CDT 13, 26. – 29.Mai, Del Norte – Razor Creek

Das Motel war ein Erlebnis für sich, für 75 Dollar eine Nacht. Der Angestellte, freundlich wie er war, machte uns darauf aufmerksam, dass er das Zimmer gerade erst gereinigt habe. Also dies hätten wir nicht gemerkt, vor dem Badezimmer klebte Andy mit den Schuhen am Teppich. Ich versuchte die Dusche zu überzeugen, Wasser mit etwas Druck zu bringen, gerne auch warm.

Nach längerem Drehen und Warten klebten meine Socken auch fest am Boden des Badezimmers und das Wasser blieb eisig kalt. Ich holte den Angestellten, er probierte etwa das Gleiche wie ich, leider auch erfolglos. Er holte danach den Besitzer, der in langen Unterhosen erschien. Ich blieb entspannt, Andy eher nicht. Ich erklärte ihm, dass wir gerne warm duschen wollten oder das Geld zurück. Er war sehr bemüht und gab uns ein anderes Zimmer.

Das zweite Zimmer übertraf das erste, im Negativen, aber die Dusche war gewillt, warmes sogar heisses Wasser zu liefern.

Mir genügte das, Andy sagte nichts, war aber sichtlich genervt. Ich zu sagte zu ihm: „Was erwartest du wenn jemand in Unterhosen rumläuft?“ und er lachte wieder.

Auf 2500 müM

Der erste Tag auf der Alternativ-Route. Erst eine riesen Schlaufe um den Flughafen, danach auf gingen wir Schotterpisten bis zum Dorf La Garita. Bei einer Abzweigung stand auf einem Schild, es gebe hier „The best Burger“ im Tal. Eigentlich geht die alternative Route, die etwa 1000 Höhenmeter tiefer liegt als die Originalroute, aber nicht bis zu diesem Dorf. Ein ortsansässiges Paar nahm uns mit bis zu diesem Restaurant.

Sauber wie vor 150 Jahren

So ein genialer Ladenbesitzer war dort, der machte Sandwich so lecker. Dazu tranken wir etwa 2 Liter Milch und Soda und assen zum Abschluss noch einen Becher Ice-Cream.

Den Nachmittag liefen wir mit Bauchweh weiter durchs Tal. Wir mussten bis in den Abend laufen, denn in diesem Tal kam ein Anwesen nach dem anderen, alles Privatbesitz und überall eingezäunt. Zwei nette Männer nahmen uns dann zu einem Campingplatz mit, der etwas abseits von unserem Weg war.

Blühender Kaktus

Wir sassen hinten auf der runtergeklappten Heckklappe, war mal was Neues, zum Glück eine kurze Strecke von 4 Meilen.

Den zweiten Tag liefen wir früh morgens erst mal zurück zu unserem Weg. Es war Samstag und wir sahen auf dieser Strecke zum Carrero Pass alles, was Motoren hatte.

3099 müM

Teilweise mussten wir lachen. Zum Beispiel fuhr ein Mann mit einem Vierradtöff und mit Baby auf dem Rucken uns vorbei und das Baby hatte noch den Schnuller im Mund. Dann auch Kinder mit Motorrädern, mit Vollgas durch den Wald, schon etwas laut war es.

Fahrzeugepark im Wald

Eines war aber sehr interessant, egal wie schnell sie angeschossen kamen, alle bremsten ab, um uns zu Winken und brausten dann mit Vollgas weiter.

Aus diesem Tal heraus mussten wir leider noch etwa 10 Kilometer auf der Schnellstrasse, dem Hwy Colorado 114, laufen. Hier wurde leider nicht gebremst. Die Autos fuhren etwa mit 105 km/h an uns vorbei, sehr unangenehm dazu noch kräftiger Wind.

10 km Gerade aus

Am Abend liefen wir noch ein gutes Stück weg von der Strasse, wir hatten genug vom Lärm.

Am nächsten Mittag ging’s zurück auf die CDT-Hauptroute, also zurück in die Berge.

Der Weg hinauf ging durch nicht schönen Wald, mehr totes Holz als grüne Tannen. Gegen Abend kam’s noch viel schlimmer mit dem Wetter, es schneite und die Temperatur viel tief.

Wir hatten erwartet, hier wieder Hiker zu sehen, doch trafen den ganzen Tag keine Menschenseele. Andy hatte an diesem Tag seinen 29. Mai Geburtstag. Ich liess bei meinem Handy die mobilen Daten eingeschaltet, so kamen mitten im Wald einige Gratulationen aus der Schweiz angerauscht. Er freute sich riesig über alle nette Worte, so machte uns das miese Wetter weniger aus.

Der Tag danach

Anmerkung Andy:
Rosas Gratulation bestand darin: (nur weil ich ein wenig betrübt war wegen des Wetters und der Kälte) Ich solle mich doch in den Wald legen und die Schuhe zusammenstellen, mit 55 sei’s sowieso vorbei. Manchmal ist sie so eine Feinfühlige…

6 Kommentare zu „CDT 13, 26. – 29.Mai, Del Norte – Razor Creek

  1. Aber recht hatte er, das zweite Zimmer war ja deutlich dreckiger. Insofern stimmte es, wenn er sagt, er habe es erst gerade gereinigt 😉 ….ihr habt halt zu hohe Ansprüche ;-P

    Hey Junger Mann! Alles Gute nachträglich.
    Und du weisst: Älter werden ist i.O. aber nicht schwächer werden!

    Gruss
    Schlummerbueb

    Gefällt mir

    1. Hoi du Kummerbube, wirst aber auch Älter und bist immer noch ein freches Kerlchen. Mein Mann wird nur reifer und interessanter und und…..
      Das mit den Ansprüchen ist halt so ne Sache mir reicht es wenn die Dusche funktioniert. Andy braucht noch unbedingt eine funktionierende Kaffeemaschine und Kühlschrank und Mikrowelle und und ….
      Alles Liebe Andy Rosa

      Gefällt mir

  2. Alles gute nachträglich an den alten Mann….ähh ich meine an den nicht mehr ganz so jungen Kerl. :*
    Ich finde es schade das ihr Leute die in Unterhosen herumlaufen verurteilt, ich mache das nämlich auch immer. 😀

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s