16. Juni, Kennedy Meadows, zurück zum PCT

In diesem Nest Mojave kannst du nicht viel machen, es ist zu heiss, 40 Grad und mehr im Schatten. So gehen wir in den Imbiss und warten bis der Bus kommt, so gegen 14 Uhr. Wir essen bis nichts mehr rein geht, denn noch mehr abnehmen wäre nicht gesund. Ein Mann, der in die gleiche Richtung will, nimmt uns mit nachdem er gegessen hat. Nach etwa zwei Stunden Fahrt lässt er uns raus an der Strasse. Wir stehen nicht lange dort und die nächste Mitfahrgelegenheit hält an.  Er müsse nicht so weit, ob wir trotzdem mitwollen, er lebe und arbeite in der Gegend. Wir steigen ein. Dann telefoniert er mit seiner Frau, dass er später komme und fährt uns noch bis zur Tankstelle. Dort sind es noch etwa 4 Kilometer bis zur Passstrasse, die nach Kennedy Meadows führt. 

Nachdem wir in der Tankstelle allerlei eingekauft haben, stellen wir uns draussen in den Schatten und hoffen, dass jemand die Passtrasse hochfährt. Andy steht gemütlich und geniesst sein Glace. Da kommt ein Mann, drückt ihm das Wechselgeld in die Hand und geht wortlos. Der dachte, wir seien Obdachlose. So werden wir nie mitgenommen. Wir beschliessen die 4 Kilometer zu laufen und erst bei der Passstrasse Autostopp zu machen. Dort wird es Leute geben, die den PCT kennen und uns als Hiker erkennen. 

Die Hitze ist unglaublich, diese 4 km sind kein Spass. Wir setzen uns an der Passstrasse unter einen Busch. Es dauert nicht lange und ein Autofahrer, der uns entgegen kommt und einkaufen geht, bietet an, uns beim Retourweg mit hinauf zu nehmen, wenn wir noch hier sind. 

Zwei Autos fahren an uns vorbei, halten und kommen beide zurück. Die zwei Frauen sind ziemlich entsetzt, dass wir bei dieser Hitze hier sitzen und denken zuerst, dass wir obdachlos seien. Als wir sagen dass wir PCT-Hiker sind, steigen wir gleich mal zu Helden auf. Ist mir recht, Hauptsache wir kommen hoch zum Campground. Andy fährt in einen Auto, ich im anderen mit, was uns nicht so gut gefällt. Aber die zwei sehen wirklich harmlos aus, so richtige Hippiegirls. Beide mal mit nichts bekleidet, ist ja zu verstehen bei dieser Hitze. Oben angekommen liegen meine Nerven flach. Die Frau hat mich betatscht. So was hatte ich bis dato noch nie erlebt. Auch beim Aussteigen hat sie nicht aufgehört. Die Frauen müssen jetzt auch noch mit in den Campground. Andy verdrückt ein riesiges Sandwich und ist bester Laune. Mir reicht es, doch Andy versteht mein Problem nicht. Die anderen Hiker hingegen verstehen mich, auch ohne Worte. 

Erst einmal trinke ich ein Bier, es hätte ja schlimmer sein können. Andy lacht darüber und fragt, ob ich ein zweites Bier wolle, jetzt lache ich mit. Extrem einfühlsam, finde ich. Er findet, so schlecht hätten die zwei ja nicht ausgesehen. Am Abend möchten wir etwas feiern mit den anderen Hikern. Zu allem Überfluss werde ich jetzt von einer Frau angemacht, die denkt, dass ich auf Frauen stehe. Bei der wundert es mich nicht, sie ist ziemlich beschwipst. Sie ist aber mit ihrem Mann auf dem Hike, er sitzt daneben und sie lästert über ihn. Sie möchte, dass er bei einer Flussüberquerung einfach verschwindet. Das ist ein gutes Stichwort für mich, ich schnappe mir Andy, um zu verschwinden. Er ist zuerst nicht einverstanden, aber als er den Mann anschaut, sind wir weg.

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