Tag 121, 28. August, Meile 2391

Wir stehen um 5 Uhr auf. Das Wetter könnte nicht besser sein, wir haben in Washington bis jetzt wirklich Glück mit dem Wetter.

Andys Fuss ist etwas angeschwollen, aber tut ihm zum Glück nicht weh. Auch heute geht’s durch Wald, am Morgen zuerst hinunter und dann hinauf zu einem See, der umgeben ist von Bergen, sehr schön. Hier essen wir was und laufen dann weiter. Der Weg wird immer anspruchsvoller, steinig (auch mit grossen Steinen), geht über Wurzeln, ständig rauf und runtersteigen – er geht ganz schön in die Beine. Ich überlege die ganze Zeit, wie das gehen soll mit dem Fuss von Andy. Wenn er nochmals das Band überdehnen würde, wäre es sicher unser Ende auf dem Trail. Irgendwie muss der Fuss fixiert werden, zuhause hätten wir eine Schiene für diesen Fuss, mit der könnte er besser laufen. Heute kommen wir zum Snoqualmie Pass und dort müssen wir probieren, sowas übers Internet zu bestellen. Weil mit grösster Wahrscheinlichkeit wird es im nächsten Dorf sowas nicht haben.

Andy ist den ganzen Tag über sehr vorsichtig. Nach ein paar Stunden kommen wir zum Parkplatz vor dem Dorf auf dem Pass. Auch hier eine Trailmagic, unglaublich. Dean und Carrie haben für die Hiker aufgetischt: Bananen, Äpfel, Chips und alles Mögliche. Wir essen und reden, ein sehr nettes Paar. Dann gehen wir weiter ins Dorf, da es ein Skigebiet ist, hat es lauter Ferienhäuser, Hotels, eine Tankstelle und Einkaufsmöglichkeiten, nicht mehr. Zuerst gehen wir einen Burger essen, dort gibt’s ein gratis Bier für Hiker. 

Der heutige Tag ist der absolute Wahnsinn, das hat schon am Morgen angefangen: Wir reden über Süsses und zack! hängt an einem Pfosten ein Beutel mit Riegel und Smarties zum Mitnehmen. Danach sehen ein Auto im Wald stehen und finden einen Mann, der Pilze sammelt und zack! kriegen wir ein Soda. Später vom Weg hinunter treffen wir nochmals auf Trail-Magic vom Feinsten. Und was finden wir hier in der Hikerbox? Zack, eine Schiene für Andys Fuss, sogar eine noch bessere als die zuhause. Langsam wird es unheimlich, so viel Glück ist unglaublich. ‚Der Weg wird es richten’, ist wirklich so auf dem PCT, es gibt immer eine Lösung.

Zum Übernachten gehen wir hier ins Hostel des Alpine Club Washington. Dort drinnen gibt es Spaghetti und Wein dazu – einfach genial! Ich bin richtig happy, mit der Schiene geht es sicher weiter für Andy. Obwohl, Andy würde sogar auf allen Vieren oder per Pferd bis zur kanadischen Grenze gehen. Aufgeben (an dieser Stelle) kommt für ihn nicht in Frage.

Schluss bei km 3848 oder Meile 2391, gelaufen sind wir 40 km oder 25 Meilen.

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