Wir schlafen erst mal aus und gehen danach zum Frühstück in einen Imbiss. Das Dorf ist eine breite Strasse mit Häusern links und rechts, alles sehr sauber. Einige alte Gebäude sind liebevoll hergerichtet, die Leute sind sehr nett und scheinen richtig gemütlich zu sein, die Autos fahren im Dorf nur im Schritttempo. Hier dürfen wir nicht zu lange bleiben, dieses ’nur kein Stress, es wird schon‘ steckt an.
Ich gehe in den Dorfladen für ein Sandwich, hinter der Theke ist ein junger Mann mit Kopfhörern, der sich bewegt wie ein Panda. Ich zeige auf ein Sandwich, er schüttelt den Kopf, nicht zu haben, ist nur Auswahl. Super, er macht die vorweg frisch. Dann fängt es an: welches Brot, welches Fleisch, dasselbe wie in der Auswahl? Ich möchte Roastbeef, dann zieht er’s durch: welche Butter, mit Zwiebeln, mit Gurken, Mayo, Senf…? Und so fort, dazwischen kommt noch sein Kollege zum Quatschen. Eigentlich ist mir die Lust auf das Sandwich inzwischen vergangen, aber davonlaufen, machst du hier nicht, wir müssen morgen ja noch unsere Lebensmittel hier einkaufen.
Wieder draussen erwartet mich Andy, dann gehen wir durchs Dorf und schauen, was es so hat, aber einen Waschsalon finden wir nicht. Also werden wir die Kleider in der Badewanne waschen. Natürlich telefonieren wir noch mit unseren Kindern, ist einfach schön, wie sie uns bei unserer doch etwas verrückten Reiserei unterstützen.
Hiker gibt es hier nicht so viele, schon auf dem Weg in den letzten Tagen haben wir fast niemanden getroffen. All-in ist noch im Dorf, er wird auch morgen weitergehen, doch Andy und ich werden jetzt wieder alleine wandern, es war schön in der Gruppe, aber weniger spontan, wie wir es lieben zu reisen.
Morgen geht es mit weniger Gewicht auf dem Rücken weiter auf dem PCT, wir freuen uns sehr darauf. Nicht mehr mitnehmen werden wir auch den Bärenkanister (ist ab hier keine Pflicht mehr) und die langen Hosen (wir hoffen, dass es mit den Regenhosen geht). Am Abend gehen wir noch fein essen und trinken ein Bier auf Markus.

























In diesem Tal – hier wäre eigentlich nur ein Bach – müssten wir durch einen etwa 10 Meter breiten und tiefen Stream schwimmen, aber darauf hat jetzt niemand Lust, so machen wir Feierabend. Ich stelle das Zelt extra zwischen die riesigen Tannen für Andy (er ist total fasziniert von diesen Giganten), derweilen steigt Andy in den Bach um sich zu waschen – er ist einfach ein bisschen crazy. All-in ist ziemlich fertig mit den Nerven, möchte wissen, was er von den drei Schweizern denkt.
Den Morgen verbringen wir in einem sehr grünen Tal, herrlich dieses Laufen ohne Schnee, so könnte es jetzt tagelang weiter gehen. Markus und Patrizia ziehen vorne weg, Moni und wir beide machen Fotos unterwegs und bleiben mal stehen, um es einfach zu geniessen. Diese Stimmung am kalten Morgen, wenn alles noch leicht gefroren ist und es über dem Wasser leichter Nebel hat, sieht schon toll aus. Wir sehen viele Tiere, Vögel, junge Wiesel und zwei Munggen, einer geht nicht weg, aber berühren würde ich ihn nicht, er guckt böse. Auch ein sehr zutrauliches Deer, ich kann mich ihm bis auf sechs Meter nähern, um es zu fotografieren, dabei stehe ich fast auf eine Schlange, die reagiert ziemlich genervt. Andy und ich sind ganz in unserem Element, ständig sehen wir etwas Interessantes, das kostet Zeit, in der wir laufen sollten. Markus und Patrizia müssen ständig warten, sie sind halt wesentlich schneller und zielstrebiger als wir drei. Wir finden, die kanadische Grenze läuft ja nicht weg, hingegen weisst du nie, ob du wieder solche Momente hast.















