Zero Day in Ashland, 29. Juli

In der Nacht war es so warm, dass ich aufgestanden bin und die Zimmertüre aufgemacht habe. Andy schlief wie ein Bär mit den dazu gehörenden Geräuschen. Ich schreibe und hole Infos aus dem Netz. Das Bett ist eine richtige Badewanne, sodass es besser ist, mit dem Kopf beim Fussende zu liegen. Als ich wieder einschlafen kann, steht Andy auf, bei voller Beleuchtung. Ich bin langsam auf 100, Zero day und er steht um 6 Uhr auf, erholt aus den Federn. Ich denke an die gestrigen Gespräche und setze es um, sage zu ihm: «Du hast die ganze Nacht geschlafen, dabei hauptsächlich das Bett für dich benutzt, lass’ mich jetzt zwei Stunden schlafen, dann bin ich fit». Er steht auf und will dies und das: das Kabel, dann den Nagelklupper usw. War ziemlich schwierig, gerade Liebe für ihn zu empfinden.
Als ich einigermassen wach bin, so um zehn, müssen wir für mich neue Schuhe besorgen. Wir laufen an der Strasse, dabei hält Andy den Daumen raus, dann fährt uns eine Frau zu einem Outfitter. Dort ist alles aus zweiter Hand, ich kaufe für vier Dollar eine Dächlikappe, aber Trailschuhe müssen es schon neue sein. Also laufen wir noch zu einem anderen Geschäft, dort bekommen wir alles inklusiv neue Schuhe. Jetzt noch Esswaren besorgen in einem Organic-Laden (Bio), ist etwas teuer aber gut. 

Ashland ist eigentlich ein sehr schöner Ort, von der Infrastruktur her wie eine Stadt nur kleiner, aber der Rauch macht, dass man immer leicht Kopfschmerzen hat. Die Leute tragen teilweise Masken, ist nicht lässig hier. Wir gehen noch in den Starbucks wegen dem Internet. Ein älterer Mann isst hier seine Tüte Chips, wir geben ihm 10 Dollar, er freut sich riesig. Danach setzt er sich zu uns, wir reden über alles Mögliche, der Herr ist nett, aber hatte etwas Pech im Leben. Dann verabschieden wir uns, für 30 Dollar bringt uns ein Taxi zurück zur Lodge. Wir gehen nochmals Spaghetti essen, da hat es gute Live-Musik, wir müssen einfach bleiben. Bei guter Musik ist es geschehen, der Weg muss warten! 

Es wird ein richtig entspannter Abend, ständig kommen neue Hiker an, um zu duschen oder zu essen. Eigentlich wollten wir in den Abend laufen, doch jetzt haben wir ein Zimmer gebucht, mit Rabatt. Es wird 22 Uhr, höchste Zeit für uns ins Bett zu gehen. Wir rechnen mit einem Bett und Dusche WC auf der Etage, sehen aber keine, wir gehen eine Etage tiefer und lachen, Andy meint, für die Hiker ist’s im Keller, das wäre jetzt unser tiefster Punkt im Hiker-Dasein. Als wir die Zimmertüre öffnen, sind wir sprachlos: Sprudel-Badewanne im Schlafzimmer mit Cheminée, Balkontür auf den Rasen, ein Badezimmer und ein grosses Bett vom Feinsten. Ich frage Andy: «Hattest du die Brille an beim Bezahlen?», er lacht, ja.

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