CDT 2025 22.-27. Mai Cuba – Grenze Colorado

22. Mai: Donnerstags gehen wir um neun zum Frühstücken. Wir laufen einen Kilometer nach vorne zum Essen, nur um danach alles wieder zurück zu gehen.

Entspannte Feuerwarnung

Jetzt machen wir Autostop, um nicht die zwölf Kilometer auf asphaltierter Strasse laufen zu müssen. Wir sehen noch die zwei Schweizer, Schwester und Bruder aus Romanshorn.

Sie gehen auch wieder zurück auf den CDT. Für uns hält ein Anwohner an, der uns acht Kilometer weit mitnimmt. Das ist schon einmal gut für uns und die restlichen vier Kilometer werden Leeroy nicht schaden.


Wir laufen bis um acht immer weiter hoch. Auf 3100 müM ist der erste Schnee oder Restschnee, kein vergleich zum Jahr 2022. Damals sind wir hier alles im Schnee oder im Wasser gelaufen. Wir sind so froh das dieses Jahr ein tiefes Schneejahr ist, so ist es viel einfacher und schneller. Am Abend stellen wir das Zelt zwischen riesigen Tannen, sehr geschützt vor Wind und trockener Boden.

Wir laufen den Rest bis zum Abzweiger auf den CDT. Es ist jetzt doch etwas heiss geworden, sodass wir immer wieder kleine Pausen einlegen. Es geht den Hang hoch bis zum Naciento Lake, dort machen wir eine grosse Pause. Langsam geht die Temperatur zurück, es ist schon vier Uhr.

23. Mai: Wie meistens geht es am Freitag vor sechs Uhr los. Leeroy ist immer noch bestens gelaunt am Morgen. Wir sind etwas erstaunt darüber, denn eigentlich haben wir nicht gedacht, dass wir es bis Ende New Mexiko mit dem Hund schaffen, aber bis jetzt geht es hervorragend.


Heute ist es nicht wahnsinnig interessant. Meistens geht es durch Wald hoch und runter in Richtung Ghost Ranch in der Charma Wilderness, Waldbrandgebiet vom Jahr 2022, das knapp hinter uns war.
Jetzt ist es schon etwas anderes, schwarzer staubiger Boden, trostlos zum Wandern.

Waldbrände vom 2022

Eigentlich wollen wir eine längere Mittagspause machen, was uns aber ein Rudel verwilderter Hunde unmöglich macht. Sechs grosse Hunde die wir schnell verjagen aber ein Welpe will einfach nicht gehen, also müssen wir gehen. Wir laufen von Wasser zu Wasser bis um Acht. Das Zelt stellen wir in der Nähe vom Fluss Rio Chama. Wir sind happy. So viele Höhenmeter rauf und runter, die Strecke ist auch genial. Collorado sollte auch gehen.

24. Mai: Am Samstag gehen wir vor halb sechs los. Heute wird es etwas wärmer und die ganze Strecke ist Schotterpiste.


Leeroy bekommt schon nach den ersten drei Kilometer die Socken an die Füsse, damit läuft er besser. Zum Glück können wir noch etwa 8 Kilometer mit einem Camper mitfahren. Als der CDT wieder ab der Schotterpiste abzweigt steigen wir aus, bedanken uns bei dem Paar und laufen weiter.
Die restliche Strecke bis zur Ghost Ranch geht querfeldein über Flächen und über den Hwy 84 und dann noch über eine sehr wackelige Hängebrücke. Leeroy ist einfach durch nichts zu erschüttern, was wir machen macht er auch.


Bei der Ranch angekommen essen wir völlig überteuert. Also hier bleiben wir nicht. Eigentlich wollten wir unser Essen noch etwas ergänzen, aber es hat nichts sinnvolles hier. Sobald die Wolken die Sonne verdecken gehen wir aus dieser sehr specktacktulären Schlucht.

Ghoust Ranch


Wir kämpfen uns wieder hoch und bis zum Abend haben wir die sechszehn Kilometer und 800 Höhenmeter bis zum Wasser geschafft. Wir machen noch etwas Distanz zum Wasser wegen den Tieren, die ja auch zum Wasser müssen. Dann machen wir bei einem schönen Zeltplatz hinter Bäumen auf einer Wiese Feierabend und geniessen die Abendsonne.

25 Mai: Wir laufen am Sonntag durch (Jura) Wald. Wunderschön, nur in Amerika richtig zum Geniessen. Wir wissen, dass wir knapp essen dabei haben also wollen wir möglichst viel Distanz zurücklegen.

Am Mittag legen wir die Decke aus und wir wollen Pause machen. Es kommt ein Fahrzeug die Piste runter und hält an. Wir bekommen prompt zwei Dosen Bier. Wir nehmen sie dankend an, sind schliesslich auch Kalorien. 🤪
Am Nachmittag bekommen wir am See noch eine Soda. Dort essen wir gleich noch etwas. Danach müssen wir erst noch einem Bach entlang hoch steigen mit etwas Schnee, aber auch das ist sehr entspannt.

Oben sind Tageswanderer unterwegs, was auch ein Zeichen dafür ist, dass es nicht mehr so viel Schnee hat.
Bis um sieben am Abend sind wir alles wieder runtergelaufen bis zu einem Bach. Wir sind schon zwei Superhelden: Wir sehen einen perfekten Zeltplatz zwischen riesigen Tannen und sofort stellen wir das Zelt. Feierabend.

Danach merken wir, dass wir am nächsten Morgen erst mal den Fluss queren müssen um dann noch etwas aufzusteigen bis zu einem Zeltplatz. Wenn wir mal in die Karte geschaut hätten, wären wir am Abend noch gequert und hochgestiegen… so doof. 🤪

26. Mai: Am Montag gehen wir los und müssen zuerst durch den Fluss, ziemlich frisch dafür sind wir gleich hellwach. Danach geht es hoch. Bei der Fläche oben ist ein Hiker noch am schlafen, der war etwas schlauer als wir. Dort sind auch Pferde am Weiden. Dann geht es runter zu einem Campingplatz.
18 Kilometer laufen wir um an einem Tisch zu essen beim See Hopewell Lake vor dem Hwy 64.


Wir sind jetzt etwas geschafft und das Essen wird langsam etwas knapp. Eigentlich wären es noch drei Tage bis zur Grenze Colorado.
Also beschliessen wir heute möglichst weit zu laufen, was auch gut möglich ist. Pause machen wir meistens unter der Blache, weil es entweder regnet oder hagelt. Zum Glück dauerte der Hagel nur etwa eine viertel Stunde an.


Rauf, runter, dann wieder rauf über Farmen oder eher verlassene Farmen. Am Abend steigen wir noch hoch zum Campingplatz Upper Lagunitas am See.
Wir sind platt. Leeroy der Verrückte möchte noch etwas spielen. Wir haben heute 48 Kilometer geschafft und etliche Höhenmeter rauf und runter, aber er hat noch vorige Energie.

27. Mai: Heute sind es nur noch 32 Kilometer bis zur Grenze zu Colorado und nochmals 6 Kilometer bis zum Hwy 17.
Wir bewegen uns jetzt mehrheitlich um die dreitausend Höhenmeter, mal darüber, mal darunter. Wir stehen erst um halb sieben auf. Gestern haben wir abgemacht das wir ausschlafen. Mit Andy ist es etwas schwierig, er schläft nie aus. Bei mir ist ausschlafen so bis neun oder zehn am Morgen.

Stachelschwein


Wir gehen über Flächen immer Richtung Berge von Colorado. Der Schnee ist sicherlich weniger als das letzte Mal. Als wir nach mehreren kleinen Pausen den letzten Anstieg in Angriff nehmen, merkt man dass wir etwas hungrig und müde werden. Andy hat etwas Respekt vor dem letzten Stück, dass den Hang runter geht, alles mit Sturmholz und Schnee.

Es ist wirklich überhaupt kein Problem, der Weg ist immer wieder erstaunlich frei. Nach einer Stunde kommen wir unten ohne grosse Probleme an.
Bereits um Sechs sind wir an der Grenze zu Colorado. Also das wäre geschafft. Andy hat sich wieder einmal umsonst Sorgen gemacht.


Wir machen Bilder und möchten eigentlich noch etwas sitzen bleiben, aber es wird dunkel am Himmel. So beschliessen wir vielleicht doch noch heute in das Dörfchen zu gehen. Wir sind glücklich und hungrig. Wir laufen los, aber als wir von oben auf den Hwy runter schauen sehen wir in der ganzen Zeit in der wir gehen vielleicht höchstens zwei Autos runterfahren.

Leeroy schaut nach Colorado

Wir sehen ein, dass es heute keinen Sinn mehr macht. Wir suchen uns einen Zeltplatz und hängen den Abend im Zelt herum. Also Leeroy und ich. Andy isst alles auf was er findet, viel ist es nicht. Ich werde morgen in Chama zuschlagen.

2 Kommentare zu „CDT 2025 22.-27. Mai Cuba – Grenze Colorado

  1. Hi ihr zwei – Hut ab! Ich lese jeden Eintrag mit!

    Seid ihr eigentlich wieder als Mountain und Lion unterwegs? Oder nur als Begleitung von Leeroy?
    Übrigens starte ich am 29.Juli in Denver auf dem CT – aber bis ich dann auf dem Teilstück bin, das auf dem CDT ist, seid ihr dann ja längst weiter.

    Angesichts eurer Bilder und Erzählungen überlege ich ja glatt, ob ich in meinem nächsten Sabbatjahr (2027) auch auf dem CDT unterwegs sein sollte…

    Ich freu mich auf den nächsten Bericht!
    almuth / sayitagain

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    1. Hoi ja das wäre schön wenn wir uns auf dem CDT treffen würden, eher unwahrscheinlich denke schon das wir dann schon vorbei sind. Das freut uns für dich wenn du auch den CDT Trail planst im 27 wir sind bis jetzt ziemlich begeistert unterwegs. Wünschen dir tolle Erlebnisse auf deinem Trail diesen Sommer happy Trails 🤪

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