CDT 8, 3. – 6. Mai, Toaster House – Grants

Wir verliessen das Toaster House am 3. Eigentlich wollten wir frühstücken im Restaurant, daraus wurde nichts. Es war geschlossen, also liessen wir‘s mit Essen. Waren schon lustige Zustände hier in Pie Town.

Der Tag wurde einer zum Verzweifeln. Wir mussten 50 km auf Schotterstrasse geradeaus wandern, von Morgens um neun bis abends um neun – geradeaus! Es gab wenigstens eine Trail Magic, etwa nach 20 km bei einer Range. Wir konnten Wasser auffüllen und es hatte Bananen und Äpfel in einer Box.

Wir sahen den ganzen Tag einen einzigen Hiker, dafür etliche Trucks. Die rasten an uns vorbei, so dass wir ziemlich viel Sand abbekamen.

Die Nacht war die kälteste, die wir bis dahin erlebt hatten auf dem CDT. Am nächsten Morgen war alles gefroren.

Der nächste Tag war Asphalt laufen angesagt, auf dem Hyw 117. Zum Glück nahm uns eine Autofahrerin etwa 10 km mit. Sie setzte uns bei einer Ausweichstelle (La Ventana) ab. Hier begann eine Super Strecke, durch eine Schlucht mit steilen Felswänden aus Kalkgestein. Eigentlich ging der CDT hier alles auf dem Hwy Richtung Grants. Bei der Hitze auf Asphalt laufen ist nicht unsere Stärke, also entschieden wir uns, die Alternative zu nehmen und über das Lavafeld zu stolpern.

Es war spannend, denn wir mussten rauf- und runtersteigen und über Spalten springen, also unsere Trittsicherheit wurde trainiert. Wir brauchten den ganzen Nachmittag dafür. Sogar Andy, der normalerweise eine Ausdauer hat wie ein Pferd, musste Pausen machen. Wir hofften beim Hyw 53 etwas Wasser zu finden, doch leider war das nicht der Fall.

Am nächsten Morgen liefen wir in einem schönen Tal. Nach 9 km laufen sollte eine Wasserstelle kommen. Leider auch Fehlanzeige, der Tank war leer. Wir hatten nur noch einen halben Liter Wasser für 25 km. Viel hatten wir ja nicht getrunken, aber den Tag zuvor schon und leider ordentlich geschwitzt bei der Hitze.

Leerer Wassertank

Wir überlegten umzukehren, um am Highway Autostop zu machen, um nach Grants zu kommen. Doch das Tal gefiel uns und wir liefen los in der Hoffnung, dass es bei der nächsten Windmühle Wasser hat.

Bei solchen Entscheidungen, die wir in der Vergangenheit getroffen hatten, hatten wir meistens Glück. Der Weg war ja auch total einfach zu laufen und so machten wir ordentlich Tempo. Unser Schutzengel liess uns auch diesmal nicht im Stich. Auf unserem Weg lag eine Flasche Wasser, die ein anderer Hiker verloren hatte. Viele laufen ja mit Musik und dann hörst du es nicht, wenn etwas rausfällt.

Also konnten wir genügend trinken und dann kam noch eine Kuhtränke mit super Wasser.

Auf dieser Strecke zu laufen amüsierte uns, weil es eine Schotterstrasse war mit zerschossenen Schildern und Wegweisern. Aber wirklich jedes Schild war durchlöchert. Man fragt sich dann doch ein wenig, wie abgefahren die drauf sind, du fährst mit einem Truck und schiesst auf alles, was ein Ziel ergibt.

Beim Ausgang der Schlucht kamen solche Wahnsinnige mit Trucks die Piste raufgeschossen und danach warst du in einer Staubwolke.

Wir erreichten Grants etwa um 15 p.m., am Freitagnachmittag und gingen sofort in den ersten Getränkeladen, um eiskalte Getränke zu kaufen, es war herrlich.

Wir mussten noch 3 km laufen bis zum Hiker Hostel. Schön war diese Strecke nicht wirklich, gehört zur historischen, berühmten Route 66. Alles, was nicht direkt bei der Hauptstrasse liegt, wirkt ziemlich verwahrlost.

Unser Hostel war fast voll besetzt. Wir bekamen noch zwei Betten in einem 4-Bettzimmer. Im Zimmer war gleichzeitig die Waschmaschine, und so war immer was los.

Ein Hiker kochte für alle Frühstück am Samstagmorgen. Als er das Gas aufmachte, gab es einen Knall und die kleine Hütte wurde ordentlich durchgeschüttelt.

Wir hängten mehr oder weniger den ganzen Samstag in diesem Hostel rum. Nur zum Essen oder Sachen besorgen bewegten wir uns, herrlich entspannend.

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