TAG 44, 25. Mai, Meile 1390, Gespräch im Wald

Nachdem wir noch mit Fred und Jenni gefrühstückt haben, sind wir dann zu zweit weitergewandert. Bei einer Tankstelle haben wir noch das Benzin in unseren Kocher aufgefüllt und eine Packung Icecream gegessen. 

Wir gehen ganz zufrieden, der Weg geht hinauf zu einem Aussichtspunkt. Von dort sieht man über das ganze Tal. Vor Jahren gab es einen riesigen Waldbrand, der nun wieder aufgeforstet wird. Wir gehen weiter, immer oberhalb dieses Valleys. 

Im Wald sitzt ein älterer Herr in einem Klappstuhl vor seinem Zelt und liest. Wir reden ziemlich lange mit ihm. Für ihn ist die Zeit im Wald eine Art Auszeit. Er sagt, hier könne sich sein Geist erholen. Er ist nicht mit der Führung seines Landes einverstanden. 

Irgendwann erzählten wir ihm den Präsidentenwitz. So gut finde ich den Witz eigentlich nicht und der Witz kommt nicht immer gut an. Amerika sei das einzige Land, das von einem Präsidenten regiert wird, der eine tote Katze auf dem Kopf hat. Der alte Mann erholt sich fast nicht mehr vor Lachen. Wir müssen dann auch noch ein Selfie machen mit ihm, das er seiner Familie zeigen kann.

Er findet natürlich die Schweiz super, auch unser politisches System. Wir stimmen ihm zu. Zum Abschied umarmen wir uns und wünschen einander nur das Beste. In der Schweiz würden wir nie eine wildfremde Person umarmen, hier in den Staaten passiert uns das immer wieder. 

Am Abend laufe ich ein Stück voraus, Andy ist etwa 15 Minuten hinter mir. Zwischendurch hängst du deinen Gedanken nach und die Beine laufen einfach selbständig. Dabei bin ich fast auf eine Klapperschlange getreten, die lag quer über dem Weg. Wahrscheinlich ist sie tot. Ich schupse sie mit dem Stock mal etwas. Nein, die ist definitiv nicht tot. Aber vom Weg will sie auch nicht. Daher warte ich lieber auf Andy, um ihn zu warnen. 

Wir sind weit gelaufen, noch bis zu einem Wassertank. Zuerst sehen wir nur einen total gelöcherten Tank. Mist, dort wird es kein Wasser haben. Doch weiter hinten stand ein neuer.Wir bauten das Zelt gleich neben dem Wassertank auf, so konnten wir bequem Kaffee trinken und kochen. Bis wir ins Zelt gingen ist kein weiterer Hiker mehr aufgetaucht.

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