30. Juli: Wir haben gut geschlafen, sind bestens erholt und freuen uns aufs Wandern. Heute wird es nicht allzu streng werden. Hier nehmen wir genügend Wasser mit für die nächsten 15 Kilometer.

Wir laufen oberhalb des Tales Island Park, unten hat es immer wieder mal Häuser und eine Autostrasse. Wir begegnen Hikern die von Norden nach Süden laufen, auch eine Schweizerin ist darunter. So reden wir sicher etwas mehr als eine Stunde mit den Hikern. Wir geniessen es immer, wenn wir jemanden treffen zum Reden, vor allem wenn es Schweizer sind. Etwas Heimweh kommt jetzt schon auf, aber zum Glück haben wir nicht zu viel Zeit dafür.

Wir müssen doch immer gut über 30 Kilometer laufen pro Tag, eher 40 sind optimal. So machen wir die nächste Pause erst am Nachmittag bei einer Quelle, die etwas vom Weg entfernt ist. Dafür hat es super frisches Wasser mitten in einer Wiese.

Man staunt immer wieder mal, wo man überall Wasser findet. Der Nachmittag verläuft recht entspannt, flache Strecken zum Wandern, kein strenger Tag heute. Das Wetter ist richtig angenehm, nicht zu heiss, so braucht es auch nicht allzu viel Wasser. Wir gehen am Abend noch hoch auf einen Berg. Dort oben hat es überall Spuren von Schafen. Das stresst uns jetzt doch etwas, wo es Schafe hat gibt’s auch Herdenschutzhunde.

Mal schauen ob wir solchen begegnen. Das Zelt stellen wir etwas unter dem Gipfel, es kommt ein Sturm auf und so werden wir etwas geschützt sein in der Nacht.
31. Juli: Wir gehen am Donnerstag um halb sieben los, rauf auf den Berg. Besser gesagt Andy geht rauf um zu filmen.

Ich laufe unterhalb nach vorne auf einer Piste für Vierradfahrzeuge. Er ist sehr interessiert jede Gelegenheit zu nutzen um noch ein paar Höhenmeter zu machen. Wir essen bei der ersten Wasserstelle, ein kleines Seelein. Für Kühe werden solche Wasserteiche gemacht, bis im Herbst sind sie dann meistens ausgetrocknet. Leeroy nimmt noch ein Bad, was die Wasserqualität jetzt sicherlich nicht verschlechtert. Es ist einfach so, das Wasser hier wird auf dem ganzen Trail immer ein Thema bleiben.

Auch das Wasser in den Städtchen ist keine gutes Wasser, meistens ist es behandelt und schmeckt nicht gut. Nach der Pause treffen wir wieder eine Hikerin die in die andere Richtung läuft.
Sie sagt wir sollen vorsichtig sein bei der nächsten Wasserstelle Rock Spring, dort ist der Schäfer mit etwa fünf Hunden gleich neben der Wasserstelle. Super, wir müssen dort Wasser nehmen sonst haben wir keine andere Möglichkeit, jetzt sind wir doch etwas nervös. Wir gehen weiter mit einem unguten Gefühl. Herdenschutzhunde sind sehr beeindruckend.

Big Table Mountain 2646 müM ist ein toller steiler Berg mit einer super Aussicht oben. Jetzt geht’s auf dieser Hochebene zur Wasserquelle. Wir kommen bei der Quelle an. Vorher haben wir keine Schaffe gesehen und hier sitzt eine Hikerin, isst gemütlich etwas und erzählt sie hätte nur Hunde bellen gehört aber keine Schafe gesehen.
Wir trauen der Situation nicht so ganz, füllen unser Wasser auf, essen schnell etwas und gehen weiter. Wir laufen und sind erleichtert, dass wir den Hunden nicht begegnet sind, wir reden was wir wieder für ein Glück hatten. Plötzlich sind nur etwa 20 Meter neben uns im Wald Schafe die uns nicht bemerken. Wir schleichen uns vorbe, kein Hund in Sicht. Noch einmal gut gegangen, keine Ahnung was mit den Hunden los war, vielleicht hatten sie gerade Mittagspause.

Wir gehen noch bis zu einem kleinen See und dort machen wir Feierabend. Wir verstauen unser Essen in einem Bärenschrank. Heute wollen wir nichts mehr riskieren. Das war genug Aufregung für einen Tag. Als wir die Schafe gesehen haben, hatten wir mal richtig Angst bekommen.
1. August: Wir sind super entspannt heute. Die Hunde sind definitiv hinter uns. Es könnte nur noch ein Bär auftauchen, der würde uns stressen, aber sonst nichts.
So machen wir uns erst um sieben auf zum Wandern.

Das Zelt müssen wir später noch einmal aufbauen um es zu trocknen. Der Weg geht auch heute nochmals durch ein Gebiet, dass nicht viel gute Wasserstellen hat. Bei der Ersten werden wir kochen und alles Wasser auffüllen, so haben wir sicher genug bis zum Abend. Wir wandern durch teilweise sehr schöne Landschaft und dann wieder durch ehemalige Waldbrandgebiete.

Es sind unglaubliche Flächen die erst vom Borkenkäfer zerstört wurden und dann durch Waldbrände. Wenn alles so trocken ist, braucht es nicht viel und es brennt.
Bis jetzt sind wir froh, noch keine Strecke wurde vor uns gesperrt auf dem CTD Trail. Wir werden aber zügig weiter wandern, weil irgendwann beginnt es mit den Bränden, ein Blitzeinschlag und es wird brennen. Wir sehen heute keine Hiker, so kommen wir ziemlich weit, bis 8 Kilometer vor der Strasse Interstate 15 die nach Lima runter geht.

Wir müssen aufpassen, dass wir nicht zu weit gehen, es gibt hier noch ziemlich grosse Kuhherden. So werden wir vor der Weide zelten.
Wir freuen uns auf Lima, dort werden wir zwei Nächte verbringen und ein Steak Haus gibt es dort auch. Da werden wir sicherlich etwas Feines essen können.
2. August: Wir haben nur noch 8 Kilometer bis zur Interstate 15. Um 6 Uhr gehen wir los und vor neun steht Andy auf der Interstate 15 um Autostopp zu machen.

Ziemlich erfolglos, die Autos fahren schnell und ich kann mir nicht vorstellen das jemand hält. Ich sitze mit Leeroy etwas abseits und lese die Kommentare im App zum Weg.
Als ich lese, dass es verboten ist Autostop zu machen in dieser Region und man dafür verhaftet werden können, ruf ich Andy und wir gehen runter von der Strasse. Erlaubt ist zu sitzen neben der Interstate oder sogar zu laufen, aber kein Autostop. Im sitzen Autostop ist erlaubt. 🤨
Wir werden schlussendlich vom Motelbetreiber mitgenommen, der Hiker hochgefahren hat, die zurück auf den Trail gehen. 40 Dollar fürs Hochfahren und 40 Dollar fürs Runterfahren. Scheint ein Geschäft zu sein, nicht schlecht. Ihm gehört auch das Motel im Dörfchen.

Wir sind etwas enttäuscht von diesem Örtchen. Eine Tankstelle, Steak Restaurant, ein Kaffee und Motel. Ins Café geht nicht mit Hund aber wir können es mitnehmen und essen beim Motel, es hat Tische draussen. Das Zimmer bekommen wir erst um 2 Uhr, also warten wir von elf an, bis wir unser Zimmer bekommen. Dann duschen und essen holen bei der Tankstelle, den Kaffee hole ich beim Empfang. Die Angestellte ist nicht nur mit der Kaffeemaschine überfordert, sondern auch mit allem anderen. Ich helfe etwas aus, sie haben Computermässig alles auf dem neuesten Stand, das ganze Buchungssystem vom Feinsten. Was man vom restlichen Motel nicht behaupten kann, alles ziemlich in einem desolaten Zustand, die Tür zu unserem Zimmer können wir nicht mal abschliessen.

Schlussendlich mache ich nach einer Stunde warten den Kaffee selber, bezahlen muss ich dafür nur einen. Hier lauft einfach alles etwas anders als in der Schweiz. Es nützt überhaupt nichts, wenn man sich aufregt, einfach nur warten. Die Wäsche von uns hat sie mit anderen Sachen in den Trockner geworfen. Zum Glück hat es nicht alles geschrumpft, der Trockner war viel zu heiss eingestellt.
Für den Abend hole ich etwas von der Tankstelle. Eigentlich wollten wir im Steakhouse essen gehen. Daraus wurde aber leider nichts.

Die Bedienung sagt mit Hund geht nicht. Ich frage ob es auf der Terrasse geht, da meint sie nein, draussen würden sie nicht bedienen. Dann frage ich, ob wir vielleicht bestellen und mitnehmen können. Andy ist längst draussen mit dem Hund und sie im vollen ernst: „Nein, wenn das jemand sieht.“ Also verstehen muss ich das nicht, es wird mir zu blöd.

Heute ist noch eine Meldung auf der CTD Gruppe, von einer Sperrung in den Wäldern um Anacondo. Es ist ein Mann flüchtig in Anaconda, der in einer Bar vier Menschen erschossen hat. Wir sind etwas verunsichert, ob es eine gute Idee ist weiterzuwandern. Eigentlich gibt es sehr wenige Möglichkeiten hier wegzukommen und unser Weg geht nicht in die Sperrung. Wir sind überzeugt, dass sie den Mann schnell finden werden, in den Wäldern kennen sie sich aus.

3. August: Wir essen am Sonntag noch Frühstück im Zimmer. Das Essen ist Eiscreme und zwei Sandwichs von der Tankstelle.
Draussen sind andere Hiker, die mit einem Auto die nächste Strecke umfahren aufgrund der Höhenmeter. Es ist auch bei einigen zu sehen, dass es anfängt zu genügen mit Wandern, es hören auch einige auf.

Wir haben in den Städchen manchmal auch ein Tief, wenn es heisst das darf man nicht oder es zu viele Regeln hat.
Auf dem Weg ist es dann wieder pures Vergnügen und einfach, wir hoffen das es in den nächsten Dörfchen wieder lockerer zugeht. Sonst wird’s schwierig diese Wanderung fertig zu machen. Wir müssen ja schliesslich irgendwie von Weg weg und wieder zum Weg zurück kommen um essen zu holen. Die Distanzen können wir nicht auch noch wandern, die Zeit würde nie reichen.
Wir wandern von hier raus auf einer Schotterpiste zu einem Wanderweg, der zum CDT zurück geht. Wieder 40 Dollar an den Motelbesitzer bezahlen fürs rauffahren. Er hat uns noch als Obdachlose bezeichnet (im negativen Sinne). Ich finde es etwas absurd Menschen abzuwerten, nur weil sie kein Dach über dem Kopf habe.

Der Weg zum Trail ist nicht einfach. Es geht etwas durch den Wald hoch ohne einen Weg zu haben. Um drei am Nachmittag sind wir bei einer Kuhtränke auf dem CDT Trail zurück. Dort Essen wir mit vier anderen Hikern.

SOBO, das sind Wanderer die später 🤨von Norden in den Süden wandern.
Wir sind NOBO, wir wandern vom Süden in den Norden und starten früher im Jahr (ca. Mitte April). Es macht einfach Spass immer wieder Hiker zu treffen und sich auszutauschen, was man so erlebt auf der Wanderung. Wir wandern noch bis zum Deadman Lake. Es ist schon am eindunkeln. Beim Absteigen sehen wir auf der anderen Seite im Hang ein Auto. Etwas misstrauisch macht Andy mit der Kamera mit Zoom ein Foto. Wir vergleichen das mit der Meldung von der Polizei.

Es ist aber nicht die richtige Farbe des Autos. Wir stellen das Zelt und irgendwann entdeckt Andy zwei Männer die Fischen. Irgendwann fahren sie wieder ab. Ich sag die werden einen langen Heimweg haben, es hat ja nichts in der Nähe.









































































































































