Tag 15, 27. April, Meile 220

Um 6 Uhr laufen wir los, wir wollen von diesem Berg, es sind nur noch 7 km hinunter. Der Weg geht in riesigen Schlaufen weiter, Höhe scheint man keine zu verlieren, es gibt auch immer wieder Gegensteigungen. Ich verliere langsam die Geduld und schreie mal den Frust raus, Andy meint, das bringe auch nichts. Ich stapfe zügig voraus, damit ich meinen Frust nicht an ihm auslasse, alleine kann ich vor mich hin motzen. Doch aufpassen wäre auch gut, denn nur ein Meter vor mir liegt eine wirklich schöne, ziemlich lange Schlange im Weg. Ich gehe zurück und warte bis Andy kommt, er macht zuerst einen Film und ein Foto von der Schlange.

Danach gehen wir wieder zusammen den Berg runter. Unten sind wir um halb neun, und trinken zuerst zwei Liter Wasser, es hat einen Wasserhahn. Jetzt geht es durch das Tal zur Interstate 10. Eine Schlange liegt auf der Strasse, wir dachten sie sei tot. Wir wollten schauen, wo sie ihren Kopf hat, den hat sie uns dann gezeigt, sie war nicht tot.

Über die Ebene des Cherry Valleys gewandert, hier ist eigentlich nichts ausser Sand und Büsche. Es ist unglaublich wie stark der Wind hier ist, beim Gehen müssen wir uns richtig gegen den Wind stemmen. Der Wind ist so laut, dass wir schreien müssen. Andy sieht wieder dieses kleine Echsentierchen und muss es wieder auf die Hand nehmen und wir schauen es von allen Seiten an. Als er es wieder auf den Boden legen will, bleibt es erstmal auf der Hand, recht herzig dieses Teufelchen.

Bei der Interstate 10 hat es Trailmagic, Wasser und allerlei in der Biker-Box. Andy bekommt von einer Hikerin frisches Gemüse und ich habe ein Sack Chips gefunden. Um 11 Uhr gehen wir weiter, das ist nicht die beste Idee, es gibt fast keinen Schatten und ist sowas von heiss. Wir stossen auf die erste Windfarm, sie gibt immer denselben monotonen Ton – wie riesige Segel im Wind – von sich.

Es geht wieder etwas hoch, wir kommen an die Bedienstelle der Windfarm, sie haben sich auf den nahe gelegenen PCT eingestellt. Heute ist Samstag und es ist trotzdem ein Angestellter dort, super. Hier kann man duschen, es hat sehr günstiges Essen für die Hiker, von Burgern oder Beefsandwiches (einfach im Micro warm machen, schmeckt genial) bis Glacés und Süssem. Als Kasse steht einfach eine Dose auf dem Tisch, die Preisliste hängt als Zettel am Gefrierschrank.
Gegen 14 Uhr steigen wir weiter zum Sattel hoch, aber diese Hitze macht mich richtig fertig. Andy schiebt mich von hinten wie ein Hilfsmotor, er hat unglaublich viel Kraft. Oben auf dem Sattel sind wir geschafft, ins Tal hinunter rennen wir fast. Andy bleibt mal stehen zu fotografieren, ich gehe weiter. Immer in Schlaufen hinunter, der Weg ist steil und voll in der Sonne. Unten suche ich den nächsten Schatten und blicke den Hang hoch, wo Andy ist. Ich sehe den ganzen Weg, aber es kommen nur zwei Hikerinnen. Wir verstehen nicht, wo Andy hingekommen ist. Als wir beschlossen haben wieder hinaufzugehen, um zu schauen, was mit Andy los ist, kommt er von unten hoch. Der Verrückte ist den ganzen Hang einfach gerade hinunter gestiegen. Wir müssen alle lachen, so schnell wie er da runtergesaust ist, haben das die Tiere im Hang wahrscheinlich gar nicht mitbekommen. Wir machen noch eine kleine Pause, da kommt Stefan (der Schweizer), wir gehen jedoch gleich weiter.

Es windet erbarmungslos weiter bis wir ins Whitewater River-Tal kommen. Sieht beeindruckend aus, ein grosser Fluss, herrlich. Schnell eine Stelle suchen, um uns zu waschen, wir Campen aber etwas abseits vom Fluss. Zum Abendessen gibt’s Chinanudeln mit Kartoffelstock mit viel Öl, fein wäre anders. Hier sind wir in der San Gorgonio Wilderness, wir sind heute 30 km (19 Meilen) gelaufen, Schluss bei Meile 220 (km 353).
Andy: Immer mit demselben Koch 👨‍🍳 wird das Essen nicht besser 😉


2 Kommentare zu „Tag 15, 27. April, Meile 220

    1. Hoi Stumpi
      Mir essen sicher keine Schlangen, die sind eus gefährlich🤪 sonst wärs ein Gedanken wert. Anscheinend schmeckt es wie Poulet😜
      Alles liebe dir und am Roman

      Liken

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