Tag 22, 5. Mai, Meile 347

Wir stehen um halb fünf auf, weil in 21 km kommt ein McDonald’s, also nichts wie los. Ach ja, und der Cajon Pass, der ist natürlich auch super. Er bildet die Grenze zwischen den San Bernardino Mountains im Süden und den San Gabriel Mountains im Norden. Im Jahr 1989 geschah hier ein schweres Zugunglück mit der Southern Pacific Railroad, ein Film wurde mal darüber gedreht.

Der Trail geht aufwärts in die Mountains, links und rechts Büsche, richtig dicht, so weit man sehen kann. Als die Sonne aufsteigt wird das Pfeifen und Zwitschern der Vögel immer lauter. Wie ein Konzert, musst einfach nur hinhören und schon hörst du eine Melodie. Oben sind wir schnell, dann geht’s wieder hinunter ins nächste Tal, hier kommt zum Vogelgesang noch das Hornen der Züge dazu. Es zieht immer mehr Nebel auf, drückt ihn richtig über die Hügelkämme hinüber ins sehr grüne Tal, sieht gut aus.

Es ist unglaublich, denke ich, wir laufen für Hamburger in der Früh los, gehen 21 Kilometer weit dafür, ich sage: «Wie doof sind wir eigentlich?» Andy ist dies jetzt egal, er habe Lust auf Burger.
Wir kommen in die Sand Little Horsethief Canyons (Pferdedieb-Täler), mit dem Nebel und von Weitem das Zughorn, einfach geniale Stimmung, Wildwest. Ich bin fasziniert von der Atmosphäre, schaue dem Treiben zu, die Passstrasse, die Güterzüge, wie laut es hier ist. Andy hat glaub nur Hunger.

Gegen 11 Uhr sind wir im Mc Donald’s, stellen das Gepäck zu den Hikern, die schon hier sind und essen: Zuerst einen Breakfast-Deal, dann Burger mit Pommes und zuletzt noch ein Soft-Ice, dazu trinke ich einen Liter, und Andy anderthalb Liter Coke.

So um die 3 Uhr gehen wir weiter, aber nach drei Kilometern legen wir uns unter einen Busch, uns tut der Bauch weh, die Möglichkeit besteht, dass wir ein wenig zu viel gegessen haben. Als wir weitergehen, kommt wieder ein mega-langer Güterzug, er hat drei Loks und 92 Waggons, er kämpft sich die Steigung hoch. Wir fragen uns, wie viel Gewicht sich hier vorwärts bewegt.

Wir laufen dann bis zum Wassercache, der ist leider leer. Das haben wir halbwegs vermutet, jetzt ist es gut, dass wir so viel Wasser (9 Liter) mitgenommen haben. Die anderen Hiker zelten hier. Einer gibt uns noch einen Tipp, wo es etwas weiter einen guten Platz hat.
Schluss bei km 559 (Meile 347), heute sind wir 30 km (19 Meilen) weit gekommen.

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