TAG 19, 24. April, Cajon Pass, Meile 347

Wir sind um 4 Uhr aufgestanden. Nicht nur wegen den bevorstehenden Burgern, sondern auch weil die Gegend sehr trocken ist und es unterwegs kein Wasser hat. Es geht steil rauf und wieder runter, heute überholen uns doch einige Hiker. Einige sind richtig schnell, alle freuen sich auf die Tankstelle mit Mc Donald’s. Wir wollen auch erst dort unsere Pause machen und hoffen auch, dass es dort möglich ist ins Internet zu gehen.

Gegen 12 Uhr treffen wir auf die Raststätten, stellen gleich das Gepäck in die Ecke und holen uns ein richtig grosses Menü und verspeisen wieder einmal ein Stück Fleisch. Es kommen weitere Hiker an, um zu essen und zum plaudern. Natürlich auch wieder der Deutsche – immer dasselbe mit ihm, aber zum Glück macht er es heute kurz. Wenn jemand immer auf dem Alter herumreitet, kann es richtig nerven. Wir finden nämlich, Älterwerden hat auch seine Vorteile. Im Vergleich zu früher, gehen wir vieles ruhiger und beständiger an. Wir sind uns bewusst, dass es nicht selbstverständlich ist, diesen Fernwanderweg durchzuhalten. Wir machen einfach unser Ding. Wichtig ist, auf seinen Körper zu hören und sich nicht zu überfordern. Wenn Hiker aufeinander treffen, geben sie auch gerne etwas an mit ihren Meilen oder wie viele Stunden sie gelaufen sind. 

Leider schaffte ich es nicht ins Internet zu gelangen, mein Handy wollte sich nicht mit dem Internet verbinden. So gaben uns die anderen die nötigen Infos für den weiteren Weg.

Im Shop nebenan versorgten wir uns wieder mit Essen und Trinken und verputzen natürlich noch ein Iceream bevor wir weiterziehen. Der heutige Tag ist etwas bedeckt, also nicht so heiss, was ein Vorteil ist zum hiken. Diese Gegend um den Cajon Pass imponiert uns sehr mit den vielen super Aussichten. Ausserdem gibt es hier eine Zuglinie. Man hört den Zug schon von Weitem herdonnern, er ist extrem lang und nicht der Schnellste. Wir marschieren weiter auf sandigem Boden bis wir einfach nicht mehr weiterlaufen konnten. Wir waren richtig erschöpft und zelteten wo es gerade kam. Es war recht einmalig: Bis jetzt hatten wir noch nie vom Trail aus, eine Stadt bei Nacht gesehen, Lancaster müsste es sein.

TAG 18, 23. April, Meile 320

Silverwood Lake ist unser Ziel bis zum Mittag, dort möchten wir ausgiebig baden und schwimmen. Wir sind um 6 Uhr los gelaufen und assen einfach während dem Gehen etwas. Beim See angekommen gingen wir gleich zum Strand runter. Leider hatte es viele Glasscherben auf dem Seegrund, so haben wir einfach mit den Schuhen gebadet und wir verkürzten das Unterfangen ein wenig.

Liegen am Strand war aber nicht möglich, es hatte Ameisen und das ist recht mühsam. Wir beschlossen, anderswo unsere Pause zu machen.

Nach etwa einer Stunde Marsch fanden wir eine Hiker-Box mit allem Möglichen drin. Super, hier machen wir Pause! Wir füllen uns wieder die Mägen und packen noch ein Soda und einen Donut für den Feierabend ins Gepäck – genial!

Danach laufen wir noch möglichst lange, weil es morgen einen Mc Donalds gleich neben dem Weg gibt. Bei der Raststätte auf dem Highway 138 auf dem Cajon Pass. Bereits überlegen wir wieder, was wir alles essen werden. Auf dem Trail ist dies extrem. Ich habe das Gefühl, wir seien stets am Essen. Ein Bekannter hat uns gesagt, so wie wir essen, bräuchten wir einen Wagen für unser Essen, im Rucksack hätte das nicht Platz.

TAG 17, 22. April, schon 300 Meilen!

Heute werden wir bei den heissen Quellen vorbei kommen! Unser Start war früh und vor dem Mittag trafen wir bereits auf die heissen Quellen. Es war wie in einem Bienenhaus. Es war halt Wochenende und schulfrei und die heissen Quellen scheinen beliebt zu sein. Hierhin kommen viele Amerikaner zu einem Tagesausflug.

Wir machten dann eine Pause, wo es weniger Leute gab. Der Weg führte in einem Tal nach vorne. Gegen Mittag wurde es sehr heiss, wir liefen noch an einem riesigen Trockendamm, dem Mojave  River Forks Reservoir Dam vorbei, bis zum nächsten Schatten. Da gab es einen schmutzigen Bach, allerlei Abfall lag in den Böschungen, aber wir brauchten eine Pause bis die grösste Hitze vorbei war. Weiter gingen wir einfach durch den Bach, ohne die Schuhe auszuziehen, sie trocknen bei dieser Hitze ja schnell wieder.

Wir schliefen gerade eine Siesta, als wir von der anderen Bachseite eine Frau rufen hörten, alle Hiker sollen zu ihr rüber kommen, sie hätte Bier. Na, das lassen sich Hiker nicht zweimal sagen. Wir gingen mit allen durch den Bach auf ein Bier oder zwei. Nach der ausgiebigen Pause gingen wir dann weiter, waren aber ziemlich schlapp vom Bier. Bier ist bei der Hitze ja nicht die beste Idee. Deshalb werden wir wohl (oder übel) ein wenig früher Feierabend machen.

TAG 16, 21. April, Meilen 285

Tagwach um 5 Uhr und wir gingen gleich los, denn es war uns zu kalt, um noch zu frühstücken. Wir wollten wandern bis die Sonne uns aufwärmt. Am Morgen sind wir mittlerweile recht schnell bereit, das Zusammenräumen und Einpacken geht vielleicht 10 bis 15 Minuten ohne grossen Stress. Jeder hat sein Material und versorgt es immer in der gleichen Reihenfolge, an denselben Ort im Rucksack. Zum Beispiel das Zelt kommt immer zuunterst in den Rucksack. Klingt langweilig, ist aber sehr effizient. Es erspart uns das Suchen und macht allfällige Diskussionen überflüssig.

Einmal nämlich hatten wir ein kleines Messer gebraucht, das wir am Abend im Zelt benützt hatten. Wir hatten es beim Einpacken am Morgen im Zelt übersehen. Als wir es dann suchten, hat es sicher eine halbe Stunde, wenn nicht mehr, gedauert bis wir auf die Idee gekommen sind, es könnte noch im Zelt sein. Das nervte, so was brauchen wir nicht.Alles gut zu verstauen lohnt sich. Drum sind wir diszipliniert, wir haben jetzt unser Material gut im Griff. Wichtig ist auch, vor dem Abmarsch noch einmal alles durchzugehen und nichts liegenzulassen. 

Es war ein recht langer Wandertag, immer rauf und runter, meistens ein wenig im Wald.

Übernachtet haben wir an einem Bach, wo es noch andere Hiker hatte. Auch eine Frau mit Pferd, Tja, den PCT kann man auch mit Pferd erwandern. Das Wasser war kühl, aber sehr sauber. Wir nützten die Gelegenheit und nahmen ein Bad und wuschen auch noch die Kleider. Nach dem Essen gingen wir ins Bett, aber mit Schlafen wurde es schwierig. Die Frösche quakten laut und ohne Unterbruch, was sehr störte. Wenn sie genug genervt hatten, schmiss wieder jemand ein Stein ins Wasser. Das ist wie wenn man am Radio den Stecker zieht. Hielt aber leider nicht lange an, dann machten die Frösche weiter bis zum nächsten Stein.

TAG 15, 20. April, Meile 263

Als wir am Morgen noch im Bett lagen, gab es plötzlich einen Knall und es wackelte alles. Wir stürmten raus auf die Veranda, aber uns war nicht klar, woher das kam. Wir frühstücken drum erst mal vorne im Dorf.

Kaum waren wir auf den Weg fragte uns ein älterer Herr, ob er uns  zum Parkplatz fahren kann, der gleich neben dem Weg ist, was wir selbstverständlich mit «Ja» beantworteten.

Dieser Tag ging es recht gut mit Trampen. Morgens sind wir immer in der Höhe gelaufen mit schöner Aussicht auf Big Bear Lake. Es kam uns noch ein Paar entgegen, das in dieser Gegend wohnt, die uns fragten ob, wir das Erdbeben heute Morgen auch gespürt hätten. Also doch!

Hier verlaufen ja diese zwei Platten die pazifische Platte und die nordamerikanisch Platte, das nennt sich die San-Andreas-Verwerfung. Wir sind denn ganzen Tag nur mit kleineren Pausen gelaufen. Nach einem Zero Day ist man wieder sehr motiviert zum Laufen. Übernachtung im Zelt.

Zero Day, 19. April, Big Bear City

Richtig lange geschlafen, nach dem Duschen sind wir ins Dorf gelaufen, um ausgiebig zu frühstücken.

Wir werden immer wieder erstaunt gefragt, ob wir den PCT hiken. Für die Amerikaner ist es schwer verständlich, dass wir als Schweizer nach Amerika kommen, um zu hiken. Wir probieren es gar nicht zu erklären, das wäre zu schwierig mit unseren Englischkenntnissen. Nach dem Essen schlenderten wir zurück ins Hostel, um noch schnell die Kleider zu waschen und überlegten, wie viel Proviant es für die nächsten Tage braucht. Auch wollen wir einen leichteren Wasserfilter kaufen und unseren werden wir in der Hiker-Box deponieren, er ist einfach zu schwer und das ewige Wasserpumpen ist viel zu mühsam.

Mit Autostopp ins nächst gelegen Einkaufscenter gekommen. In Big Bear City hat es richtig gute Einkaufsmöglichkeiten. Es ist ja ein Skigebiet, im Winter wird es hier richtig viele Leute haben. Als wir auf der Strasse zum nächsten Geschäft liefen, kam der junge deutsche Hiker auf uns zu, er war völlig perplex uns hier zu sehen. Natürlich musste er wieder auf unserem Alter herumreiten, jetzt nervt es aber wirklich. Er meinte, wenn er so alt wie wir sei, fände er es super, wenn er noch so fit sei wie wir, unsere Kinder könnten stolz sein. Ich dachte, mir werde es gleich schlecht und Andy war auch ziemlich genervt. Also wirklich «warm» werden wir nicht mit ihm. Wir sind bei weitem nicht die Einzigen mit 50 Jahren, es hat nämlich noch weitere Leute in unserem Alter auf dem Trail.

Nachdem wir noch Besorgungen erledigt haben, fuhren wir mit dem Bus wieder zurück ins Hostel. Bus fahren ist wie eine Stadtrundfahrt, du siehst die ganze Gegend für zwei Dollar – gar nicht schlecht. Meist ist da auch jemand, der dir alles über die Gegend erzählt, die Leute sind recht offen.

Im Hostel alles vorbereitet für den morgigen Tag und schnell noch nach Hause telefonieren, auch mal den Eltern. Es ist erstaunlich wie alle sich über ein Telefonat freuen, wahrscheinlich fürchten sie, wir würden hier in Amerika bleiben. Für uns geht hier die Zeit schnell vorbei – jeden Tag ist etwas los. Das ist für uns einfacher als für sie. Vielleicht machen sie sich auch Sorgen, wieso auch? Wir sind ja recht vernünftig, finden wir. Was wohl unsere Tochter und unser Sohn dazu sagen würden? Naja, ist ja auch schön, wenn sich jemand um dich sorgt. Auf der Veranda noch etwas getrunken und mit den Leuten vom Hostel geredet. In unserem Zimmer war vor drei Tagen schon ein Schweizer, Trailname «Medical». Hoffentlich werden wir ihn einmal auf dem Weg treffen. Er sei eher gemütlich unterwegs, sagen sie.

TAG 14, 18. April, Meile 240

Früh am Morgen aufgestanden und ohne Frühstück losgelaufen. Den Kaffee haben wir am Vorabend schon gekocht. So können wir unterwegs kalten Kaffee trinken, denn immer nur Wasser verleidet uns, Kaffee bringt etwas Abwechslung.

Nach etwa sechs Stunden Marsch gehen uns das Wasser und der Kaffee aus. An der Stelle, wo der Wasserrapport angibt, es sollte Wasser haben, ist alles leer. Nicht gut, wir hoffen, dass wir noch Wasser finden. Das wenige Wasser muss sonst reichen bis zur nächsten Wasserstelle.

Wir wandern und stossen plötzlich im Wald auf eine alte Polstergruppe und einen Container, eine sehr grosse Hiker-Box. Ich traktiere die Polstergruppe erst mal prophylaktisch mit dem Stock, man weiss ja nie, welche Tiere darin hausen. Spring nichts raus, aber Vorsicht ist besser als Nachsicht.

Wir setzen uns aufs Sofa und trinken jede Menge Sodas und hauen Chips und Oreo-Kekse in uns rein. Wasser hatte es leider nicht in der Box. Nach einer längeren Pause müssen wir weiter.

So gegen 17 Uhr kommen wir an einen Parkplatz. Ein Mann mit Auto ist da und wir fragen ihn, ob er uns vielleicht nach Big Bear City fahren würde. Er war gleich einverstanden und wusste ein gutes Hostel, in dem Hiker willkommen sind. Hiker sind das nicht immer, weil sie dreckig sind, oft stinken und die Kleider im Zimmer waschen.

Der Mann lebt in seinem Auto, hinten hat er einfach eine Matratze reingelegt, das Auto war seine Wohnung. Es war aber kein Wohnmobil nur ein Jeep. Er brachte uns zum Hostel und wir versuchten erfolglos ihm etwas für die Fahrt zu zahlen.

Das Hostel gab uns das Waschbären-Zimmer, die Deko waren Waschbärenbilder. 18 Waschbärbilder in einem Raum, das ist sehr speziell, aber herzig. Dafür stand auf der Veranda eine komplette Grillausrüstung mit allem Drum und Dran zum grillieren. Wir zogen gleich los, um uns im Village ein Riesenstück Fleisch, Bier und Gemüse zu holen – heute gibt’s Barbecue. Das wäre super gewesen, aber als wir das Gas aufdrehen wollten, war da keine Flasche. Dann haben wir das Fleisch mit unserem Benzinkocher gebraten, hat auch funktioniert, sah aber bestimmt komisch aus. Wir tranken noch gemütlich ein Bier auf der Veranda und gingen dann ins Bett. Leider übernachtete neben uns eine Familie mit Baby, man hörte einfach alles. Privatsphäre gleich null.

TAG 13, 17. April, Meile 227

Tagwach um 5 Uhr, das wären wir uns ja mittlerweile gewohnt, aber wir haben nicht so gut geschlafen. In der Nacht windete es heftig und irgendwann spät sind noch Hiker vorbeigegangen.

Der Weg ist viel durch den Wald, aber schlecht und ein ständiges Auf und Ab. Einmal verlieren wir den Weg, weil er abgerutscht ist, und müssen durchs Dickicht gehen, was uns gar nicht gefällt. Mit dem GPS finden wir den Weg wieder und da sehen wir auf dem Weg vor uns eine Schlange, die wir noch nicht kennen. Wir filmen und fotografieren sie, damit wir nachfragen können. Nicht viel weiter treffen wir noch auf eine schöne Klapperschlange. Ich finde, für heute reicht es jetzt mit Schlangen.

Während einer Pause kam ein Hiker vorbei, «Sweet Carolian» war sein Trailname. Er sagte, jene Schlange wäre überhaupt nicht gefährlich, er hätte sie in den Rucksack getan. Wofür auch immer, wollte ich gar nicht wissen.

Dann gingen wir noch weiter bis wir durch ein Waldbrandgebiet kamen, der San Bernardino-Nationalpark sah nicht schön aus. Im Tal unten ist es recht feucht und es hat stehendes Wasser auf dem Waldboden, also schnell da noch etwas kochen und essen. Hier können wir auch zelten, denn zwischen den Bäumen hat es genug Platz.

Am späten Abend treffen wir noch drei Hiker, eine Schwester und ihr Bruder mit dessen Tochter, die auch zum Zelten bleiben. Sie werden nur einen Teil des PCT-Trails gehen, es sei zu anstrengend für sie. Alle drei haben einen riesigen Rucksack dabei. Mit diesem Gewicht hätten wir schon lange aufgegeben, unsere Füsse schmerzen schon mit weniger Gewicht auf dem Rücken. Am anderen Morgen laufen wir langsam los bis alles ein wenig warmgelaufen ist. Die Blasen an meinen Füssen sind mal besser und wieder schlechter, aber ich habe langsam das Gefühl die gehen nicht weg. Andy hat immer noch keine Blasen, er sagt „Für was brauche ich Blasen, die tun doch nur weh.“

TAG 12, 16. April, Meile 210

Erst etwa um 6 Uhr aufgestanden. Die 14 Stunden Marsch vom gestrigen Tag hatten uns geschafft und die Füsse schmerzen. Heute laufen wir quer durch ein trockenes Tal, kein Wölkchen am Himmel. Bei der Interstate 10 gibt es eine Hiker-Box unter der Brücke, hier hat es Riegel, Früchte, Getränke und natürlich Wasser. Da machen wir eine grössere Pause, essen, trinken und füllen noch unsere Wasserbehälter auf.

Circa um 10 Uhr kommen wir aus dem Schatten der Brücke hervor und ziehen weiter. Es ist schon recht heiss, aber zum Glück nicht wirklich anstrengend. Der erste Windpark kommt und danach geht der Weg wieder auf den Berg, richtig streng hinauf. Oben angekommen setzen wir uns erst einmal hin und gucken ins karge Tal hinunter und natürlich wo unser Weg weiter geht. Wir müssen jetzt wieder runter und dann lange im Tal nach vorne. Wir sehen von Weitem einen Fluss im Talboden. Schnell nach unten, um zu baden und eine ausgiebige Pause machen.

So gegen 16 Uhr laufen wir wieder los, immer leicht ansteigend bis in den Abend. Als es anfängt zu dämmern stellen wir mit einiger Mühe das Zelt auf. Der Wind hier oben bläst so stark, dass wir die Heringe mit Steinen beschweren, damit es hält. Normalerweise gehen wir eher runter vom Bergkamm zum zelten. Wir gehen gleich ins Zelt um zu schlafen.

TAG 11, 15. April, Mount San Jacinto, Meile 200

Wieder stehen wir um 5 Uhr auf und frühstücken zuerst. Wir überholen in der Frühe die anderen Hiker, die noch am Schlafen sind. Nach einer Weile den Hang hinunter, können wir erkennen, wo der Weg über die Fläche zum nächsten Tal führt. Von hier aus können wir die Autos sehen, die im Tal unterwegs sind, sie wirken extrem klein. Doch der Trail schlängelt sich unendlich im Hang hin und her und wir verlieren nur sehr langsam an Höhe.

Um 8 Uhr schätzte Andy, dass wir um 10 Uhr unten sein werden. Ich dachte, so lange werden wir nicht brauchen. Um 10 Uhr dachten wir, wir werden noch verrückt, aber spätestens um 12 Uhr sind wir unten. Um 12 Uhr fand ich, dass es sich jetzt nicht lohne etwas zu essen, weil wir sicher in spätestens zwei Stunden unten sein werden und dort wird es auch Wasser haben, um zu kochen. Wir liefen dann den ganzen Nachmittag weiter am Hang hin und her. Unten angekommen sind wir um 19:30 Uhr, der pure Wahnsinn.

An einer Stelle dachten wir, wir könnten einfach gerade hinunter durch Gras und Gebüsche gehen, das etwa kniehoch war. Das liessen wir aber schnell bleiben. Andy ging voraus, ich war etwa 1 Meter dahinter. Als er um einen Stein bog, war da nämlich eine Klapperschlange zuhause. Ein recht schöne, aber die war nicht gut drauf. Die Schlange bäumte sich auf und klapperte wie wild. So erschrocken bin ich noch nie, da merkt man seinen Herzschlag noch eine Weile und ist froh, dass nichts passiert ist. Wir konnten grad noch so an ihr vorbei. Wir hätten gerne ein Foto gemacht, aber wegen ihrer miesen Laune hat es Andy bleiben lassen.

Lieber keine Abkürzung, jetzt wieder immer schön dem Weg nach. Unsere Füsse schmerzen, die Nerven lagen blank und wir mussten das eine und andere Mal Dampf ablassen. Am Abend kamen auch die anderen Hiker an, alle waren völlig fertig. Die einen gingen ins nächste Dorf und Sebastian telefonierte seiner Frau, er hatte genug vom hiken. Wir waren so fertig, dass wir gleich beim Wasser übernachten.