Tag 70, 4. Juli, Meile 1143, Truckee

Wir haben gut geschlafen, gehen gleich nach 5 Uhr los. Etwa nach vier Kilometern geht es in den Schnee, der ist zum Glück hart, so kommen wir schnell auf dem Anderson Peak an. Hinunter geht’s wieder im Schnee, teilweise sehr steil. Andy und ich sind jetzt extrem vorsichtig, uns schmerzen die Knie von der vielen Rutscherei im Schnee. Nach dieser langen Zeit, etwa fünf Wochen jeden Tag im Schnee, ist das kein Wunder. Auch heute beendet Andy seine Abfahrten auf seinem Allerwertesten, mich wundert’s, dass er keinen blauen Hintern hat. Ich leide jedesmal mit, aber wenn er aufsteht lachen wir meistens.

Als wir frühstücken sehen wir auf der gegenüberliegenden Seite einen Sessellift, der Skibetrieb läuft immer noch. Der Trail geht teilweise grosse Stücke über eine schneefreie Ebene, aber gegen den Donner Pass ist der Schnee im Hang nach vorne sehr weich. Andy hat dann schon mal geflucht, wenn’s ihn hingelegt hat. Gegen zwei Uhr kommen wir beim Hwy 40 Donner Pass an. Bei der Passtrasse hat es einen Imbiss, wir nehmen ein Bier, eine Cola und Hotdogs mit Kartoffelsalat – und die Stimmung ist wieder gut.

Gleich daneben machen wir Autostopp. Jessika und Thomas fragen uns, ob wir nach Truckee hinunter wollen und nehmen uns mit. Ich weiss, dass ich mich wiederhole, aber es ist einfach so, wir treffen immer auf extrem nette Leute. Jessika ist Biologin, sie kommt aus Deutschland und lebt mit Thomas in San Francisco. Die Zwei sind super drauf, fahren uns gleich zu einem Hostel. Beim Abschied sagt Andy, dass wir stinken, es gibt trotzdem eine herzliche Umarmung zum Abschied.

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Im Hostel bekommen wir eine Matratze in einem – sagen wir – besonders kleinen Raum. (Es ist ja Independent Day, alles ausgebucht). Wir setzen uns an die Theke, die ist Reception und Bar in Einem. Die leicht durchgeknallte Dame erklärt uns die Hausregeln, das dauert, wir schlafen fast ein. Irgendwas schwingt hinter Andys Rücken hin und her, als ich schaue, schaut das Etwas mich an. Ich erschrecke derart, dass nur noch die Flucht möglich war, überrenne gleich den nächsten Barhocker. Daisy, die Python-Schlange, macht sich einen Spass daraus von den Leitungen an der Decke zu hängen und die Leute zu erschrecken. Das ist ihr gelungen. Die Dame des Hauses verscheucht Daisy mit lautem Geschimpfe und Schupsen wieder hoch unter die Decke.

Gleich neben dem Hostel bekommen wir neue Schuhe und gehen danach noch fein essen, super. Zurück im Hostel gibt es Livemusik, eigentlich haben wir uns darauf gefreut, aber leider singt der Typ so wie seine völlig übertriebene Perücke ist. Also verziehen wir uns in unsere Abstellkammer, der Raum ist günstig, das Gemeinschafts-Badezimmer genial, es schläft sich gut.
Schluss bei Km 1856 (Meile 1143), gelaufen sind wir 26 km, bzw. 16 Meilen.

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