Tag 62, 25. Juni, über 1000 Meilen, Bridgeport

Als wir loslaufen ist der Schnee pickelhart, den Pass erreichen wir bevor die Sonne aufgeht. Auf der anderen Seite unten angekommen, stossen wir auf einen Bach zum queren. Es hat zwar einen Baumstamm darüber, aber leider ist der zu kurz. Markus und ich steigen danach ins Wasser. Andy, der Schlaumeier, nimmt einen dicken Ast mit, um trockenen Fusses ans andere Ufer zu kommen. Er schmeisst ihn ins Wasser, logisch der Ast schwimmt davon. Es sieht zum Schreien aus, wie er verzweifelt versucht, den Ast  mit den Stöcken zu halten, wir lachen uns kaputt. Erst als er fast reinfällt, gibt er auf und steigt wie wir Normalsterblichen ins Wasser.

Wir laufen auf dem Trail, die Frage ist nur auf welchem. Dass es nicht der PCT ist, merken wir erst als auf einem Schild Kennedy Canyon steht. Zum PCT müssen wir wieder hinauf, doch wir verlaufen uns nochmals. Als wir es irgendwann geschafft haben und wieder auf dem PCT sind, legen wir gleich eine Pause ein und geniessen ein Frühstück. All-in kommt und ist verwundert uns zu treffen. Keiner bindet ihm auf die Nase, dass wir desorientiert im Wald herumgelaufen sind.

Nach der Pause geht es zum Pass hoch, wir verlieren einander. Als Andy und ich den Hang hochsteigen, sitzt Markus auf seinem Kanister auf dem Weg. Wir steigen weiter gerade auf zum Leavitt Peak, über Stein und Geröll. Auf dem Gipfel ist es so windig, dass wir einen geschützten Platz suchen. Diese Bergkette ist total anders als die zuvor, sehr kahl, fast ohne Pflanzen, einfach nur Geröll und Felsen, es ist Vulkangestein.

Nachher geht es auf dem Bergkamm nach vorne, bis es zur Sonora-Passstrasse runter geht. Hier laufen wir teilweise über lange Schneefelder und haben zum Schluss lange Abfahrten auf dem Hosenboden, macht immer wieder Spass. Bei der Passstrasse geht Markus weiter auf dem PCT, wir wollen nach Bridgeport hinunter, wir trennen uns. Markus und seine Sprüche werden uns sehr fehlen.

Andy und ich stehen nicht lange an der Strasse bis ein Rentner anhält, der die Strecke regelmässig abfährt, um Hikern zu helfen. Das tut er einfach für gute Hiker-Geschichten, auf gar keinen Fall will er Geld dafür. Sehr netter Mann, es sind immerhin 30 Meilen bis zum Dorf. Beim Motel haben wir einen Trailer gebucht. Der Receptionist erklärt uns, dass die Trailer nur beschränkt heisses Wasser haben und wir sicher mehr brauchen. Für zehn Dollar mehr gibt es ein Zimmer mit unbeschränkt Wasser. Dazu gibt er noch extra Shampoo, plus extra Frotteetücher. Sehr klar, was er uns sagen möchte, wir gehen erst mal duschen.
Schluss bei km 1636 (Meile 1018), gelaufen sind wir 34 Kilometer bzw. 21 Meilen.

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