Tag 12, 23. April, Idyllwild

In der Nacht hat es böenartig gewindet, zum Glück hatten wir unser Zelt hinter Steinen aufgestellt, so konnten wir gut schlafen. Losgegangen um 6 Uhr bei schönstem Wetter. Auch heute geht es bergauf, immer höher, aber der Weg ist sehr spektakulär, zieht sich meistens an Felswänden nach vorne. An einer Stelle lag eine riesige Tanne im Weg, dort mussten wir im Hang hinaufklettern, vielleicht 40 Höhenmeter durch Stein und Gebüsch. Unsere Waden brannten, das Herz hatte ordentlich geklopft, mit dem Gewicht auf dem Rücken ist es nicht so einfach. Andy stieg rauf wie Spiderman, zack-zack, oben war er. Ich eher wie eine verunglückte Bergziege. Natürlich muss Andy noch ein Foto machen, super.

Es kommen die ersten Schneefelder, einfach in der Spur queren, sind ja schon andere Hiker durchgegangen. Bis 11 Uhr steigen wir auf, oben angekommen essen wir eine Riesenportion Haferflocken. Eigentlich wollten wir im Dorf frühstücken, ich glaube, diese 16 km werden sich ziehen. Nach der Pause gehen wir meistens in weichem Schnee, ist etwas mühsam zum Laufen. Einmal verlieren wir die Spur, suchen mit dem App auf dem Handy. Andys App zeigt an, dass wir genau auf dem Weg sind, meines, dass wir etwa 100 m unterhalb sind. Technik, wenn man sie braucht, geht nichts! Etwas durch denn Wald geirrt, dann wieder eine Spur gefunden.

Etwa um halb zwei treffen wir auf den Seitentrail (Saddle Junction), super, jetzt noch 4 km runter, die sind wir fast gerannt. Normalerweise, wenn wir einen Hiker kreuzen, bleiben wir immer kurz stehen und schwatzen. Jetzt sagen wir auf «What going on?» (was geht?) nur «Fine» oder «Thank you». Einer lacht und sagt: «Ihr habt Hunger.», keine Zeit zum Reden, wir liessen ihn stehen. Beim Parkplatz unten können wir gleich einsteigen, eine Frau fährt Hiker ins Dorf Idyllwild und zurück. Sie sagt, ihr Auto sei brandneu und wir sollen bitte auf die Tücher sitzen.

Idyllwild ist ein sehr hübscher Ort, werden ihn morgen erkundigen. Auf dem Campingplatz hier werden wir zwei Nächte bleiben. Nach dem Zelt aufstellen gehen wir eine Pizza essen, die Bedienung bringt uns jede Menge Coke. Nach vier Tagen wandern, hast du richtig Lust auf essen, duschen, gewaschene Kleider, genau in der Reihenfolge. Einfach nichts tun, wenn du dann noch ein Lokal mit guter Musik findest, bist du rundum glücklich. Ich schreibe den Blog, Andy macht die Bilder klar, zwischendurch mal Musik hören, das brauchen wir einfach. Am Abend gehen wir noch mit einem Bier bei unseren Zeltnachbarn vorbei. Super Gespräch mit zwei tollen Hikern, Daniel und Sabrina, Trailname «Trailrunner» und «Eys Snacks».

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