TAG 7, 11. April, Eagle Rock, Meile 100

Tagwach wieder um 5 Uhr. Heute sind wir nicht so motiviert aufgestanden, der gestrige Tag beschäftigt uns schon noch. Wir glauben nicht mehr so recht, dass es möglich ist diese Strecke zu meistern. Schlechte Stimmung, so wandern wir heute recht schweigsam hintereinander her bis zur Steinformation Eagle Rock.

Andy will weiterlaufen. Wir haben dann ein wenig diskutiert, dann läuft er einfach weiter. Das ist mir jetzt egal, ich biege ab zu den Felsen, die aussehen wie ein Adler. Nach einer Weile kommt auch Andy, er ist etwas sauer, weil ich einfach weglaufen bin. Darauf sage ich, er soll mal schauen was wir verpasst hätten. Als er den Adler sieht, ist er begeistert und alles wieder Ok.

Wir lassen unsere schlechte Laune hinter uns, wollen schnell zum Campground Warner Springs. Dort soll es eine warme Dusche haben, das ist genug Motivation. Wir gehen über eine riesige Wiese, dann geht es in ein Tal hinunter, immer am Bach entlang bis Warner Springs.

Bei der Strasse zum Campground steht ein Polizist mit seinem schwarzen fetten Fahrzeug auf dem Parkplatz. Er fragt uns, ob wir nach vorne ins Restaurant oder auf die Post müssen. Der Polizist war an Freundlichkeit nicht zu übertreffen. Die Rucksäcke deponieren wir beim Camping-Empfang und lassen uns gerne zum Essen fahren. Als wir auf dem Rücksitz sitzen, fragen wir ihn, ob wir ein Foto machen dürfen. Natürlich dürften wir. Also, schnell ein Selfie machen, das werden wir nach Hause schicken, wird sicher für Diskussionen sorgen.

Nach dem Essen sind wir wieder richtig gut drauf. Zurück müssen wir gehen, aber es ist nicht weit zum Campground. Hier hat es viele Hiker und ich bin nicht die Einzige mit Blasen an den Füssen oder anderen Blessuren. Einige geben auf oder nehmen sich eine Auszeit vom Trail. Wir wollen jetzt warm duschen, dafür muss man etwas bezahlen und bekommt ein Badetuch. Die Duschen sind einfache Bretterabteile hinter dem Haus. Wasser in die Eimer und damit duschen, so geht das hier. In der Dusche sitzt auf dem Ablauf eine fette Kröte, die unter das Haus verschwindet. Auf der Mauer sitzt etwas wie ein Salamander, nur grösser, der bleibt erst noch. Andy ruft, es komme ein Hase. Auch der verschwindet unters Haus. Solange keine Schlange kommt, ist mir das egal. Wir waschen unsere Kleider. Gleich nebenan kann man die Kleider aufhängen, die sind in einer Stunde sicher trocken.

Noch nach Hause telefonieren, das tut richtig gut, wieder einmal „Schwitzerdütsch“ reden und hören, wie es zuhause geht. Dann tauschen wir uns mit einigen Hikern aus und verschicken die Fotos an Freunde. Auf unser Selfie kommt prompt die Reaktion, was wir jetzt wieder angestellt hätten.

Hier wird anscheinend noch eine richtige Party steigen, für uns ist das nichts. Es wird recht viel gekifft und Alkohol getrunken. Wir laufen weiter in den Abend bis wir zu einem Platz mit Bach kamen. Zelt aufstellen und dann gleich ins Bett.

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