21. Juli: Pinedale- Dubois
Wir laufen zur Strasse, welche hochgeht zum Elkhart Park Trailhead.

Nach kurzer Zeit nimmt uns ein Lehrer mit. Danach laufen wir über den Seiten-Trail zurück zum CDT. Beim hochgehen kommen uns noch zwei Schweizerinnen entgegen. Die eine kennen wir, es ist tinkle. Sie bricht den Trail ab und wird nach Hawaii fliegen. Die Andere hat oben an der kanadischen Grenze begonnen und läuft runter zur mexikanischen Grenze. Den halben Tag brauchen wir um wieder auf den CDT zurück zu kommen.

Hier auf dem Weg ist es wieder sehr schön, Berglandschaft mit kleinen und grossen Seen und Bächen und steilen felsigen Bergen. Abstiege in die Täler, Aufstiege auf die Pässe, einer cooler als der andere.

Hier könnte man laufen ohne überhaupt müde zu werden, es ist so eine wilde und schöne Landschaft. Jedes Mal, wenn du auf einen Sattel hochsteigst, bist du gespannt wie es auf der anderen Seite aussieht. Es ist genau das was wir lieben: Bergrauf darf ein wenig klettern dabei sein, ausgestellte Wege mit Aussicht, wild und ein bisschen Risiko.

Das Gefühl du hast jetzt etwas geschafft und bist etwas über die Grenzen gegangen ist schon etwas, das wir beide mögen. Ich möchte nicht unser Schutzengel sein. 🤔
22. Juli: Wir gehen vor sechs los auch heute immer noch genial diese Wind River Landschaft. Der Abstieg von der Wind River machen wir über einen Seiten-Trail.

Über Felsen und Geröll runter steigen, nicht ganz ungefährlich. Sehr vorsichtig suchen wir den Weg über die Felsen. Unten noch durch Wald weiter absteigen bis zum Talboten, dort erst mal eine grosse Pause. Diese Höhenunterschiede in einem Tag auf dem Trail sind schon extrem: 1000 oder 2000 hoch und runter ist normal. Wir haben mit dem Essen etwas umgestellt. Wir kochen zwei Beutel Knorr Reis und Käse am Mittag. Zum Loslaufen für jeden einen Proteinrigel, dann mache ich einen Drink den wir nach einer Stunde trinken. Zwei Beutel Swiss Milk etwas löslicher Kaffe und jede Menge Proteinpulver. Es mischt sich von alleine beim Gehen, das trinken wir und dann geht’s ab.

Fast in jeder Pause mische ich wieder einen Drink, das gibt die meiste Energie zum Wandern. Auch essen wir mit dem Löffel Nutella und Erdnussbutter, sehr fettig und viele Kallorien. Das ist unsere Ernährung auf dem Trail.

Jetzt führt uns der Weg an den ersten See Upper Green River Lake.
Der Weg ist einfach und flach, bis wir um sieben am Abend unseren Zeltplatz erreichen, mit Ausblick auf den Berg Squaretop Mountain,. Wir finden der sieht aus wie ein riesiger Hut.

Schon toll einfach das Zelt stellen in so einer Kulisse, See dahinter dieser spezielle markante Berg, nicht schlecht.
23. Juli: Wir ziehen wieder vor sechs los, weiter zum zweiten See im Hang hoch und nach vorne. Dort gehen wir zum Campingplatz, es gibt hier Trailmagic. Ein Ehepaar gibt Hikern alles mögliche zu Essen.

Leeroy bekommt sogar Katzenfutter, ihm schmeckt alles was irgendwie ins Maul passt. Wir müssen nach einer Weile wieder zurück auf den Trail und können noch zwei Dosen Bier mitnehmen für den Abend. Das Bier haben wir bereits in einer Pause getrunken beim Aufsteigen auf den Gunsight Pass, war jetzt auch nicht die beste Idee. Bei der Hitze 4 Stunden hochgehen mit Alkohol, aber was soll’s, die Dosen hätten ja auch kaputt gehen können…

Der Nachmittag ist nicht sehr anspruchsvoll mit runterlaufen im Wald und Wasser ist überall vorhanden, sehr relaxtes wandern. Wir kommen super vorwärts, es geht über grosse Weideflächen nur ohne Kühe. Es scheint einfach zu wenig Futter zu haben. Dafür sehen wir Fussabdrücke von Bären die hier unterwegs sind, das bestätigt uns sehr vorsichtig zu sein. Wir hängen unser Essen jeden Abend in einen Baum weit entfernt vom Zelt und essen nie beim Zelt. auch Leeroy füttern wir mehr als eine Stunde vorher. Heute Abend gehen wir hoch auf einen Berghang zum Zelten, es ist absolut keine Gewitterwolke zu sehen. Es gibt einen schönen Sonnenuntergang und Morgen früh wird’s sicher ebenfalls so ein schöner Sonnenaufgang werden. ☺

24. Juli: Wir warten bis die Sonne das Zelt getrocknet hat, es ist halb acht als wir loswanderen. Nach etwa vier Kilometern kommt ein Gatter, dort steht es ist nicht erlaubt hier durchzulaufen, wir seien auf dem falschen Weg. Wir entscheiden dennoch durchzulaufen. Alles wieder zurück um dann durch Waldbränd-Gebiet zu wandern haben wir keine Lust. Es sind etwas mehr als zehn Kilometer, die wir auf diesem Weg unterwegs sind. Wir beeilen uns das wir möglichst niemandem begegnen. Es ist offensichtlich Farmland und so einem erzürnten Farmer zu begegnen ist kein Spass.

Bei der ersten Quelle Kochen wir etwa um elf, es wird nachher länger kein Wasser mehr kommen. Es wird durch Waldbrand-Gebiet gehen bis zum Abend. In diesem Gebiet wird das Wasser nicht gut sein, erst wieder bei einer Quelle kann man wieder Wasser auffüllen.
Der restliche Tag ist schon beeindruckend, hier ist alles verbrannt, der ganze Wald besteht aus liegenden schwarzen Überreste von Baumstämmen, teilweise ragen sie noch wie schwarze Pfeiler in den Himmel. Der Waldboden ist dafür voll mit violetten Blumen und Asche.

Es sieht irgendwie schön und zugleich traurig aus. Auch heute kommen wir weiter als gedacht, wir sind etwa sechs Kilometer von der Passtrasse zu Dubois entfernt. Auch heute sehen wir Abdrücke von Bärentatzen im Matsch. Wir hoffen es bleibt so und wir müssen keinen live sehen. Das Zelt müssen wir auf einer Ausweichstelle für Maschinen stellen, es kommt ein stürmisches Wetter auf. Wenn es stürmt oder gewittert ist man froh, wenn der Zeltplatz etwas geschützt ist durch starke Bäume oder erhöhtes Gelände, so schläft es sich besser.

25. Juli: Wir starten am Freitag gemütlich um acht Uhr Richtung Togwotee Pass. Die Schotterpiste wird gebraucht um Holz abzutransportieren und jedes Mal wenn so ein Lastwagen hochfährt, bist du in einer Staubwolke. Das ist uns jetzt ziemlich egal, denn heute wird es eine Dusche geben und noch etwas mehr oder weniger schmutzig zu sein interessiert uns nicht. Beim Hwy 278 machen wir Autostop und werden von einem Ehepaar in einem Campingbus mitgenommen. Dort sitzen schon zwei Hiker drin. Von dem einen haben wir immer wieder in den Trailregistern gelesen Maschine, er kennt uns wegen dem Hund.
Wir werden gleich Mitte Dubois abgesetzt. Zuerst schauen wir wegen einem Zimmer für zwei Nächte. Das erste Mottel ist nicht begeistert von Hikern. Die Besitzerin sagt, für Hiker hätte sie keine Zimmer und schon gar nicht mit Hund. Mal eine klare Ansage, wir Hiker sind halt etwas dreckiger nach ein paar Tagen im Wald und manchmal stinken wir so, das es sogar unangenehm ist bloss neben dem Anderen zu laufen.

Das nächste Motel möchte achtzig Dollar für den Hund und erklärt im gleichen Atemzug was alles defekt ist im Zimmer. Wir gehen ins nächsten Motel. Hier wären Hunde nicht erlaubt, aber wir bekommen ein sehr tolles Zimmer. Für den Hund Zahlen wir für zwei Nächte 50 Dollar, voll in Ordnung. Die Besitzerin erzählt, dass sie und ihre Familie zurück nach Indien gehen und das Motel einen neuen Besitzer bekommt. Sie ist sehr angetan von Leeroy, lobt sein Benehmen und wie schön er ist. Leeroy weiss einfach wie er sich einschleimt.
Wir gehen zum Frühstücken in ein Café und danach noch in eine Bar. Dort müssen wir draussen sitzen wegen des Hundes und draussen dürfen wir kein Bier trinken. Also diese Regeln sind etwas doof manchmal blickt man nicht mehr durch. Wir bekommen nur eine Dosen Bier, kein offenes Bier. 🍺

Den ganzen Nachmittag reden wir mit einem Hiker Hungry jak aus Deutschland. Sehr netter lustiger Typ. Er reitet immer auf unserem Alter rum, aber wir nehmen es mit Humor. Ist halt so, die Jüngsten sind wir nicht mehr.
Wahnsinns Bilder mal wieder. Musste bei dem Berg bisschen an den Tödi denken.
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Ja der Tödi ja denn werden wir machen oder ein anderes Projekt und du kommst mit war ja abgemacht 🤝 💪👋
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