CDT 22, 3. – 6. Juli, Grand Lake – Steamboat Springs

Grand Lake

3. Juli:
In der Lodge konnten wir umsonst Kaffee nehmen, so viel wir wollten. Hier in Grand Lake war alles sehr teuer, also hatten wir in der Lodge gefrühstückt. Kochen hätte man auch können.

Am Morgen gingen wir erst einkaufen für drei Tage und fürs Frühstück. Danach gingen wir mit „Swiss Monkey“ zurück auf den Weg, weiter durch Waldbrandgebiet bis zum Rocky Mountain Nationalpark-Informationszentrum. Ich ging rein, um zu fragen welche Trails möglich waren zu laufen und welche geschlossen waren. Der Ranger nahm gleich eine Karte für den CDT-Trail zur Hand, man könne in den Nationalpark hinein laufen und auf dem gleichen Weg wieder zurück. Die Alternative war ganz geschlossen, er sagte, wir sollten es gleich bleiben lassen, denn die Rangers würden uns rausbegleiten, wenn sie uns auf dem Weg erwischen. Also mussten wir zum Hwy 34, um fünf Kilometer zu laufen, wo der Trail wieder aus dem Park kam.

Rocky Mountain Nationalpark

Ein kleines Stück nahm uns dann noch eine junge Frau mit. Wir bekamen noch Bier, wieso auch immer Bier, denn Soda wäre besser für uns. Also erst mussten wir das Bier trinken und dann ging’s weiter auf dem CDT-Trail.

Zuerst sahen wir gleich neben dem Trail einen Elch, aber es kam noch besser. Plötzlich stand mitten auf dem Weg vor uns ein mächtiger Elk, er sah uns und ging ganz gemächlich seines Weges. So ein schönes Tier von so nahe zu bestaunen war einfach wunderschön.

Elk aus der Familie Hirsch

Danach wanderten wir weiter über den Bowen-Pass und es zog ein Gewitter auf. Nicht so schlimm fand ich, aber „Swiss Monkey“ hatte weniger Freude. Er hatte ja auch keinen Poncho wie wir, er stellte sich unter einen Baum und wir warteten auch. Irgendwann gaben wir auf und liefen zusammen weiter, der Regen hörte erst auf als wir das Zelt stellten.

4. Juli:
Am nächsten Morgen starteten wir wie immer früh. „Swiss Monkey“ schlief noch, als wir loszogen. Er holte uns locker ein, als wir uns mit dem Frühstück beschäftigten. Er war viel schneller als wir, an diesem Tag war es aber auch streng, viele Höhenmeter.

Auf 3748 Meter Höhe

Auf dem Gipfel (3748 m) war es ungemütlich, die Gewitterwolken im Rücken stressten uns ein wenig. Oben angekommen sind wir darum gleich wieder hinunter gehastet, da wir dachten, es würde richtig heftig werden.

Dieses Coloradowetter ist spektakulär, von Gewitter wieder zu Sonnenschein, super. Wir liefen bis um acht Uhr Abends, leider meistens weiterhin durch verkohltes Waldbrandgebiet.

Dafür war der Zeltplatz sehr schön, zusammen mit anderen Hikern zelteten wir oben auf einer Fläche mit Abendsonne.

Waldbrand vom 2020

5. Juli:
Der nächste Tag war angenehmes Wandern, es wurde immer flacher, meistens sogar leicht abfallend. Die letzten 20 Kilometer waren auf einer Forststrasse entspanntes Wandern, wir kamen gut voran. Als ich aufs WC ging, schnappte sich Andy meinen Rucksack und lief weiter. So ein Spinner, er dachte, er wäre Superman.

Durch einige Rinderfarmen bis zum Hwy 14 gewandert. Das Wetter wurde dann zum Abend hin wieder sehr wild, der Himmel bedrohlich und düster.

Wir konnten das Zelt, hinter einer CDT-Infotafel gleich bei der Strasse, nur zu zweit aufstellen. Es windete so heftig, dass ich das Zelt festhielt bis Andy die Heringe mit Steinen beschwerte. Auf meinem Handy kam eine Wetterwarnung, ein schriller Ton warnt uns, wenn’s wirklich aussergewöhnlich kam. Also das hatten wir auch gemerkt! Wäre schön, wenn die App uns etwas früher informieren würde. Das Wetter beruhigte sich dann so schnell wie es gekommen war.

Am nächsten Morgen

6. Juli:
Mittwochmorgen standen wir erst um sechs auf. Diese Morgenstimmung hier in Colorado sind schon beeindruckend. Eigentlich wollten wir nicht dieser Hwy-Strasse entlang laufen, es waren 15 Kilometer Asphalt bis zur Abzweigung. Aber es hielt kein Auto an, um uns mitzunehmen, also liefen wir.

Kilometerlange Asphalt laufen mit dem Gewicht auf dem Rücken, wenn Trucks vorbeidonnern, grässlich. Und die Füsse schmerzten. Andy hatte richtig schlechte Laune, obwohl die Landschaft ziemlich schön war. Seine Stimmung wurde nicht besser, als wir bei der Abzweigung waren. Zwei junge Hiker standen schon da, um Autostopp zu machen bei der Ausweichstelle.

Wir ärgerten uns, weil so wie sie es machten, würde es ewig dauern. Die junge Frau gab alles, mit dem Po wackeln und Bein zeigen, richtig aufreizend. Daneben der Hiker, der mit einem Banner winkte, vielleicht ein bisschen zu viel des Guten. Normalerweise warten wir bis die, die vor uns am Autostopp machen sind, erfolgreich sind. Zu viert wäre’s schwer, als Paar ist es leichter. Aber hier hatten wir keine Lust zu warten, wir stellten uns an die Kreuzung Richtung Steamboat Springs. Es dauerte nicht lange und eine Frau liess uns einsteigen. Sie sagte, eigentlich nehme sie nie Anhalter mit, aber wir hätten für sie seriös und sicher ausgesehen. Wir mussten ziemlich lachen darüber, wahrscheinlich hatte sie eher Mitleid mit uns beiden alten Hiker.

Im Ort Steamboat Springs gingen wir erst essen und dann in ein schönes Motel. Der Tag war so schnell vorbei. Mit dem Gratisbus gingen wir einkaufen für die nächste Etappe. Ich kaufte noch neue Hosen für mich, da mir die alten Hosen nicht mehr hielten. Ich musste sie immer mit dem Rucksackgurt zuschnüren, weil sie einfach zu gross waren und auch zu warm.

Am Abend traf ich noch ein uns bekannter Hiker. Er hatte im selben Motel gebucht, drum gingen wir zu Andy aufs Zimmer und redeten viel zu lange, es wurde zwölf bis wir dann alles erledigt hatten. Wir werden ihn auf diesem Trail leider nicht mehr sehen, er geht vom Trail.

4 Kommentare zu „CDT 22, 3. – 6. Juli, Grand Lake – Steamboat Springs

  1. Hey Mountainlion! Ich freue mich jedes Mal, wenn es von euch ein update gibt! Wie sind eure Erfahrungen mit dem Poncho? klappt besser als mit einer Regenjacke? Gruss Ent

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    1. Hoi Yves
      Sorry für die späte Antwort, dass Internet furchtbar hier.
      Der Poncho ist genial, wir würden nicht mehr ohne wandern gehen. Wir haben noch eine ganz leichte Regenjacke dabei, mehr ein Windstopper. Wenn es voll regnet einfach Poncho anziehen und weiter geht’s. Unserer ist von Exped vom Transa. Wenn’s kalt ist im Zelt brauchen wir ihn noch als zusätzliche Decke. Das Material gibt ziemlich Wärme ab, genial.
      Gruss Mountain and Lione

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