Tag 104, 9./10. August, Sisters, Meile 2001

Nach dem Ausschlafen bauen wir das Zelt ab und deponieren unsere Rucksäcke beim Hiker Bungalow. In der Nacht hat es ein wenig geregnet und es ist bewölkt. Das Frühstück ist einem anderen Gebäude. Sehr viele Jugendliche sind im Camp, wir stellen uns am Buffett in die Reihe, dort schöpft man sich selbst, es gibt Rührei, Melonen, Kuchen und vieles mehr. Seit vier Tagen habe ich zum ersten Mal wieder Appetit. Wir setzen uns an einen Tisch mit Leuten vom Camp. Einer um den anderen steht auf, sie müssen Vorbereitung treffen wegen dem Wetter, wahrscheinlich das eine oder andere wegräumen oder ins Trockene bringen, denken wir.

Vom Camp gehen wir mit Yves sechs Kilometer durch den Wald zum Hwy 20, wo wir mit Autostopp nach Sisters möchten. Auf dem Weg machen wir noch coole Fotos von uns bei der 2000 Meilen Marke. Alle strahlen, es war eine gute Strecke, die wir zurückgelegt haben und heute Abend wird gefeiert. 

Nach kurzer Wartezeit hält ein Pick-up mit Pferdeanhänger an, der Mann ist vom Camp. Auf der Fahrt erfahren wir, was es hier heisst, sich auf ein Unwetter vorzubereiten. Er erzählt, dass sie im Camp die Anhänger bereit machen, im Fall eines Feuers evakuieren sie sofort. Wir sind sprachlos, Yves ist ebenfalls etwas baff, dies sind schon extremere Gefahren im Vergleich zur Schweiz. Als Camp-Angestellter lebt er damit, ist aber schon angespannt. Er fährt uns direkt vor unser Motel. 

Yves geht zu einem anderen Hiker aufs Zimmer und wir zum Office. Auch hier ist das Wetter und die Waldbrandgefahr ein Thema. Einige Gäste kommen aus der näheren Gegend (ausserhalb Sisters etwas in den Wäldern), sie haben bis Sonntagmorgen ein Zimmer gebucht, bleiben allenfalls länger, je nachdem, ob es dort wo sie wohnen, brennt oder nicht. Ziemlich makaber. Das und der Himmel überzeugen uns, auch bis Sonntag zu warten, bis dann sollte zumindest bekannt sein, ob es ein Feuer gibt. Nach dem Zimmerbeziehen gehen wir für das Nachtessen ins Restaurant und feiern die 2000er-Marke, ziemlich ausgiebig. 

Schluss bei km 3220 oder Meile 2001, gelaufen sind wir 6 km (4 Meilen).

Zero Day, 10 August:

Wir haben sehr, sehr lange geschlafen. Und dann die meiste Zeit des Tages einfach gefaulenzt. Ein Rundgang durch Sisters und etwas essen musste dann doch noch sein. Sisters ist ein relaxtes Westernstädtchen, sehr touristisch mit vielen Restaurants und Geschäften. Es gäbe schon tolle Sachen hier, aber wir sind etwas erschöpft (vom gestrigen Abend?) und gehen darum bald zurück ins Motel. Dort telefonieren wir noch etwas mit unseren Kindern und ich schreibe am Blog.

Die letzten Tage haben uns ziemlich beeindruckt, wie die Leute mit der Waldbrandgefahr umgehen, starke Menschen. Bei uns zuhause in der Schweiz leben wir schon in einem guten und sicheren Umfeld, mir kommt nichts Vergleichbares in den Sinn, solche extremen Gefahren gibt es glaub nicht in der Schweiz.

Wir haben noch etwa 1070 Kilometer oder 650 Meilen zu laufen und sind dann hoffentlich an der Grenze zu Kanada.

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