28. Mai: Am Mittwochmorgen geht’s zum Cumbrespass hinunter. Wir freuen uns auf Chama. Chama ist ein kleiner Ort mit einem Bahnhof mit Dampflok und historischen Wagen.

Wir probieren Autostop zu machen, aber heute nimmt uns niemand mit. Wahrscheinlich wissen die, wie Hiker nach paar Tagen wandern stinken. Andere Hiker haben einen Bus organisiert. Sie nehmen uns mit und so sind wir um zehn Uhr in Chama.

Wir suchen schnell unser historisches Hotel Fosters mit Bar und Restaurant auf. Ich frage ob es ein Zimmer für uns mit Hund hat. Die Dame sagt Ja, wir sollen um ein Uhr wieder kommen und der Barkeeper wird uns eines ausgeben. Sie fragt nach, ob der Hund ein gutes Benehmen hat. Das werden wir immer wieder gefragt. Ob Restaurant, Hotel, oder sonst wo, wir sagen immer ja und Lerroy merkt, das es wichtig ist ruhig und freundlich zu sein, so können wir meistens reingehen.

Am Nachmittag ist der Barkeeper dann anderer Meinung als Andy das Zimmer bezahlen will. Nein mit Hund nicht. Ich gehe und sage dass er zuerst die Dame vom Morgen fragen sollte. Er geht, kommt zurück und wir bekommen das Zimmer. Geht doch. 😎

Die Dame war die Schwester von der Besitzerin und die war begeistert von Leeroy. Ist anscheinend der einzige Hund der den CDT läuft. Mal schauen wie lange noch.

29. Mai: Am Donnerstag essen wir den ganzen Tag durch, telefonieren mit der Familie und am Abend gehen wir in die Bar um Andy’s Geburtstag zu feiern (58 Jahre jung 🤪).

Wir haben schon mehr als genug Bier getrunken und der Barkeeper bringt uns noch eines. Die Besitzerin gibt uns eines aus, wir umarmen sie. So eine nette Frau, das wir mit dem Hund hier sein dürfen. Der Barkeeper sagt unser Hund ist der beste Hund, den er je gesehen hat, man sieht und hört ihn nicht. Er mag Hunde offensichtlich nicht.
Alle anderen mit Hund schickt er konsequent hinaus, Leeroy aber darf in der Bar herumlaufen und geht jeden Hiker begrüssen.

Genialer Abschluss von New Mexiko, wenn es so weitergeht ist dieses Jahr unser Wanderjahr. Mit Leeroy sind wir nicht unbedingt gezwungen weniger Kilometer am Tag zu laufen, wir machen aber mehr kleine Pausen über den Tag verteilt. So entspannt waren wir eigentlich noch selten auf einem Trail.



30. Mai: Colorado wir kommen!
Wir gehen am Freitag um sieben Uhr aus dem Hotel und holen noch ein Kaffee bevor wir Autostop machen. So ist der Plan.
Im Kaffee werden wir direkt von zwei Herren angesprochen, ob wir mit ihnen auf den Pass hochfahren wollen. Also trinken wir den Kaffee beim Hochfahren und schauen noch was sie für die Eisenbahn machen, sie restaurieren ein Häuschen.

Die historischen Gebäude wieder herzustellen machen sie alles freiwillig.
Wir gehen um 9 zurück auf den CDT. Als erstes müssen wir ziemlich Höhenmeter machen um auf über 3000 müM zu kommen.
Bis um drei laufen wir mehr oder weniger schneefrei, aber dann geht es los, mit Rest- oder auch Neuschnee. Zuerst geraten wir in ein Gewitter mit Hagel und danach regnet es.

Wir kommen in den Schnee, auch das ist kein Spass. Der Schnee ist so weich, du hast manchmal richtig Mühe um deine Beine wieder frei zu bekommen. Die Füsse sind den ganzen Tag kalt und nass. Wir können am Abend das Zelt auf einen grossen flachen Stein stellen, rundherum alles Schnee.
Vielleicht ist es vorbei mit easy, haben wir das Gefühl. Irgendwie scheint es recht viel Schnee zu haben.

31. Mai: Am Samstag starten wir erst um halb sieben, weil der Schnee bei diesen Temperaturen auch in der Nacht nicht mehr gefriert.
Das Wetter ist am Morgen noch schön bei blauem Himmel, am Nachmittag hat es wieder Gewitter mit Hagel, Regen und es ist kalt.
Es geht durch Schneefelder rauf und runter. Immer wieder sinken wir bis zur Hüfte ein.

Am Nachmittag bin ich ziemlich am Ende mit den Nerven, ich spüre meine Füsse nicht mehr und bleibe immer wieder stecken. Also das macht wirklich keinen Sinn so. Du siehst nichts von der Umgebung, hast einen riesigen Krampf und schaffst vielleicht gerade so 20-25 Kilometer am Tag.

Wir machen eine Pause und beraten uns. Eigentlich kommt jetzt noch ein Absteigen in eine Schlucht, auf der anderen Seite wieder hoch, noch einmal runter und dort können wir auf die tiefere Route wechseln.
Als wir etwa einen Kilometerweit gelaufen sind, sitzen vier Hiker um ein Feuer. Sie werden von hier absteigen.

Wir entscheiden uns weiterzugehen, weil das doch eine rechte Verlängerung der Route wäre (sicher zwei Tage).
Aber nach acht Kilometer kommen uns drei bekannte Hiker entgegen. Sie meinen der Abstieg in die Schlucht ist zu gefährlich. Wir Besserwisser wollen es trotzdem versuchen aber es kommt wieder ein sehr hartnäckiges Gewitter, das wir unter der Blache aussitzen. Wir diskutieren noch etwas und kommen zum Entschluss das es vielleicht vernünftig ist umzukehren. Zuerst haben wir die Idee hier gleich einfach den Hang runter zu steigen wo gar kein Weg ist. 🤪
Man glaubt es nicht: Wir gehen ganz brav alles zurück bis in den Abend hinein. Vielleicht hat uns das Alter schlauer gemacht.

happy Birthday junger mann 😜
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