Tag 97, 2. August, Meile 1819

Wir gehen zeitig raus aus dem Zelt, in der Früh ist es frisch, aber die Mücken scheinen dann nicht so angriffslustig zu sein. Um 5 Uhr gehen wir los. Auch in Oregon gibt es Waldbrände, wir laufen ca. 10 km nur durch Waldbrandgebiet.

Um 10 Uhr geht es in den Crater Lake Nationalpark hinein. Hier ist der Wald sehr schön durchmischt mit diesen riesigen Redwood-Tannen. Beim Hwy 62 kommen zwei Kilometer Road-walk, das ist der Killer für die Füsse, die reklamieren sofort bei der Belastung.

Um 13 Uhr sind wir schon beim Park-Campingplatz Mazama, so schnell hätten wir nicht gedacht, dass wir hier sind. Die Vorfreude auf eine Pizza hat uns beschleunigt. Langsam aber sicher wird bei uns der Gewichtsverlust ein Thema, das Essen wird immer wichtiger. Nicht angenehm, wenn du isst und isst, aber deine Reserven (Fettpolster) werden kleiner und kleiner – echt. Der Camping hat ein Restaurant, einen Laden, eine Laundry und Duschen. Natürlich gehen wir zuerst essen. Beim Essen treffen wir wieder Yves, er wird heute weitergehen, er hat vor, in Oregon ziemlich durchzulaufen wegen seinem gebuchten Flug.

Nach dem Essen gehen wir zum Laden, um einzukaufen für die nächsten sieben Tage. Eigentlich wollten wir weitergehen zu einem Camping Richtung Crater Lake, dieser ist nicht auf dem PCT. Er ist gesperrt, wieso wissen wir nicht. Wir fragen bei der Parkaufsicht nach, welche Campingplätze auf dem Seitentrail für PCT-Hiker erlaubt sind. Auf dem Trail zum Lake hätte es noch einen Campingplatz, aber leider darf man jetzt nicht übernachten auf dem Trail. Sie haben dort Mountain Lion (Berglöwen)- «Aktivitäten», was das genau heisst, behält er für sich.

Also bleiben wir hier für die Nacht, super, nochmals dick essen. Der Park hat extra Plätze für die Hiker, hier sind sicher über 20 Zelte, viele Hiker, die von Norden nach Süden laufen oder Sektion-Hiker. Thru-Hiker hat es fast keine, die sind weitergezogen bevor es gesperrt wurde. Man kann auch Streckenabschnitte weglassen oder umfahren, was natürlich bei Bedingungen wie in diesem Jahr – wegen dem vielen Schnee, Flussüberquerungen oder den Waldbränden oder einfach weil einem etwas nicht gefällt – auch gemacht wird.

Wir hoffen, dass es in der Nacht nicht allzu laut wird. Den Schlaf braucht man, sonst hat man Mühe, anderntags die Leistung zu bringen. Einer kommt und fragt uns, ob wir auch noch Bier besorgen für die Party. Wenn der dieselbe Strecke gelaufen wäre, hätte er sicher einen anderen Fokus. Wir machen dann die Wäsche, duschen und mit dem Pizza essen wird’s 21 Uhr. Unser Zelt steht etwas abseits, mit anderen, die zum Glück auch schlafen.

Schluss bei km 2926 (Meile 1819), gelaufen sind wir 30 km oder 19 Meilen.

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