CDT 2025 – 26.-29. Juli

26. Juli: Wir schlafen am Samstag aus, gehen zum Frühstück und danach wieder zurück ins Zimmer.

Die nächste Strecke geht durch den Yellowstones National Park, mit Hund dürfen wir nicht auf dem Trail wandern. Irgendwie müssen wir entweder um den Park kommen oder eventuell mit einem Besucher im Auto durch den Park fahren.
Keine Ahnung wie lange und wie gut es funktioniert, ich gehe mal für fünf Tage essen einkaufen.
Dann verstauen wir alles in den Rucksäcken und sind mal gespannt wie es dann kommt. Gegenüber des Motel’s gehen wir noch eine Pizza essen. Den Besitzer interessiert die Regel mit dem Hundeverbot nicht, im Gegenteil, er bringt extra einen Futternapf für Leeroy.
Ich werde es nie verstehen was genau jetzt die Regel ist, man fragt und jeder hat seine eigenen Regeln. Das betrifft sehr viele Sachen: Autostop ja oder nein, mit Hund ja oder nein, Alkohol trinken wo genau und ja oder nein, … 🤪 Ein Hiker sitz bei einem geschlossenen Café draussen auf einer Mauer. Er muss aufstehen, denn das sei nicht erlaubt. Ein anderer sitzt bei einem Motel auf der Rasenfläche und lehnt sich am Rucksack an, auch er muss aufstehen. Also für ein Land, dass mit Freiheit wirbt sind es doch etwas unübersichtliche Regeln oder kompliziert zu verstehen.

Alte Miene in Dubois


Es ist etwas anderes als in den Jahren zuvor, in denen wir hier waren. Alles scheint etwas komplizierter geworden zu sein. Wir lassen uns nicht beeinflussen und probieren einfach nicht allzu oft anzuecken. Zuerst fragen und dann umsetzen ist die beste Lösung, so klappt es gut und meistens wird es dann entspannter.

27. Juli: Dubois – Teton Range -Yellowstone – Grant Village
Denn Yellowstone können wir nicht machen, da es nicht erlaubt ist mit Hund im Park zu wandern. Also umfahren wir den Park und machen in Montana- ldaho weiter. So der Plan.
Wir gehen los um Autostop zu machen. Wir rechnen bereits damit, dass es schwierig wird eine Mitfahrgelegenheit zu finden. Ein Auto hält nach einer halben Stunde an, leider fährt er nicht so weit.
Wir fragen ob er drei andere Hiker hochfährt. Er wartet und nimmt die anderen mit.
Wir stehen ewig hier, es ist Sonntag und alle, die in unsere Richtung fahren haben keinen Platz oder keine Lust uns mitzunehmen. Ein ehemaliger Polizist hält an und fragt, was wir vorhaben. Wir erzählen ihm alles und er recherchiert im Internet. Er denkt die Lösung sei, dass wir durch den Park auf der Strasse laufen und teilweise wahrscheinlich mitgenommen werden. Das scheint uns jetzt auch die beste Lösung zu sein, wird wahrscheinlich nicht ganz einfach aber wir versuchen es. Er lebt hier, also weiss er auch wo wir die beste Möglichkeit haben um Autostopp zu machen. Er fährt uns eine Stunde bis zu einer Tankstelle, dort bedanken wir uns und er wünscht uns viel Glück.

Tankstelle im Nirgendwo

Wir nehmen drei Brötchen und laufen los in Richtung Rangerstation vor dem Yellowstone. Irgendwann hält ein Auto an. Ein etwas lustiger aber lieber Typ. Das Auto ist eigentlich schon voll mit all seinen Sachen, ich frage mich wo genau er uns dazu stopfen will. Er entschuldigt sich und räumt den Vordersitz frei und hinten gibt’s auch noch ein Eck für Leeroy und mich. Dann geht es los. Er versteht sofort unser Anliegen und fährt zur Rangerstation.

Die ist geschlossen, also beschliesst er uns zum National Park Titon Ranger zu fahren, um dort beim Eingang zu fragen. Er ist unglaublich, wir können mit ihm in den Park und dort dürfen wir auf der Strasse weiter wandern Richtung Yellowstones.

Aber zuerst zeigt er uns noch seine Lieblingsplätze, so einen Menschen findest du nicht alle Tage. Wenn wir nach dem Aussehen des Autos geschaut hätten, wären wir nie eingestiegen. Irgendwie haben wir jetzt ein Gefühl entwickelt was gute Mitfahrgelegenheit sind und wo wir dankend ablehnen. Wir laufen los, machen immer wieder Pausen damit sich Leeroy erholen kann. Dann machen wir eine Pause bei einer Tankstelle, um einen Kaffee zu trinken. Dort nimmt uns ein Ehepaar etwa 10 Kilometer mit, sie gehen an den Jackson-Lake. Wir steigen aus und laufen in den Abend hinein. Wir finden neben der Strasse sauberes Wasser. Leeroy füttern wir gleich, denn er braucht fast einen Liter Wasser auf das Futter. Danach gehen wir noch etwa zwei Stunden weiter. Ein Auto fährt an uns vorbei und wendet dann. Er hat uns am Nachmittag schon gesehen, hatte aber keine Zeit. Dafür fährt er uns jetzt zum Eingang des Parks.


Wir sitzen etwas geschafft beim Eingang. Es ist sieben Uhr und wir überlegen ob wir hier übernachten oder noch weiter gehen. Wir gehen noch weiter, weil es jetzt kühler wird und es für Leeroy einfacher ist auf der Strasse, der Verkehr ist auch nicht ohne.
Als wir bereits überlegen, wo wir hier neben der Strasse das Zelt stellen, fährt ein riesiges Fahrzeug an uns vorbei ich sage zu Andy, dieses Haus auf Rädern nimmt uns mit und fährt uns.
Wir staunen nicht schlecht als er wendet, zurückkommt und sagt: „Ich gehe zurück um etwas Platz freizuräumen und dann nehme ich euch mit.“ Wir sind platt, das gibt’s doch nicht wie viel Glück wir haben. Wir kommen heute noch auf den Campingplatz bei Grant Village.
Er hat früher hier gearbeitet und von daher weiss er, warum wir auf der Strasse unterwegs sind.
Ist mega cool, beim Camping bekommen wir einen Platz der extra für CDT Hiker ist. Wir treffen eine sehr nette Schweizer Familie aus Bern und können endlich wieder einmal Schweizerdeutsch reden.

28. Juli: Grant Village-Yellowstones West
Wir haben super geschlafen hier auf dem Campingplatz. Zuerst gehen wir zurück zum Eingang des Campingplatzes. Wir bedanken uns für den schönen Platz, sie wünschen uns viel Glück für den weiteren Weg und weiter geht’s. Zuerst noch schnell einen Kaffee bei der Tankstelle trinken und dann laufen wir los. Diese Strecke ist nicht lässig, die Besucher des Parks fahren in hohem Tempo an uns vorbei von einer Ausweichstelle zur nächsten, nur um dort meist erwas aus dem Fenster raus zu fotografieren. Wir wandern bis Leeroy eine Pause braucht und gehen dafür auf eine Ausweichstelle. Es kommt ein Auto und der Mann nimmt uns mit.

Grand Prismatic Spring

Die Rucksäcke kommen in den Kofferraum, Leeroy hinten bei mir und Andy vorne. Wir bekommen eine super Fahrt durch den Yellowstones, er geht mit Andy zu den Gaysiren und einen Byson sehen wir gleich neben der Strasse. Wir sind froh, dass wir im Auto sitzen dürfen und nicht auf der Strasse laufen müssen. Hier sind nicht ganz ungefährlich Tier unterwegs und der Verkehr im Park ist nur mit absolut verrückt und gefährlich zu benennen. Der Mann bietet an, den Hund zu nehmen, damit wir die Gysier anschauen gehen können, der Hund ist nicht erlaubt auf dem Walk.


Es wäre sehr verlockend es anzunehmen, aber ich bleibe mit dem Hund beim Auto. Vorsicht ist besser als Nachsicht. Wenn dann die Rucksäcke und der Hund weg sind, was dann? Es ist nicht das erste Mal das sowas Hikern passiert, den Rucksack rein ins Auto und der Fahrer drückt aufs Gas und weg ist dein doch nicht ganz so billiges Material, Pässe, Handy, … Ich setze mich immer zuerst mit dem Hund hinten ins Auto und Andy übernimmt die Rucksäcke. Beim Aussteigen genau umgekehrt. Ich sitze hinten mit dem Hund, denn Leeroy würde völlig ausrasten, wenn das Auto ohne Andy losfährt. Der würde dann ziemlich schnell anhalten und uns rauslassen, da bin ich mir sicher.


Je näher wir West Yellowstones kommen, desto mehr Verkehr kommt auf. Das ist völlig verrückt, wobei es dieses Jahr nicht viele Touristen seien.
In der Stadt angekommen wird’s noch schlimmer. Die Fahrzeuge stehen an, Motorräder Harleys mit Musik, riesen Camper, … einfach alles was fährt drängt sich durch den Einlass des Parks.

Unser Fahrer beschliesst, um den Park herum zurück zu fahren. Wir haben ein schlechtes Gewissen. Warum hat er uns nicht gesagt, dass er im Park bleibt und umdreht, wir hätten auch den Rest rauslaufen können. Es scheint ihm jedoch nichts auszumachen.
Denn Abend verbringen wir in dem sehr touristischen West Yellowstones und laufen etwas durch das Städtchen. Wir treffen wieder eine Schweizer Familie und reden mit ihnen. Die Schweizer sind anscheinend doch gut vertreten in den USA.
Wir haben jetzt noch etwa 1600 Kilometer vor uns bis zur Kanadischen Grenze, mal schauen was noch alles passiert in Idaho – Montana. Zum Feiern ist uns ehrlich nicht. Wir sind froh, dass alles bis jetzt so toll gelaufen ist, aber dieser Hike ist etwas anderes als die, die wir bisher gemacht haben.
Es sind einfach zu wenig Menschen unterwegs auf dem Trail, die Dörfer wirken meistens etwas leer, auch die Touristen fehlen.

Leeroy mit Wolf

29. Juli: West Yellowstones
Wir frühstücken noch im Hotel und dann gehen wir los um Autostop zu machen. Das ist hier nicht ganz einfach. Zuerst fährt ein Pickup vorbei und zeigt uns den Daumen nach unten, nette Geste. Dann nach längerer Zeit halten zwei junge Frauen an, nur um dann doch weiterzufahren, das finden sie lustig. Das geht dann so weiter, bis uns ein sehr netter Mann mitnimmt der im Yellowstone arbeitet. Er sagt uns, dass hier Autostopp nicht gern gesehen wird, aber für uns Hiker geht’s nur mit Autostop zurück zum Trail. Die Strecken von den Bergen zu den Einkaufsmöglichkeiten in den Dörfern ist viel zu weit um zu laufen.

Idaho – Montana

Wir laufen vom Pass alles rauf, bis um fünf haben wir einen Gipfel erreicht. Andy filmt die Rundumsicht. Ich möchte runter, über uns kommen Gewitterwolken und es stürmt ziemlich. Wir sind hier ausgesetzt, wenn es anfängt zu Blitzen. Wir gehen runter ins Tal, durchqueren es und wieder hoch auf den nächsten Berg.

Schöner Wanderweg, alles in Schlaufen hoch und auf der anderen Seite in Schlaufen runter. Wir kommen viel weiter als wir geplant hatten, es ist dunkel als wir unser Zelt unter den Tannen stellen. Das Essen hängen wir ziemlich weit vom Zelt in einen Baum auf. Heute haben wir wieder einmal Fussabdrücke von Bären gesehen, so bleibt man vorsichtig. Heute war der erste Tag, an dem wir Hiker gesehen haben, die von Norden nach Süden, also von Kanada nach Mexiko laufen.
Das war so lässig. Sie geben uns Informationen vom Trail und wir ihnen. So ist es total schön finden wir.
Etwas Leben auf dem Trail, immer wieder mal einen kleinen Schwatz mit anderen Hikern, so gefällt es uns.

2 Kommentare zu „CDT 2025 – 26.-29. Juli

  1. Hallo liebe Moutain-Lion,

    ganz herzlichen Dank für eure interessanten Berichte, und die schönen Bilder dazu! Ich freue mich immer sehr, wenn ich von euren Tour-Erlebnissen lesen kann, und hoffe ganz fest, dass ihr es bis nach Kanada schafft! So cool, dass auch Leeroy so gut mitmacht, – er scheint ein richtiger Thruhiker-Dog zu sein…!

    Leider sind meine 3 Wochen Via Alpina schon wieder vorbei. Aber ich habe das Wandern auch wieder richtig genossen, und das Wetter war diesmal richtig genial – ein Tag schöner als der andere! Mein Plan wäre, dass ich nächstes Jahr Monaco erreiche…mal sehen..

    Ich wünsche euch weiterhin alles, alles Gute, stabile Gesundheit, schöne Begegnungen, grossartige Landschaften, und spannende Trails…!

    Ein lieber Gruss aus dem Emmental, Annemarie

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    1. Dankeschön es freut uns von dir zu hören wir schauen uns immer deine Berichte an vom Via Alpina an super Danke. Wir denken auch das wir nächstes Jahr wieder auf dem Via Alpina unterwegs sein werden. Wird sicher lustig wenn wir uns begegnen auf dem Trail 🤣
      Wir sind jetzt etwas ausgebremst durch ein Waldbrand der zum Glück gelöscht werden konnte. Morgen geht’s weiter auf dem Trail hoffe ohne weitere Brände. Du hattest ja richtig Glück mit dem Wetter in der Schweiz 🇨🇭
      Alles Gute und liebe aus dem verrückten 🇺🇸 👋

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