Zero Day, 31. Mai, Mount Shasta City, Meile 1507

Wir haben ausgeschlafen und sind danach mit Sara und Jekov nach Mount Shasta City gefahren. Ein Trail Angel hat uns dorthin gefahren. 

Mount Shasta City ist ein richtiges Hippiedörfchen. Alles voller Organic-Läden (Bio), Kristallen, allerlei Souvenirläden mit handgemachten Sachen, viele Coffeeshops und Restaurants. Die rund 3’000 Menschen leben spirituell und ziehen sich an wie in den 68ern. Sehr freundliche und gutgelaunte Leute.

Essen einkaufen ist aber sehr teuer. Alles ist Bio und aus nachhaltiger Produktion. Das ist gesund, aber ist uns ziemlich egal, uns sind zur Zeit vorallem die Kalorien wichtig. Ein möglichst leichtes, kleines Packmass und richtig viele Kalorien, so kaufen wir ein auf dem Weg. Wir beschliessen, das meiste bei der Tankstelle einzukaufen, ist billiger und dort sind auch unsere Snickers und Süssigkeiten erhältlich. 

Unsere Schuhe sind völlig durchgelatscht. Im Outdoor-Geschäft kaufen wir beide neue Schuhe. Auch Einlagen für die Schuhe sind super, damit geht`s etwas bequemer. 

Wir gehen in einen Café mit Internet, um nachzugucken, was inzwischen so an WhatsApps und  E-Mails reingekommen ist. Fabian, unser Sohn, hat uns ein E-Mail geschrieben, indem er uns zuerst zurechtweist. Wir sollten uns regelmässig melden, auch wüssten sie gerne, wo wir gerade unterwegs seien und ob es uns gut gehe. Kurz und bündig! Dann noch, dass er uns liebt. Uns war gar nicht so bewusst, dass wir schon länger nicht mehr nach Hause telefoniert hatten. Die Zeit läuft einfach unheimlich schnell. Jeden Tag hat man was vor, ist immer wieder an einem neuen Ort, sieht alles neue Leute. Es ist der Wahnsinn und man verliert das Zeitgefühl.

Zuerst haben wir unsere Tochter angerufen. Jasmin scheint nicht so verärgert zu sein wie Fabian. Sie freut sich sehr über unser Telefon und sagt uns aus dem Nichts heraus, dass sie uns liebt. Danach noch mit dem Sohn telefonieren. Fabian ist weniger geschmeidig und erklärt uns, dass er es wirklich ernst meint. Wir verstehen ihn und werden uns bessern. 

Als wir aufgelegt haben, meinen wir, die beiden hätten jetzt die Rollen vertauscht. Wir lachen – so viel zum «werden uns bessern». Andy und ich sind trotzdem erstaunt. Wir vermissen unsere Kinder auch sehr, aber hatten damit nicht gerechnet. Es hatte mal eine Zeit gegeben, da wollte ich den Trail schmeissen, einfach zuviel Heimweh, doch das verging dann mit der Zeit. Wir fanden es auch unangebracht, unsere Kinder sind schliesslich erwachsen und da sollte man loslassen. 

Am Abend hat uns der Trail Angel wieder zum Campingplatz zurückgebracht. Es war schon später, nur nochmals schnell duschen und ab ins Zelt und schlafen.

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