Tag 10, 21. April, Meile 152

Ostersonntag, erst um 6 Uhr losgegangen, es ist kalt und windig, wir behalten die Gäg-gäg (= Ente, Daunenjacke) an zum laufen. Der Weg zieht sich durch viele kleine und grössere Schluchten, immer runter und dann wieder rauf. Viel ist am blühen, ein Kaktus, der aussieht wie zwei Füsse, muss fotografiert werden.
Gegen 9 Uhr filtern wir unten in einer Schlucht noch schnell Wasser, der anschliessende Aufstieg aus der Schlucht geht uns ordentlich in die Beine. Vor uns läuft Drey (keine Ahnung, ob der Name so geschrieben wird), Andy meint, er gehe mit Dampfbetrieb den Hang hoch, Marihuana rauchen ist ja hier erlaubt. Wir überholen lieber, sonst geht heute nichts mehr.

Oben angekommen essen wir mal was, Tortilla mit einer Schicht Erdnussbutter und noch Konfitüre, die ich aus einer Biker-Box gefischt habe. Dann geht’s weiter, ich gehe vorne, träume vor mich hin, plötzlich flitzt – oh Schreck – eine Schlange vor mir über den Weg. Fast so schnell wie die Schlange verstecke ich mich hinter Andy. Er lacht und versucht sie zu fotografieren, leider will sie das nicht.
Ab dann geht Andy vorne, er geniesst es, weil ich jetzt still bin. Wir gehen weiter durch eine blühende Landschaft, wunderschön. Plötzlich weicht Andy einen Schritt zurück, wieder eine Schlange, sie verschwindet sogleich unter das Gebüsch. Ich halte ab jetzt einen Sicherheitsabstand.
Irgendwann hören wir Stimmen in der Nähe, mal schauen, was dort los ist. Viele Hiker sind dort, denn Mary, ein Trailangel macht Ostern-Frühstück für uns Hiker. Sowas Leckeres, Tacos mit Salat, Pouletbrüstchen und verschiedenen Saucen, und ein Bier dazu. Ein richtiger Schatz ist sie, macht das einfach so für uns. Wir plaudern etwas mit den anderen Hikern und lernen Seraina, eine Bündnerin, kennen.

Nachher geht es weiter auf und ab. Schon wieder eine Schlange, 9 Tage unterwegs keine, und heute schon drei. Andy bleibt bei einem Abgrund stehen, um den Horse Canyon zu fotografieren, ich will schauen, was er fotografiert. Er sagt ruhig: «Geh nicht zu nah ran», ich gehe vorsichtig zum Abgrund, nah bei einem Busch, Andy wieder sehr gelassen: «Ich würde da nicht zu nah ran gehen». Ich verstehe nicht, was er meint, dann sagt er: «Die Schlange ist unter dem Busch verschwunden.» Jetzt haben wir mal eine angeregte Diskussionen, ich finde er sollte mir klare Infos geben, wie «dort ist eine Schlange» zum Beispiel.

Wir queren Hwy 74 nach Palm Springs und laufen noch eine halbe Stunde weiter, geniessen einfach die Abendsonne. In den Steigungen spüren wir, wie die Sonne runter brennt, für uns sehr ungewohnte Temperaturen.
Heute war es ein Auf und Ab, wir merken unsere Beine und Füsse. Wer denkt, hier sei es flach, täuscht sich, denn hier sind die meisten Höhenmeter auf dem ganzen Trail. Bei Meile 152 (Km 245) finden wir einen super Campspot, sehen einfach dem Sonnenuntergang zu, ein wunderschöner Ausklang des Tages.

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