CDT 2025 4.-9. Mai Gila River

Flussquerungen ohne Ende

4. Mai: Das Wetter ist perfekt zum Wandern. Bedeckter Himmel, 20 Grad. So gehen wir um zwölf Uhr zurück auf den CDT Trail.
Den Nachmittag steigen wir durch steiniges Gelände auf. Unter uns ist ein Tal das voller Steine ist, die zu Türmen aufgebaut sind, ein riesiger Steingarten, nicht schlecht. Den Zeltplatz teilen wir mit anderen CDT Hikern, ist auch mal toll nicht immer alleine zu Zelten.

5. Mai: Wir gehen um sechs Uhr los, die Gila River Schlucht ist für diesen Tag unser Ziel. Heute haben wir wirklich jedes Wetter: Regen, Schnee, Hagel und Donner und wir frieren den ganzen Tag über.

Bis zum Nachmittag haben wir den Abstieg von 800 Höhenmeter zum Gila River geschafft.
Ein Hiker ist extra zurück gelaufen um uns zu informieren, das im zweiten Abschnitt von der Schlucht ein Waldbrand ist.


Leeroy findet diese Flussquerung spannend, wir etwas weniger. Von oben Hagel und unten geht es gefühlt alle fünfzig Mal durch den Fluss. Wir sind am Abend ziemlich fertig, wenn’s nach Leeroy gehen würde, wäre jetzt noch baden angesagt. 🥵

Flussquerungen

6. Mai: Die Nacht war kalt. Wir ziehen unser nassen Socken und Schuhe an und los geht’s mit Flussquerungen. Wir queren den Fluss immer wieder und es geht weiter so, bis wir beim Hwy 15 sind.
Dann noch etwa 2 Meilen auf der Strasse bis zu Doc Campbell, ein Laden der für Hiker eine tolle Sache ist. Hier hat es Duschen, WC’s und einen Laden. Man kann sich mit Essen versorgen und einfach ein paar Stunden geniessen oder auch im Zelt übernachten.


Wir gehen um 4 Uhr wieder los in den zweiten Abschnitt von der Gila River Schlucht.

Zuerst wieder auf dem Hwy 15 ca. 3 Meilen bis zur Information vom Park und dann runter in die Schlucht. Wir finden um sieben einen coolen Zeltplatz. In dieser Schlucht zu Campen ist schon sehr speziell und lässig.

7. Mai: Der Morgen ist immer hart, du frierst und musst raus in die nassen Sachen. Da fragen wir uns schon wieso genau wir das machen. Leeroy hingegen möchte möglichst schnell losgehen und ins Wasser. Das ist definitiv sein Ding. 🤣 Also geht es weiter bis zu einer heissen Quelle, wo wir uns aufwärmen.

Dann kommt die Sonne, so ein schönes Gefühl, einfach nur herrlich. Jetzt gehen wir glücklich weiter. Den ganzen Tag rein in den Fluss und auf der anderen Seite raus aus dem Fluss.
Manchmal finden wir einen Biberdamm und laufen über die Behausung, in der Hoffnung es stört ihn nicht.

Biberdamm


Manchmal müssen wir den Weg durch Gebüsch oder Schilf suchen, auch wo der Fluss gequert werden muss, ist nicht immer ersichtlich. Wir stehen am Fluss und wollten hinüber, sehen den Weg auf der anderen Seite aber nicht. Dafür kommt von der anderen Seite ein brummen… ein Bär. Das überzeugt uns beide und wir gehen auf unserer Seite weiter.
Auf diesem Abschnitt geht es meinen Füssen immer schlechter, ich muss einen Zehennagel entfernen, ein anderer fällt zum Glück selber ab. Ich sage zu Andy, es könnte noch schlimmer sein, zum Glück habe ich nur zwei Füsse, nicht vier wie Leeroy.
Wir wollen möglichst weit kommen aber schaffen es nicht ganz aus der Schlucht.

8. Mai: Heute geht’s aus der Gila River Schlucht. Das ist so ein krasses Gefühl in dieser Schlucht, einerseits wunderschön, andererseits bekommst du so ein Gefühl von , es hört niemals auf, sonder geht immer weiter und weiter…


Als wir bei der Abzweigung ankommen, machen wir erst einmal Frühstück und reden mit einem Hiker. Hier müssen wir das Feuer, das mittlerweile unter Kontrolle ist umlaufen, alles auf Schotterpisten. Meine Füsse haben sehr gelitten in den letzten Tagen und jetzt noch dieser harte Weg. Ich bekomme zweimal von Hikern Pflaster, aber es wird leider immer schlimmer. Am Abend machen wir früher Schluss. Wir stellen das Zelt auf einer riesengrossen Fläche, alles Weideland, aber fast keine Kühe zu sehen.

9. Mai: Wir müssen früh los. Es hat für 20 Meilen kein Wasser, also laufen wir lieber nicht in der Hitze.
Ich komme fast nicht in den Schuh mit dem rechten Fuss. Ich fluche ein wenig, was zwar nichts nützt, aber es hört mich ja sonst keiner.
Auch heute sind alles Schotterpisten, die meistens geradeaus gehen, das sind einfach unglaubliche Distanzen. Wir laufen bis um zwei Uhr zu einer Quelle. Dort sind Ranger am werken. Ich frage sie ob jetzt Bier fliesst, die lachen nur und meinen sie sind schon froh wenn Wasser fliesst. Wir bekommen ein Soda von ihnen was unsere Stimmung anhebt.

Es ist schon ein krasser Unterschied zum Jahr 2022. Wir sehen jetzt mehrmals am Tag Ranger oder Feuerwehrmänner im Wald. Das Risiko für Waldbrände ist leider extrem gross, trotzdem siehst du weggeworfene Zigarettenstummel oder du hörst Schüsse im Wald und auch erloschene Feuerstellen.

Wir entscheiden bei einer Kreuzung auf Reserve runter zu gehen. Mit meinem Fuss kann ich vielleicht 10 km laufen und dann brauche ich eine Pause. So macht es nicht wirklich Sinn und Spass auf dem Trail zu bleiben. Also warten wir bis uns ein Auto mit hinunter nimmt zum Highway 12. Dort müssen wir noch einmal ca. 20 Minuten warten. Ein netter Typ fährt uns die restlichen 12 Meilen ins Dörfchen Reserve.


Zuerst wollten wir auf den Campingplatz gehen, aber der sieht jetzt wirklich sehr schlecht aus, also ist es eher unwahrscheinlich dort zu entspannen. Wir bekommen ein Zimmer mit allem was dazugehört: Kühlschrank, Kaffeemaschine, Mikrowelle, WC und Dusche. Zehn Minuten von der Unterkunft ist eine Bar mit richtig gutem Essen und Whisky, also perfekt für uns zum entspannen. 💪😎

2 Kommentare zu „CDT 2025 4.-9. Mai Gila River

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