Hier senden wir die warmen Kleider nach Hause, die braucht es jetzt nicht mehr.Ich frag mit meinen sehr begrenzten Französisch nach dem Weg, zur Post, brauche einfach alle Wörter die mir hängen geblieben sind von der Schule. Andy ist leicht genervt darüber, er schaut meistens im Telefon, dieses Googlen nervt mich, hat ja genug Leute um zu fragen. Geld können wir auch noch wechseln, das mit dem Ruhetag lassen wir bleiben. Erst klappt alles super im Rhonetal runter entspannt radeln.
Die Berge des Juras im Blick diese steilen Felswände schimmern gelblich in der Sonne. Dann natürlich sowas von falschem Weg gewählt, Hang rauf und ab in ein Seitental. Ein Umweg ca. von 20 km durch Sumpf und über Geröllpisten also unsere Laune sank doch etwas. Als wir wieder auf dem Rhoneweg waren hatten wir mehr oder weniger all unsere Energie aufgebraucht. Also gleich in das nächste Restaurant und etwas essen, auch das klappt nicht wirklich.
Junge Familie in Richtung Mittelmeer
Danach weiter und bis zum Zeltplatz nur noch einmal verfahren. Super noch denn ganzen Abend karoke Gesang mit nicht wirklich guter Musik und das gleich neben unserem Zeltplatz.
Aber die leicht hügelige Landschaft war echt schön, mit denn Anbauflächen und diese Wälder als Unterbrechung dazwischen.
Der heutige Tag war furchtbar heiss und wir haben uns in Genf mehrere mal verfahren. Die Beschilderung vom Rhone Weg ist einfach verwirrend und dieser Verkehr auch nicht ohne.
Der Nachmittag ging dann bergauf und ab durch Landwirtschaft mit Plantagen,Obst Gemüse, Getreide Mais hauptsächlich.
Bei einer Abfahrt haben wir die Abzweigung verpasst, also von ganz unten wieder halb rauf, hoffe es geht nicht so weiter. Was wirklich auch noch speziell ist die meisten fahren mit dem Handy also der Rhonenweg kann man auch als Trecker herunterladen. Die sehen wir auch beim herumirren wirklich zu klappen scheint es auch nicht.
Letzte Pause in der Schweiz
Denn Grenzübergang mussten wir uns aber richtig verdienen es war so heiss heute.
In einer Baustelle alles rauf, es war Staubig die Lastwagen überholen und ein Lärm, also Spass machte das nicht. Aus der Baustelle gleich bei einem Gebäude in den Schatten eine Verschnaufpause eingelegt und das Wasser ausgetrunken. Was es rauf geht geht’s auch wieder runter, im nächsten Imbiss könnten wir etwas essen. Eigentlich müssten wir noch Geld wechseln, hätten wir besser schon zuhause gemacht, scheint nicht soviel Möglichkeiten zu haben. Angekommen beim Zeltplatz konnten wir mit der Karte bezahlen und im nächsten Dorf hat es eine Möglichkeit Geld zu wechseln.
Super Campingplatz mit sehr freundlich Betreibern in Seyssel
Sehr tollen Zeltplatz, der Besitzer ist so freundlich und hilfsbereit, gibt uns alle Informationen die wir brauchen. Einkaufsmöglichkeit gleich neben dem Zeltplatz, in Frankreich Seyssel. Wir überlegen einen Ruhetag einzulegen Morgen mal schauen wie es unseren Hinterteil und Beinen geht. Die haben etwa gelitten.
Super geschlafen frühstücken und los. Gleich mal hoch in die Weinberge, also faulen werden wir bestimmt nicht mehr.
Hier wird geschwefelt und nicht zu knapp, das stinkt sehr unangenehm.
Die Abfahrt war wieder super. Dann alles Richtung Lausanne
St-Prex
Mittagessen wunderschön an der Uferpromenade bei Saint-Prex in einem kleinen Laden eingekauft Brot,Käse und eine Wurst zum trinken Traubensaft und natürlich Kaffee herrlich.
Schönes Dorf mit all diesen Gässlein und alten Steinhäusern.
Permakultur
Der Nachmittag war sehr stressig Weinberg rauf um nach wenigen km wieder runter zu fahren und wieder rauf und runter, usw. dass schlaucht doch sehr. Vor Genf wurde es sehr mühsam in diesem Verkehr 16 Uhr ist voll Rush Hour. Die Autos schneiden einem den Weg ab das glaubt man nicht. Von den E-Velos und E-Trottis in der Stadt, halte ich wirklich nichts. Das sind solche Flitzer die siehst du nur wenn es eigentlich schon zu knapp ist um zu bremsen, sie werden sicher nicht bremsen das steht fest.
So kommen wir erst etwa um sieben beim Camping an leicht genervt und fertig. Es war der teuerste Campingplatz auf der Reise und sehr einfach Eingerichtet.
Sehr entspannt mehr oder weniger auf dem Damm richtig Montreux geradelt.
Einmal mussten wir ein Umweg fahren da auch hier das Land unter Wasser war .
Rhone mit viel Wasser
Die einten Gemüse Felder standen unter Wasser.
Château de Chillon
In Montreux hat es viel Touristen aber die Strandpromenade bis Vevey sowas von schön mit diesen vielen Möglichkeiten zum Baden liegen auf einem Rasen oder auf denn kleine erhöhte Flächen und die Sonne geniessen.
Überall sehr üppige Bepflanzung und sowas von sauber einfach eine ruhige entspannte Atmosphäre. Das Beste war durch die Weinberge fahren oder schieben sehr anstrengend und heiss.
Die anschliessender Abfahrt genial bis Cully etwas vor Lausanne.Der Zeltplatz direkt am See Mega, gleich ins Wasser das sehr frisch ist. Andy kocht eine super Polenta und ich schreibe. Danach sitzen wir einfach noch rum und geniessen unseren super Platz.
Um Sieben aufgestanden, das mit dem Kaffee beim Nachbar haben wir natürlich nicht gemacht. Die Fahrt heute war eigentlich der Rhone nach aber wir hatten das Gefühl es sei eine allgemeine Baustellen Besichtigung.
Leuk
Überall wird gebaut in den Dörfern, Mittagspause machten wir beim Bahnhof Sierre nachdem wir uns wieder einmal verfahren hatten.
Sierre
Wieder an der Rhone rollten unsere Velos mit wenig Kraftaufwand auf dem Dammweg Rechts die Rhone links sehr dichter Wald oder Obstanlagen. Dann hatte es Weiden mit Pferden danach Esel und die nächste mit Lammas. Das Dockumentiert ich, mit mein wirklich schlechtem französisch, Pferd mit dem dazugehörigen Geräuschen beim Esel das gleiche und beim Lama….
Sion
Dafür wollte Andy mich am Abend vom DAMM rammen, er rammte mein Hinterrad also die Packtasche.
Beweisfotos
Mit doch etwas Mühe gelang es mir nicht zu stürzen. Ich sage zu ihm, jetzt sind wir aber gleichauf. Was wärs gewesen mit dem ganzen Gepäck ab in die Rhone.
Pause
Wir waren ziemlich erschlagen als wir beim Campingplatz angekommen sind. Andy schaut mich an und ich frag hast du das Solarpanel und Powerbänk liegen gelassen. Ich mache alles für die Nacht klar und er radelt etwa 6 km zurück, leider hatte es jemand schon mitgenommen. Aber alles in allem doch ein recht guter Tag.
Wir frühstückten zusammen, danach alles verstauen in den Velotaschen. Alles wieder raus weil ein Riemen gefehlt hatte, gefunden im Zelt.
Sie ging in Richtung Grimmselpass und wir weiter der Rohne runter, bei super schönem Wetter.
Bei Goms
Es ging einmal rauf danach runter in die Twingischlucht und dann wieder hoch. Twingischlucht, genial schön um dann wieder raufzustossen.
Natürlich hatten wir uns auch noch verfahren, Andy stand bei der Tafel und ich rufe rechts geht’s runter, aber er fährt geradeaus.Wir mit unseren schwer beladenen Velos, in ein Seitental zur Rhone dem Binnatal. Da hat es viele Skulpturen in der Landschaft und noch mehr Touristen.Bis uns dann ein sehr netter Herr denn Weg erklärt hatte, da drehte Andy sich zu mir um und sagte wir hätten doch rechts runter sollen.
Römerbrücke über die Binna
Unglaublich, hab ich ja auch gesagt, also alles wieder zurück auf denn richtigen Weg, wir haben’s immer wieder lustig zusammen.
Rhone
Denn Rest des Tages verlief ohne grössere Pannen. Einmal verlor ich eine Tasche, die Halterung ist wirklich nicht so tauglich für ein wenig holperiges Gelände.Am Abend hatten wir ein sehr tolles Pärchen als Platznachbarn.Andy fragte einfach nach einer Sitzgelegenheit und sie gaben uns ihre Campingstühle.
Wir hatten natürlich nur das absolute Minimum dabei, irgendwie gibt’s immer eine Lösung wenn etwas fehlt.Sehr lustige Familie, sie sagten sie hätten auch eine Kaffeemaschine, die hat Überstunden gemacht.Man hat immer wieder nette Begegnungen auf so einer Tour.
Morgens um acht hatten wir schon gefrühstückt, Haferflocken mit viel Öl, dass gab uns Energie für denn Furkapass.
Andy hatte offenbar noch einen Clown als Beilage. Ich war noch völlig erledigt vom Vortag und er natürlich sehr erholt. Ich fragte wie weit bis auf den Furkapass, er etwas weniger als 80 km und 1000 Höhenmeter. So erschlagen, habe ich mich tatsächlich darauf eingestellt diese Strecke zu fahren, ohne gross zu überlegen. Normalerweise bin ich vorsichtig, bei Andys strecken Angaben, er meint wenn er zu viel angibt, bin ich dann happy wenn es schneller geht. Etwa 7 km unter der Passhöhe wartet Andy auf mich.
Er sagte, jetzt sind wir dann bald oben. Ich hab es nicht so lustig gefunden, aber er hat sich sehr amüsiert! Die letzten zwei km schoben wir die Velos, die Oberschenkel krampften richtig. In Sichtweite des Restaurants natürlich zurück in den Sattel und fahrend sieht einfach besser aus. Wir waren noch keine 10 Minuten im Wallis und schon offerierte der Imbissbetreiber uns ein Glas Fendant.
Furkapass 2436 m.ü.M
Zwei Stunden Pause und ein Kartoffelsalat mit Wienerli für Andy die Portion war zu klein. Ich lies es gleich bleiben mit dem Essen. Hätte ja sowieso die Hälfte an Andy abtreten müssen. Den Gletscher zu besichtigen liessen wir aus, viel zu viele Leute, mögen wir nicht so diese touristischen Attraktionen. Die Abfahrt war super mit diesen Velos, mit Scheibenbremsen kann man ganz anders fahren.
Bei mir auf dem Lenker ist unser Elch Stofftier befestigt. Je höher die Nase kommt, desto mehr Tempo. Wenn das Geweih nach hinten flattert und die Nasse Himmelwärts zeigt, ist bremsen angesagt.
Den Zeltplatz teilten wir mit einer anderen Velofahrerin. Wir kochten Polenta und schwatzten übers Reisen, sehr entspannter Abend.
Velotour von Zürich bis hoffentlich ans Mittelmeer, alles der Rhone nach. (Streckenlänge ca. 1350 km)
Nach dreissig Jahren hat sich Andy, ein Gravel Bike gekauft und ich habe meins ebenfalls nach 25 Jahren mit etwas Widerwillen ersetzt.
Gravel Bike ohne Motor
Nein! es sind keine E – Velos aber im Vergleich zu unseren Vorherigen fast wie eins. Andy ist der Auffassung solange er kein Herzschrittmacher hätte, bräuchten wir keine E – Velos, Thema erledigt. Daraufhin beschlossen wir die Velos mal richtig zu testen, sollte möglich sein bei dieser Strecke.
Tag 1: Freitag 16. Juli
Wädenswil -Sattel – Schwyz – Altdorf – Andermatt ca. 87 km
Von Wädenswil in Zürich bei miesem Wetter gestartet, aber mit viel Vorfreude aufs Velofahren. Wir hätten nicht gedacht, dass wir schon am ersten Tag bis nach Andermatt hochkommen. Die Passtrasse war stark befahren. War uns gar nicht bewusst wie laut der Verkehr sein kann. Und man muss wirklich aufpassen den die einen Autofahrer sind sowas von Rüpel oder noch schlimmer. Das letzte Stück mussten wir schieben, einfach zu steil mit dem Gepäck und unsere Beine hatten keine Kraft mehr.
Die Teufelsbrücke war sehr beeindruckend, das Wasser schoss mit viel Getöse in die Tiefe und spritzte bis auf die Brücke. Danach noch etwa eine Stunde bis zum Zeltplatz ausserhalb von Andermatt. Super Zeltplatz einfach hinstellen wo es frei ist. Die Duschen waren herrlich warm, gegessen haben wir an einem Tisch der überdacht war, besser geht’s nicht.
Andy war die ganze Nacht so unruhig, dass wir um fünf mit der Stirnlampe starten. Es ist stockdunkel, der Weg geht im Wald hoch. Wir sind sowas von motiviert, jetzt wollen wir zum Monument, das den Endpunkt vom PCT kennzeichnet. Es sind noch 27 Kilometer bis zum Ende und von dort noch 13 Kilometer bis zur Manning Park Lodge in Kanada, das wollen wir heute gehen.
Die Berge zeigen sich uns nochmals sehr beeindruckend in ihrer wunderschönen Weite. Oben macht Andy nochmals einen Film und Bilder. Schweigend gehen wir noch die letzten Kilometer hinunter zum Monument. Andy läuft hinter mir und filmt die letzten Meter, das gefällt mir. Er filmt und dokumentiert was er filmt teilweise wie ein Profi, lustig ist er schon mein Mann und überrascht mich immer wieder.
Auf den Tag genau sind es fünf Monate, am 12. April sind wir in Campo gestartet. Am 12. September sind wir um halb zwölf beim Monument. Das ist ein unglaublich supergutes Gefühl jetzt hier zu stehen, zusammen sind wir einfach nur happy. Natürlich klettern wir rauf und stossen an auf den geschafften PCT und Küsschen und so. Andy will gar nicht mehr runter vom Monument und meint, dass es in unserem Alter nicht selbstverständlich ist, dass wir diese lange Strecke ohne grössere gesundheitliche Probleme gemeistert haben. Auch unserer Beziehung zueinander ist nochmals extrem gewachsen in den letzten Monaten. Ich selber bin mit mir super zufrieden, dass ich die High Sierra mit den Flussquerungen gemeistert habe, hatte mich einige Überwindungen gebraucht.
Wir trinken unseren Wein, tragen uns ins Register ein und geniessen mit den anderen Hikern den Moment. Dann laufen wir noch bis zur Lodge, dort bekommen wir den letzten Raum mit zwei Betten drin. In der Lobby treffen wir nachher ein Ehepaar aus Oberbayern, die Hiker Luzia und Gerold haben kein Zimmer. Selbstverständlich teilen wir unseres mit ihnen.
Wir gehen dann zusammen mit den beiden Bayern ins Restaurant, dort sind auch die anderen Hiker, und feiern alle zusammen den Abschluss vom PCT. Auch End (Yves) und Tea-Time, alle wir Schweizer, haben den PCT miteinander am selben Tag beendet, nur Karma, Didi auch aus Wädenswil, war schon am 7. September fertig und natürlich Markus, alias Sputnik, er schon am 20. August. Anmerkung Rosa: Soviel geküsst haben wir das letzte Mal vielleicht bei der Hochzeit, Andy war total aus dem Häuschen.
Schluss dibus, Ende bei km 4302,4 oder Meile 2653,9! Heute noch gelaufen sind wir 32,7 km oder 20,2 Meilen, und zur Lodge nochmals 13,6 km (8,4 Meilen).
In der Nacht war es kalt und mühsam zum schlafen. Wir hatten das Zelt so gestellt, dass es vom Regen unterm Zelt keine Pfütze gibt und da rutschten wir ständig zum tiefsten Punkt. Der Regen hat zum Glück aufgehört, zuerst laufen wir durch Gestrüpp und dann geht’s nochmals ziemlich in die Höhe. Die Hügel sind sehr sandig, zwischendurch sieht man Felswände. Das Wetter ist nebelig und teilweise bewölkt. Die Luft ist richtig frisch und die Stimmung Spätherbst.
Wir laufen und unterhalten uns darüber, wie schnell doch diese Zeit auf dem PCT vergangen ist. Jetzt immer näher auf die kanadische Grenze zu. Die Zeit ist uns fast zu schnell vergangen, es war immer etwas los auf dem PCT, war extrem spannend bis zum Schluss. Wir haben beide das Gefühl, es fehle uns der Sommer, während dieser Zeit waren wir ja im Schnee unterwegs. Jetzt ist hier Herbst und es würde uns nicht erstaunen, wenn der Schnee käme. Wir wollen jetzt morgen mit dem Weg fertig werden. Hier in schlechtes Wetter zu geraten, könnte ziemlich ungemütlich werden, aber es soll erst am Freitag schlechter werden.
Etwas was der Weg uns sehr deutlich gelernt hat, ist, dass die Zeit für uns absolut das Wichtigste im Leben ist. Denn wenn du Zeit und Ausdauer hast, ist vieles möglich. Natürlich ist die Gesundheit auch wichtig, das ist klar. Und, man sollte einfach eine positive Einstellung haben, so ist das Leben einfacher und lustiger.
Unglaublich wie wir heute laufen. Es ist fast, als würden wir gar nichts machen, die Beine machen es von alleine: laufen, laufen, laufen…
Am Abend essen wir Reis, Unmengen davon, der gibt einen warmen, vollen Magen. Ich schlafe sofort ein. Andy ist voller Vorfreude und kann nicht einschlafen, wie üblich wenn er nervös ist.
Schluss bei km 4237 oder Meile 2633, gelaufen sind wir 46 km oder 29 Meilen.