TAG 58, 8. Juni, irgendwo in Oregon

Wir schlafen aus, weil es regnet. Im Zelt ist es recht gemütlich, es hält dicht und auch dem Wind stand. Ein Hilleberg-Zelt ist nicht billig und schwerer als die üblichen Tarps oder MSR, aber es hält und bewährt sich. So wandern wir erst um 7 Uhr los.

Circa gegen 8 Uhr gehen wir weiter Richtung Zivilisation. Mit dem Regenponcho sehen wir aus wie zwei wandelnde Büsche im Wald, aber dafür wird nichts nass. Wir laufen auf einer Waldstrasse alles hinunter, da steht plötzlich direkt vor uns ein Deer (sowas wie ein Reh), eine Mutter mit ihrem Neugeborenen. 

Gegen 11 Uhr treffen wir auf eine Strasse, schauen in welche Richtung es geht und gehen dann der Strasse nach. Es kommen vereinzelt Häuser. Eine Frau ist im Garten und fragt uns, was wir hier machen. Wir erzählen ihr vom Schnee auf dem Trail und sie bittet uns reinzukommen. Ihr Mann macht uns Frühstück: Eier, Burger, Pancakes, Kaffee, alles richtig fein. Wir essen und reden eine Weile. Sie erzählen über sich und dass ihre Leidenschaft sei Sachen auf dem Flohmarkt zu verkaufen. Er lacht und sagt, er hätte meinen fragenden Blick bemerkt – in der Küche hat es jede Menge Töpfe. Sie sind richtig stolz auf das viele Zeugs, das sie angesammelt haben, um es wieder zu verkaufen. Er zeigt uns sogar ein Cheminée, das sie beim Nachbarn abgebaut haben als es zu haben war. 

Während er erzählt, organisiert sie am Telefon wie wir nach Yreka kommen. Dann fährt er uns mit dem Auto zu einer Bushaltestelle. Auf der etwa halbstündigen Fahrt dahin erklärt er uns wer wo lebt und was sie so alle machen hier. Kurz, die meisten leben hier in einer Gemeinschaft mit einem festen Glauben. Das verbindet sie alle miteinander, sie scheinen recht glückliche Leute zu sein. An der Busstation danken wir ihm vielmals für alles und er wünscht uns alles Gute. 

Mit dem Bus fahren wir bis nach Ashland, in die Ortschaft, in der Saras Freundin lebt, denn wir können bei ihr übernachten. Nach dem Aussteigen aus dem Bus treffen wir auf zwei deutsche Hiker, die von oben hierher gelaufen sind. Als wir sie fragen wie es mit dem Schnee sei, berichten sie von einem Unfall, den sie mitangesehen hätten und sie würden jetzt nach Hause gehen. 

Im Ort hat es noch eine Forststation, die wissen sicher genauer Bescheid. Die Dame telefoniert und holt Infos ein über den Trail bis zur Grenze von Kanada. Leider schlechte Nachrichten für uns, überall viel Schnee. Nach einer Weile finden wir das Restaurant, in dem Pia arbeitet. Pia nimmt uns danach mit zu sich nach Hause, dort können wir in einem Wohnmobil wohnen. Sara freut sich uns zu sehen, wir reden viel bis wir irgendwann alle schlafen gehen. 

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