Noch ein Zero Day, 17. Mai, Truckee

Als Gret bemerkt, dass sie den Mietwagen heute bis um 10 Uhr zurückbringen muss, wird sie sauer. Wir wollten ja noch bis Sierra City kommen, wir brauchen also eine andere Lösung.

Wir halten es für besser, vorerst aus der Schusslinie zu gehen und gehen mit dem Hund spazieren. Auf die eine oder andere Weise wird es weitergehen. Andy findet es kein Problem, wir könnten auch mit dem Zug weiter bis Sierra City oder per Autostopp. Sicher keine grosse Sache, doch Gret wird damit nicht einverstanden sein. 

Autostopp zu fünft ist sicher nicht praktisch. Es gibt immer eine Lösung, wir müssen uns halt aufteilen. Damit wären wir wieder getrennt unterwegs, für mich und Andy würde das passen. Auf dem Trail ist es oft so, dass man mal zusammen ein Stück des Weges geht und am Abend miteinander zeltet, aber den meisten ist klar, dass jeder sein eigenes Trail-Tempo geht. Darum kann es auch wechseln, mal mit diesen, mal mit anderen. Das finden wir auch spannend. Man ist frei, muss nicht am Morgen fragen, sondern packt unkompliziert seine Sachen und «bis irgendwann», «See you on the Trail». Total frei entscheidet man, wann, zu welcher Zeit, wie lange und mit wem man weitergeht.

Bei uns ist es natürlich klar. Wir kennen uns schon so lange, wissen genau wie der andere tickt und haben also den idealen Partner zum hiken schon gefunden. Habe ich den Durchhänger, baut mich Andy auf und umgekehrt. Wir finden meistens eine Lösung, ohne viele Worte.

Die ganze Hysterie – ich hasse es, wenn Probleme hoch geschaukelt werden – war auch dieses Mal umsonst. Unser Trail Angel brachte uns nach der Arbeit bis Sierra City. Wir sind immer wieder überrascht, wie selbsterständlich hilfsbereit die Amerikaner sind. 

Um 17 Uhr waren wir in Sierra City. Abschied nehmen war nicht so einfach, sie ist eine sehr nette Person. Sie umarmte uns alle und weinte sogar ein bisschen.   Gleich neben der Kirche können wir unser Zelt hinstellen, es hat sogar eine Toilette und Dusche beim Zeltplatz. Dann kaufen wir uns etwas zum Essen und schlüpfen nach dem Dorfrundgang in unsere Zelte.

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