Tag 120, 27. August,

Es verspricht wieder ein superschöner Tag zu werden, keine Wolken am Himmel. Um sechs laufen wir los, den Waldbrand lassen wir hinter uns.

Wir wandern acht Kilometer hinunter zu einer Hütte, die für Schneemobilfahrer ist, Hiker dürfen sie auch benutzen. Krass wie wir jeden Tisch und jede Sitzgelegenheit zum essen nutzen. Langsam aber sicher vermissen wir so alltägliche Sachen wie an einem Tisch zu essen, jeden Tag duschen oder einfach den Kühlschrank zu öffnen, etwas Frisches rausnehmen wie Obst, Gemüse, Käse und Milch. Ich frage Andy was er von zu Hause am meisten vermisst. Er ohne lange zu überlegen: «Die Kinder und unsere Daunendecke». Bei mir sind es auch die Kinder, dann Argo (unser Hund) und unsere Küche, gutes Essen und vieles mehr.

Nach dem Frühstück gehe ich zum Bach, der etwas weg von der Hütte ist, um Wasser zu holen. Als ich zur Hütte zurückkomme sitzt Andy im Gras. Ich frage ihn, ob er hierbleiben will, er: «Nein, ich hab mir erneut den Fuss verknackst.» Er ist einfach nicht der Vorsichtigste, hüpft die Treppe hinunter, steht dabei auf ein Stück Baumrinde und zack!, es legt ihn hin. Der Fuss ist wieder angeschwollen, scheint aber diesmal nicht so schlimm zu sein.

Er geht den ganzen Nachmittag vorne, der Weg ist perfekt für ihn, ein weicher flacher Boden zum Hang. Wir laufen meistens im Wald, manchmal durch sehr schönen alten Wald und dann wieder durch abgeholzte Flächen. Hier wird überall abgeholzt, scheint seit Jahrzehnten ein Abholzgebiet zu sein. Teilweise sind die Flächen wieder mit aufgeforstet, mal sind’s noch kleine, mal schon grössere Bäume. Einer Fläche mit alles gleich grossen Bäumen sieht aus wie Felder.

Es ist ein ständiges Auf und Ab laufen, etwa 1400 Höhenmeter hinauf, 1400 hinab, macht aber Spass, wir fühlen uns sowas von fit. Ist extrem, wir kommen nicht an unsere Grenzen, am Abend könnten wir immer noch weitergehen. Aber Andy muss einfach mehr aufpassen mit seinem Fuss.

Hier gibt es wieder Riesenpilze. Und überall Beeren, die sind unglaublich fein, wir essen zwischendurch einfach vom Wegrand.
Schluss bei km 3808 oder Meile 2366, gelaufen sind wir 43 km (27 Meilen). 

Anmerkung Andy: Da wir immer mehr Gewicht verlieren, hab ich wenigstens einen fetten Fuss und muss weniger tragen, Rosa dafür mehr.

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