TAG 43, 24. Mai, Old Station, Meile 1375

Wir sind um 6 Uhr aufgestanden und mit Fred und Jenni richtig schnell vorwärts gelaufen. Sie haben Lust auf Burger bei der Tankstelle und auch Internetzugang ist für sie sehr wichtig. 

Der Trail zog sich über eine Hochebene. Kein Schnee mehr, dafür ziemlich nass und alles umgefallene oder kahle Bäume. Wir laufen bis Mittag so weiter, jetzt alles den Hang hinunter. Unten gehen wir bei einer Tankstelle etwas essen. Der Campingplatz ist gleich hier, so mieten wir zusammen einen Platz, um die Zelte aufzustellen.  

Wir sagen den anderen zwei, dass wir ab morgen wieder zu zweit laufen werden. Fred und Jenni verstehen das und wir geniessen den Rest des Tages. Gret taucht drei Stunden nach uns auf dem Zeltplatz auf.

TAG 42, 23. Mai, Drakesbad Ranch, Meile 1352

Heute wollen wir bis zu einem Feriencamp, der Drakesbad Ranch, laufen. Ob es bei dem Schnee schon geöffnet hat, werden wir sehen.

Es geht weiter durch den Schnee. Weitherhin müssen wir den Weg suchen. Das gibt immer Anlass für Spannungen. Ich halte mich aus den Diskussionen raus. Mir ist klar, ich laufe einfach dem mit dem GPS nach. Immer wieder müssen wir Bäche überqueren. Bei den meisten geht es problemlos, entweder über eine Schneebrücke – und hoffen, dass sie hält! – oder über einen Baumstamm. 

Das Feriencamp war noch geschlossen. Es sind aber bereits Leute hier, welche alles einrichten. Wir dürfen auf der Terrasse kochen. Der Boss bringt uns einen Kaffee und bietet uns ein Ferienhaus an, um zu übernachten. 

Es ist Nachmittag und uns zu früh. Erneute Diskussionen, die mich jetzt wirklich nerven. Ich möchte zur Einstellung zurück „see you on the trail“, einfach unkompliziert. Fred und Jenni sind recht schnell, wir etwas langsamer und Gret sehr langsam. Am Abend eskaliert es endgültig.

Schliesslich ziehen wir alle weiter und müssen mitten in einem Gebiet übernachten, das mit Spuren von einem Bär übersät ist. Es gab Kratzspuren an den Bäumen, wo er nach Ameisen suchte, Spuren von seinen Schlafmulden und sogar eine Rutschbahn in seine Badewanne! 

Andy und ich alleine hätten nie in einem Bärenrevier übernachtet. Es ist Frühling, die Bären sind dieses Jahr spät aus ihrem Winterschlaf erwacht und haben Hunger. Wir wären aus dem Gebiet gelaufen, aber… Wir beschliessen definitiv, dass wir ab der nächsten Ortschaft alleine weitergehen. Im Zelt auf Schnee übernachtet. Ich habe selten so gefroren.

TAG 41, 22. Mai, Chester, Meile 1333, wieder auf dem Trail

Um 8 Uhr aufgestanden und haben uns nach den Öffnungszeiten der Post erkundigt, weil wir ewas nach Hause schicken wollen. Danach war der Plan, mit Autostopp zum Trail zurück. 

Wir sagten den anderen, dass wir nach der Post mit Autostopp zurück auf den Weg gehen. Fred antwortete: «Ok, wir werden euch sicher einholen», er möchte ordentlich Strecke machen, soweit so gut. Aber Gret reagierte ziemlich sauer. Sie war der Meinung, wir würden den Weg gemeinsam machen. Es ist für mich nicht nachvollziehbar, wie sie auf diese Idee kommt. Unsere Laufgeschwindigkeit ist so deutlich höher als ihre, das müsste sie ja auch gemerkt haben.

Wir gehen mal zur Post. Vor der Post reden wir mit Fred. Zu Beginn werden wir wieder zu fünft los hiken. Ist nicht ganz nach unserem Plan, aber was soll’s, es wird sich von selbst lösen. 

Im Lassen Volcanic Nationalpark sind wir mitten im Wald an einem Schwefelsee vorbei gelaufen. Der Lassen Peak ist ein Vulkan. Fred und seine Kollegin Jenni sind am Nachmittag an uns vorbeigelaufen.

Später trafen wir sie wieder an einem Fluss. Sie hatten sich eingerichtet, um hier zu übernachten. Wir beginnen auch unser Zelt aufzustellen. Als Gret ankommt, findet sie es noch zu früh. Dem Frieden zuliebe, stecken wir wieder alles rein in den Rucksack und wandern noch etwa ein Stunde weiter. Am neuen Schlafplatz machte ich ein Feuer und wir plauderten noch ein wenig.

TAG 40, 21. Mai, Meile 1235, Trail wieder verlassen Richtung Quincy

Erst um 7 Uhr aufgestanden. Ich redete mit Andy, wie’s weiter gehen soll. Er meint, dass wir die Strecke nicht schaffen. Mit der kleinen Menge an Essen müssten wir mehr Meilen machen. In den letzten drei Tagen haben wir einfach zu wenig Strecke zurückgelegt. Unsere Verantwortung ist zu gross, den Weg navigieren, eine sichere Spur legen und allen Bedürfnissen gerecht werden.

Fred ist der Meinung, dass wir auf die Strasse gehen sollen, die ins Tal nach Quincy führt. Dadurch gehen wir ab vom Trail, könnten einkaufen gehen. Alle sind einverstanden. 

Es dauert recht lange bis wir bei der Strasse sind. Fred telefoniert seiner Mitwanderin. Sie kommt wieder auf den Trail. Sie und ihr Freund werden uns bei der Strasse abholen. Wir laufen auf der Strasse weiter bis unser ‚Taxi’ kam. 

Von Quincy fahren wir weiter bis Chester (immer noch Kalifornien) und mieten uns ein Zimmer in einem Hostel. Andy und ich gehen zuerst unsere Wäsche waschen, dann Einkäufe besorgen. Damit sind wir wieder startklar für morgen.

Fred hat Geburtstag, wir gehen richtig gut essen mit ihm. Er ist jetzt wieder happy, denn seine Mitwanderin läuft wieder den PCT mit ihm. Andy und ich entscheiden uns, ab morgen wieder zu zweit zu wandern. Das Umfahren mögen wir nicht, wir wollen auf dem Trail bleiben. Bei Schnee ist es zwar schwieriger, aber für uns und mit genügend Ausdauer geht es. Auch viele Meinungen auf einen Nenner zu bringen, war nicht einfach. Mal schauen, was die anderen meinen. Wir glauben, sie trauen sich den Weg im Schnee eh nicht zu und werden umfahren. 

TAG 39, 20. Mai, Begegnung mit grimmigem Bär

Um 5 Uhr aufgestanden, etwas Kleines gegessen, und dann ging’s gleich mal den Berg hinauf. Als ich mal hinauf schaue sehe ich mit Entsetzen einen Bärenkopf. Dieser ist über unsere Anwesenheit nicht begeistert. Er dreht sich ab, verschwindet im Wald. Wir benützen zum ersten Mal unser Pfeifen. Der Bär gibt uns durch lautes Grummeln deutlich zu verstehen, dass es sein Revier ist. Wir gehen hier einfach rechts. 

Auf einer Kuppe geniessen wir im Gehen einen wunderschönen Sonnenaufgang. Irgendwann müssen wir aber ins Tal absteigen. Jetzt wird es richtig schwierig, es geht etwa 800 Meter einfach steil nach unten. Für uns zwei wäre es kein Problem, einfach gerade hinunter stapfen, immer die Fersen hart in den Schnee schlagen. Aber mit jemandem, der das nicht kennt, ist das etwas anderes. In so einem Hang gehend erschrickst du jedes Mal, wenn jemand nur ein wenig rutscht. 

In einem Schneekurs, den wir in der Schweiz besucht hatten, hatten wir intensiv die Pickelbremse geübt. Mit weniger Gewicht funktioniert es gut. Aber mit so viel Gepäck auf dem Rücken, wäre es wahrscheinlich nicht gut ausgegangen.

Wir entschieden uns, hier schräg zum Hang abzusteigen. Andy und ich machten feste Tritte in den Hang, so ging es. Wir dachten, es macht kein Sinn, wenn wir alle zusammen den Hang abrutschen, weil jemand hinter uns ausrutscht. Dominoeffekt wäre nicht gut.  

Als wir unten ankommen, sind wir froh, dass es wieder einfacher zu laufen ist. Aber für mich war klar, das geht so nicht weiter. Fred meinte auch, so hätte er keine Lust mehr. So redeten wir miteinander und entschlossen uns auf eine Waldstrasse auszuweichen, die von Schneemobilen benutzt wird. 

Gegen 17 Uhr kamen wir an eine Hütte, die von Schneemobilfahrern als Schlafplatz benutzt wird. Sogar ein Ofen war vorhanden, den heizten wir gleich mal ein. Diese Nacht wollten wir nicht frieren. 

In der Nacht erwachte ich. Andy war völlig nassgeschwitzt und kaum mehr ansprechbar. Fred und ich zogen ihm die Kleider aus. Ich ging nach draussen packte Schnee in ein Hemd. Damit kühlten wir ihn wieder auf eine normale Temperatur runter. Wir schauten, dass er immer wach blieb, je länger wir kühlten, umso besser wurde sein Zustand.

Wir verabreichten ihm richtig viel Zucker in Form von allerlei Schokolade. Das hat endlich wirklich geholfen. Ich war sehr froh, diesen Moment überstanden zu haben. Fred und ich umarmten uns. Wir waren einfach ein super Team. In einer solchen Situation wird man sehr emotional, das verbindet auch sehr. Ich gab Andy noch trockene Kleider und Fred heizte den Ofen noch einmal ein. Die Nacht verlief ohne weiteren Zwischenfall. 

TAG 38, 19. Mai, Lagerfeuerromantik im tiefen Schnee

Wir sind um 5 Uhr aufgestanden, weil wir eine grössere Strecke bewältigen wollen. Im Schnee sieht alles sehr schön aus. 

Den Weg erkennen wir nicht und wandern mit GPS. Andy und ich kennen uns mit Schnee ziemlich aus und entscheiden oft, gerade den Berg hinauf zu steigen und wieder runter. Quer zum Abhang zu gehen kommt selten gut und ist auch streng. Es kommt wie es natürlich kommen musste: Gret will nicht mehr und wird laut. Andy erklärt ihr, weshalb wir so laufen und sie beruhigt sich schliesslich wieder.  

Wir gehen den ganzen Tag weiter durch Schnee. Wir machen aus, dass wir beim nächsten Wasser eine Pause machen. Leider ist der Bach auch unterm Schnee. Zwischen Andy und Gret beginnt wieder eine Diskussion. In solchen Momenten bewundere ich Andy, seine Geduld. Obwohl er angeschrienen wird, bleibt er ruhig. Fred findet auch, dass es Andy super gut macht. Ich hoffe nur, dass Andy für sich behält, dass wir eigentlich auf dem Bach laufen.

Fred und ich mischen uns bei der Streckenfindung kaum mehr ein. Nur noch, wenn wir wirklich eine bessere Alternative haben. Uns wird klar, dass wir die Strecke so nicht bewältigen können. 

Eine Pause einlegen und etwas essen ist immer gut für die Gemüter. Oft ist es die Lösung, gut essen und alles ist danach halb so schlimm. Am Nachmittag sind wir einfach noch so weit gelaufen wie es möglich war und haben sehr früh Schluss mit laufen gemacht. 

Es gab keine Stelle ohne Schnee. Zum Zelt aufstellen legten wir darum Tannäste auf den Schnee für unters Zelt. Das ist wie eine Matte und hilft ein wenig gegen die Kälte. Danach haben wir ein Feuer entzündet und unsere Socken und Schuhe getrocknet. 

Es war dann noch ein entspannter Abend mit Lagerfeuerromantik.

TAG 37, 18. Mai, Sierra City, Meile 1195

Endlich wieder auf den PCT! Wir freuen uns darauf und sind gespannt, wie viel Schnee es hier hat. Zuerst gehen wir alle zusammen noch richtig fein frühstücken, mit Speck, Eiern, Pancakes und Ahornsirup, davon giessen Andy und ich immer jede Menge auf unsere Pancakes. 

Wir müssen noch auf die Post. Unser Essenspaket vom Outdoorshop, das eigentlich in Kennedy Meadows hätte sein sollen, sollte hier sein. Tatsächlich. Wir nehmen raus, was wir brauchen und schicken den Rest weiter nach Chester. Das nennt man «bouncen», man schickt das Paket immer weiter zur nächsten Poststation in Trailnähe. Dadurch kann man auch Sachen hineinpacken, die man für eine Weile nicht benötigt und Gewicht auf dem Rücken sparen. Man nimmt einfach raus, was man gerade aktuell für den Abschnitt braucht. Kostet nicht viel und ist sehr praktisch.

Als wir alles erledigt hatten, wollten wir losziehen. Aber Gret nahm es wieder sehr gemütlich, sie scheint es nie eilig zu haben. Fred kam auch mit uns. Seine Mitwanderin hat sich vom Trail eine Auszeit genommen und ist nach Hause geflogen. 

Der Trail ging zügig den Hang hinauf. Oben breiteten sich die ersten Schneefelder über den Weg. Meistens stapften wir einfach darüber. Liegt ein Schneefeld jedoch im Hang über dem Weg, ist man besser vorsichtig. Es dauerte nicht lange und ein solches, steil abfallendes Schneefeld lag vor uns. Da merkten wir erst, dass die anderen keinerlei Erfahrung mit Schnee hatten. Darauf waren wir gar nicht gekommen, weil ja beide einen Pickel dabei hatten. Erst bei genauerem Hinschauen haben wir bemerkt, dass er noch nie gebraucht wurde. 

Andy nahm Grets Pickel und hackte gute Tritte in den Schnee, geht dann wie Treppensteigen. Fred war superfit und tat einfach das Gleiche wie wir. Obwohl er manchmal Angst hatte, klappte es schnell sehr gut. Gret machte ihr extrem grosser Rucksack zu schaffen und war dadurch sehr langsam. Andy nahm ihr darum an schwierigen Stellen das Gepäck ab. 

Mir wurde bald klar, dass diese Strecke nicht in der geplanten Zeit machbar war, wenn es mit dem Schnee so weiterging. Wir hätten auch am Morgen einiges früher losmarschieren sollen. Der Tag gestaltete sich mühsam. Wir drei waren viel schneller und mussten immer wieder auf Gret warten. Sie brauchte ständig Pausen. Die Stimmung war jetzt angespannt, der Tempo-Unterschied einfach zu gross. Dazu kam, dass Fred sich immer mehr nervte, weil er viel weiter und schneller hätte laufen können.

Gret wollte auch recht früh Feierabend machen. Doch als wir unsere Zelte aufstellen wollten, entdecken wir Bärenspuren auf dem Schneefeld. Also gehen wir noch weiter und finden ein Platz, ohne Schnee. Es war etwa 17 Uhr. Ab hier ist der Bärenkanister Plicht, diesen Kanister stellt man weit weg vom Schlafplatz auf. Wir hängen unseren in die Bäume, halten das für gut. Da es weiter geht mit dem Schnee, machen wir noch ab, dass es anderntags notwendig ist, früh aufzubrechen.

Noch ein Zero Day, 17. Mai, Truckee

Als Gret bemerkt, dass sie den Mietwagen heute bis um 10 Uhr zurückbringen muss, wird sie sauer. Wir wollten ja noch bis Sierra City kommen, wir brauchen also eine andere Lösung.

Wir halten es für besser, vorerst aus der Schusslinie zu gehen und gehen mit dem Hund spazieren. Auf die eine oder andere Weise wird es weitergehen. Andy findet es kein Problem, wir könnten auch mit dem Zug weiter bis Sierra City oder per Autostopp. Sicher keine grosse Sache, doch Gret wird damit nicht einverstanden sein. 

Autostopp zu fünft ist sicher nicht praktisch. Es gibt immer eine Lösung, wir müssen uns halt aufteilen. Damit wären wir wieder getrennt unterwegs, für mich und Andy würde das passen. Auf dem Trail ist es oft so, dass man mal zusammen ein Stück des Weges geht und am Abend miteinander zeltet, aber den meisten ist klar, dass jeder sein eigenes Trail-Tempo geht. Darum kann es auch wechseln, mal mit diesen, mal mit anderen. Das finden wir auch spannend. Man ist frei, muss nicht am Morgen fragen, sondern packt unkompliziert seine Sachen und «bis irgendwann», «See you on the Trail». Total frei entscheidet man, wann, zu welcher Zeit, wie lange und mit wem man weitergeht.

Bei uns ist es natürlich klar. Wir kennen uns schon so lange, wissen genau wie der andere tickt und haben also den idealen Partner zum hiken schon gefunden. Habe ich den Durchhänger, baut mich Andy auf und umgekehrt. Wir finden meistens eine Lösung, ohne viele Worte.

Die ganze Hysterie – ich hasse es, wenn Probleme hoch geschaukelt werden – war auch dieses Mal umsonst. Unser Trail Angel brachte uns nach der Arbeit bis Sierra City. Wir sind immer wieder überrascht, wie selbsterständlich hilfsbereit die Amerikaner sind. 

Um 17 Uhr waren wir in Sierra City. Abschied nehmen war nicht so einfach, sie ist eine sehr nette Person. Sie umarmte uns alle und weinte sogar ein bisschen.   Gleich neben der Kirche können wir unser Zelt hinstellen, es hat sogar eine Toilette und Dusche beim Zeltplatz. Dann kaufen wir uns etwas zum Essen und schlüpfen nach dem Dorfrundgang in unsere Zelte.

Zero Day, 16. Mai, Truckee

Andy braucht neue Schuhe und Hosen, die wollen wir besorgen. Meine Sachen sind noch alle intakt, nur neue Socken werde ich mir leisten. Wir dürfen im Haus die Waschmaschine nützen und es hat auch ein Trockner im Haus. Darum haben wir alle Daunenjacken und den Schlafsack gewaschen.

Zuerst mit dem Hund einen Spaziergang machen, der ist lustig, er trägt immer einen Tannzapfen mit beim Spazieren. Der Tag vergeht schnell mit waschen, essen und etwas das Haus sauber machen. Am Abend gehen Andy und ich noch in die Bar, um etwas Musik zu hören und einfach ein wenig mit den Leuten abzuhängen. Der Barkeeper spendierte uns noch einen sehr leckeren Schnaps. Wir mussten dann zurück, um zu schlafen. Morgen wollen wir weiter auf den Weg, lieber später wieder einen oder zwei Zero-Tage einlegen. 

Zero Day, 15. Mai, Truckee

Nach der Post erkundeten wir Truckee, ein recht belebter Ort mit einer netten Einkaufsstrasse, hier würde es uns gefallen. In einem Restaurant essen wir eine riesige Pizza und trinken Cola dazu. Einfach mal nicht laufen, sondern den ganzen Tag faulenzen, das ist schön. Am Abend sind wir noch mit dem Hund eine Runde spazieren gegangen. 

In Truckee hat jeder ein Häuschen mit Garten, dazwischen Strassen, die kaum befahren werden, recht friedlich. Jeder kennt jeden, das ist super. An der Kasse bleibt dir keine Wahl als zu warten bis der Dorfklatsch beendet ist. Dass es mehrere Kassen hat, hilft auch nicht. Wenn das Gespräch interessant ist, stehen alle Kassierer an einer und du wartest. Am Morgen ‚schnell’ Gipfel holen kann locker bis zu einer Stunde dauern. Ich stelle mir die gleiche Situation in Zürich vor. Das wär mal was, die Leute würden bestimmt sauer. 

Beispiel: «Könnte ich vielleicht schnell bezahlen?» Die Reaktion: «Sicher, kein Problem, gleich wenn wir fertig sind.» Klar doch, ich warte, einfach zuhören, ist wahrscheinlich interessant. Am Abend zu Hause gekocht und mit den anderen lange geredet. Das heisst, Gret hat geredet, die anderen haben zugehört. Andy und ich schliefen nachher in der Stube.