11. Juli: Heute um vier Uhr geht es weiter in das Basin, es ist unser Ziel vor zehn Uhr bei der einzigen und guten Wasserquelle zu sein. Das gelingt uns, wir haben es vor neun geschafft und essen hier mit T-Bon einem deutschen Hiker Frühstück. Wir nehmen 9 Liter Wasser mit für die Strecke bis zur Sage Creek/Road, die in die Stadt Rawlings geht.

Bis zum Nachmittag laufen wir immer auf einer Schotterpiste im Basin. Es wird immer heisser. Bei einem Tor beschliessen wir Pause zu machen.

Wir spannen die Blache und legen uns darunter, für Leeroy wird’s zu heiss. So hängen wir etwa drei Stunden rum. Ein einziges Auto sehen wir und sonst nichts. Als die Sonne etwas nachlässt machen wir noch einmal 6 Kilometer, um unter einer Brücke noch eine Stunde Pause zu machen.

Um fünf ist es erträglich und wir gehen weiter. Nicht lange und neben mir rasselt es, sofort anhalten und langsam zurückgehen.

Eine wunderschöne Klapperschlange droht uns, Andy macht Bilder mit der Kamera mit Zoomfunktion, das ist sicherer als mit dem Handy. Leeroy schaut die Schlange aus sicherer Entfernung an, er hat kapiert, dass mit Schlangen nicht zu spassen ist.
Wir gehen wieder in den Abend hinein. Hier hat es so viele Kühe und Jungvieh, dass wir ausserhalb des Weidezauns zelten wollen.

Wir stellen das Zelt gleich neben den Zaun etwas abseits der Schotterpiste. Die Herde Jungtiere sieht uns und kommt, es interessiert sie, was wir machen. Rinder sind neugierig und frech. Es war eine gute Entscheidung das Zelt ausserhalb des Weidezauns aufzubauen.

12. Juli: Am Samstag laufen wir vor Sonnenaufgang los, wir müssen zur Strasse kommen, bevor es zu heiss wird. Wir haben jetzt noch einen Liter Wasser und Leeroy trinkt locker einen halben Liter auf einmal. Es ist so schön mit der Morgenstimmung in diesem Basin, echt etwas besonderes.

Als wir bei der Strasse ankommen ist die Sonne schon am wärmen, Leeroy legt sich unter einen Busch, mehr Schatten ist nicht vorhanden.
Zwei Hiker kommen auf der Strasse hoch, sie sind die ganze Strecke auf der Strasse gewandert, welche ausserhalb hoch geht und nicht durch das Basin. Sie hatten zweimal Trailmagic mit Wasser und Sodas. Nach etwas mehr als einer Stunde kommt ein Mann. Er gehört zu einer Gruppe von Anwohnern, die hier Hikern helfen.

Er ist unglaublich hilfsbereit, fährt uns in die Stadt und gibt uns seine Telefonnummer für den Fall, dass wir noch etwas benötigen. Diese doch etwas heikle Strecke hätten wir hinter uns gebracht (zu wenig Wasser). Jetzt erst einmal einen Tag ausruhen und dann werden wir mit Autostopp den nächsten Teil überspringen. Es gäbe dort zwar genügend Wasser, aber leider keine Möglichkeiten Pausen zu machen im Schatten. Das werden wir nicht riskieren mit Leeroy, die Hitze ist zu viel für ihn. In der Nacht zu wandern wagen wir auch nicht, die Schlangen sind bei der Hitze nachts am aktivsten. Das Gelände kennen wir ja vom ersten Mal und so ist es eine vernünftige Entscheidung. Also buchen wir zwei Nächte in Rawlings in einem Motel.

13.Juli: Sonntags essen und nochmals essen, ausruhen und Wäsche machen. In die Stadt gehen wir gar nicht. Das Motel ist gleich neben Allem, was ein Hiker braucht. Es hat grosse Einkaufszentren, Mac Donald, Pizzeria, Mexikanische Restaurants, Burger King. Letzteres ist geschlossen, haben wir auch noch nicht gesehen in den USA. Überhaupt wirkt es sehr leer hier, es sind so wenige Leute unterwegs, auch in den Restaurants. Wir hängen etwas am Empfang und nerven die Dame die lieber Film schauen möchte als mit uns zu reden. Auch kommen noch vier andere Hiker zum Essen und Reden aus ihren Zimmern raus. Wir fragen nach einem Karton, wir müssen noch ein Schild machen für morgen, dass nur die Autos anhalten die bis Landers fahren für den Autostop. Andy fragt die Dame, ob sie es lesen kann. Sie sagt genervt ja und (etwas gemein) dort wohne sie. Aber mitnehmen würde sie uns nicht, ich denke wir haben ihre Geduld etwas überstrapaziert. 🤨 So vergeht der Tag ziemlich gemütlich und unspektakulär.

14. Juli: Wir essen das Frühstück im Zimmer und gehen dann zur Strasse, die nach Landers geht. Es hält ein Auto nach etwa einer halben Stunde an, ein Trailangel. Sie wird uns heute morgen rausfahren, unglaublich … der Kofferraum war leergeräumt für Leeroy. Sie hörte von uns oder eher von Leeroy und dachte sich schon, dass sie uns sehen wird.

Zuerst fährt sie noch schnell zurück, um zu schauen ob mit den Hikern hinter uns alles gut ist, vor allem ob sie genügend Wasser haben. Vorher fährt sie uns in den Ort zurück in den Park. Dort werden wir auf Sie warten.

Nach einer Stunde kommt sie zurück und wir können losfahren nach Landers, 195 Kilometer hin. Danach muss sie wieder alles zurück fahren. Also diese Trailangel sind so nett. Wir sind sehr dankbar, dass wir diese Strecke nicht durchlaufen mussten. Es ist sehr beeindruckend diese Weite zu sehen, wir haben eine gute Entscheidung getroffen.

In Landers gehen wir zuerst auf die Rangerstation, um zu fragen, ob es ein Problem mit den Grislibären gibt auf der nächsten Strecke. Sie sagt, es sei absolut kein Problem bekannt. Einfach die Regeln einhalten, essen aufhängen etwa 20 Meter weg vom Zeltplatz und auch mindestens 5 Kilometer vor dem Zeltplatz essen. Das machen wir konsequent, weil wir keine Lust haben so einen Grislibären zu begegnen.

Auch reden wir auf dem Weg viel oder rufen „hey Bär“, dass er uns hört und hoffentlich verschwindet. Danach geht’s zum Outdoor Geschäft, ich brauche neue Schuhe. Dort ist noch ein anderer Hiker. Er ist selbst ein Bär von einem Mann, aber er hat richtig Angst vor den Grislibären.
Er will schauen, dass er mit jemandem wandern kann, dieses Jahr sind viele Hiker alleine unterwegs. Es sind auch nicht viele unterwegs, etwa 320 auf die ganze Strecke schätzen wir.
Wir werden hier eine Nacht bleiben und Morgen früh gehen wir zurück auf den Trail.