TAG 24, 29. April, Meile 445

Schon um 4 Uhr 30 mit der Stirnlampe losgewandert, denn heute ist etwas Spezielles, nicht wie sonst. Ha, ha, ha! Der Streckenabschnitt «Desert 700 Meilen» hat die meisten Höhenmeter pro Tag im Durchschnitt.

Der Weg ist heute geöffnet worden. Es geht wacker runter und dann wieder rauf. Die Gegend wird immer karger und der Wind bläst einem heftig Sand ins Gesicht. Wir müssen uns ein Tuch übers Gesicht wickeln, so ist es weniger unangenehm.

Der Trail geht wieder hinunter ins Tal. Leider sind hier alle Bäume vom Waldbrand gezeichnet. Eigentlich ist meistens nur etwas schwarzer Stamm übrig. Mit diesem starken Wind ist es sehr ungemütlich, aber wir müssen den Weg hinunter. Eine Pause werden wir hier sicher nicht machen.

Wir hätten ja die ganze Strecke umfahren können, aber wir wollten möglichst viel laufen (nicht ständig Auto fahren) so viel wie möglich auf dem Weg sein. Das haben wir jetzt davon. Wir laufen weit auseinander, so geht es. Bis ins Tal und dann weiter bis zum Campground. Dort hat es richtig viele Hiker. Wir gehen gleich in den Shop und kaufen uns für den Abend Spaghetti mit Tomaten und Käse und eine Packung Glace.

Juhu, wir haben einen Platz mit Tisch! Wir schmeissen alles einfach hin, es ist uns egal. Zuerst kommt jetzt das Glace. Eine Packung Glace ist für uns eine Kleinigkeit. Ich staune immer wieder über die Menge, die wir verdrücken seit wir auf dem Weg wandern. Es hat allerlei Leute auf dem Campground, die wir schon länger nicht mehr gesehen haben, «Sweet Carolina» ist auch da. Er wird morgen im Hiker Heaven grillieren. Ein sehr geselliger Typ, richtig fit und strahlt eine Lebensfreude aus, einfach genial. 

Ein Hiker kommt mit meiner Kappe, die es mir vor längerer Zeit vom Kopf gewindet hat. Sehr nett von ihm, sie für mich mitzunehmen. Wir sind mal ein kleines Stück mit ihm gelaufen, und daher wusste er, wem die Kappe gehört. Werde ihm nachher noch ein Bier bringen, um mich zu bedanken. Dann haben wir am Abend feine Spaghetti gekocht. Die anderen wollen morgen ein Uber mieten, um zum Hiker Heaven zu fahren, aber wir werden das Stück gehen. Auf dieser Strecke gibt’s nämlich ein Tal, das als Filmkulisse bekannt ist. Das lassen wir uns nicht entgehen. Unsere Begeisterung fürs Autofahren in Amerika hält sich bekanntlich in Grenzen. Laufen ist mehr unser Ding.

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