes als in der Schweiz, es ist ein Arbeitshund, der gehorcht ohne zu diskutieren.

Auch Leeroy muss ohne wenn und aber genau so gut gehorchen, sonst fliegen wir raus aus dem Truck.
Oben angekommen laden sie die Pferde aus und die Hunde sind aufgeregt denn es geht in den Wald. Leeroy ist ebenfalls aufgeregt und wir gehen wieder zurück auf dem CDT. Wir sind den ganzen Tag alleine unterwegs, mal regnet es, mal donnert es.

wandern bei Mondschein

Auch in Wyoming ist wechselhaftes Wetter. Wir laufen bis um halb Zehn, 44 Kilometer Richtung Red Basin bis zum North Fork Savery Creek.

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